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„Eine Idee für ein Geschäfts­modell zu haben ist das eine, das andere ist, diese zu reali­sieren.“

Wir gestalten Dresden ist Gründungs­mit­glied des Landes­ver­bands der Kultur- und Kreativ­wirt­schaft Sachsen e.V., welcher Mitglied im futureSAX-Start-up-Partner-Netwerk ist. Stell­ver­tretend für den Verband steht Juliane Horn von der Geschäfts­stelle futureSAX im Interview Rede und Antwort und erzählt, wie die sich die Zusam­men­arbeit im Verband gestaltet und welche Unter­stützung die Kultur- und Kreativ­wirt­schaft vom Branchen­verband erwarten kann.

futureSAX: Frau Horn, bitte beschrieben Sie „Ihre“ Institution in einem Satz:

Juliane Horn: Wir gestalten Dresden ist der Branchenverband der Dresdner Kultur- und Kreativwirtschaft, eine Interessensvertretung, die sich für die Belange, Sichtbarkeit und Vernetzung der ca. 13.000 Akteure der Kultur- und Kreativwirtschaft in der Landeshauptstadt einsetzt; außerdem Gründungsmitglied des Landesverbands der Kultur- und Kreativwirtschaft Sachsen e.V. und Koordinator verschiedener Projekte, wie aktuell des vom BMBF geförderten Innovationsforums P R I M E.

futureSAX: Die Kultur- und Kreativwirtschaft setzt sich aus elf Teilbranchen zusammen. Wie gestaltet sich da die Zusammenarbeit mit den Akteuren?

Juliane Horn: Die Mitglieder von Wir gestalten Dresden wählen für jede Branche – angefangen vom Buchmarkt, über die Designwirtschaft bis hin zur Software- und Gamesindustrie – eine Aufsichtsrätin bzw. einen Aufsichtsrat, die/der den jeweiligen Markt genau kennt. In den Aufsichtsratssitzungen werden die Bedarfe und aktuellen Themen der Teilbranchen dann an den Vorstand und die Geschäftsstelle kommuniziert. Diese von den Akteuren selbstorganisierte Struktur, die wir in ganz Sachsen verfolgen, ist relativ einmalig. Wir wollen Bottom-Up-Prozesse begleiten, statt Top-Down eine Richtung vorzugeben.

futureSAX: Warum benötigt gerade die Kultur- und Kreativwirtschaft Unterstützung? 

Juliane Horn: Die Kultur- und Kreativwirtschaft zählt zu den bedeutendsten und umsatzstarken Wirtschaftsbranchen. Im bundesdeutschen Durchschnitt liegen wir bspw. kurz nach der Automobilindustrie und dem Maschinenbau, d.h. noch vor der Chemischen Industrie und der Energieversorgung. Allerding besteht die Kultur- und Kreativwirtschaft größtenteils aus Freiberuflern und Einzelunternehmen, ist also sehr

klein­teilig und heterogen organi­siert. Unter­stützung bedarf es hier, um den Akteuren ein organi­sa­tio­nales Dach zu geben, sie zu vernetzen und ihre Leistungen zu kommu­ni­zieren. Außerdem geht es darum zu zeigen, dass die Kultur- und Kreativ­wirt­schaft ein ernst­zu­neh­mender Wirtschafts­faktor und Innova­ti­ons­treiber ist, deren hohe Poten­tiale in der branchen­über­grei­fenden Wertschöpfung gefördert werden müssen. Dass uns das in den vergangen Jahren schon gut gelungen ist, verzeichnet seinen deutlichsten Erfolg mit dem Sächsi­schen Zentrum für Kultur- und Kreativ­wirt­schaft. 

futureSAX: Sie sind im futureSAX-Start-up-Partner-Netzwerk aktiv. Wie helfen solche Netzwerke bei der Bündelung von Unterstützungsmöglichkeiten für Gründer?

Juliane Horn: Eine Idee für ein Geschäftsmodell oder Produkt zu haben ist das eine, das andere ist, diese zu realisieren und an den Markt zu bringen. Ein Start-up-Partner-Netzwerk hat nicht nur den entscheidenden Vorteil, genügend Expertise zu bündeln, um Gründer zu beraten und in ihrem Entstehungsprozess zu begleiten, sondern auch die entsprechende Erfahrung und das fachbezogene Knowhow vermitteln zu können, wie man mit spezifischen Herausforderungen umgeht, Investoren gewinnt, erste Kunden akquiriert etc. Man hat also zahlreiche Ansprechpartner, auf die man zugehen kann und die einen bei den ersten Schritten unterstützen. Das kann eine sehr große Hilfe sein!

futureSAX: Sie haben sicherlich schon eine Reihe spannender Projekte begleitet. Welches ist Ihnen besonders in Erinnerung geblieben??

Juliane Horn: Innerhalb der Kultur- und Kreativwirtschaft gehören Projektkooperationen zum Tagesgeschäft. Mit spannenden Projekten haben wir daher sehr oft zu tun. Jedes unserer Mitglieder könnte vermutlich eine interessante Story über seine Gründungs-/Geschichte erzählen. Und auch als Verband haben wir bereits jede Menge spannender Projekte initiiert und begleitet – und das nicht nur auf städtischer Ebene, wie unser Innovationforum P R I M E zeigt, das bundesweit KMU, Akteure der Kreativwirtschaft und Materialforscher /-innen zu einem großen Cross-Cluster-Netzwerk zusammenführen wird.

Eines der aufre­gendsten Projekte wurde nun auf auf Landes­ebene reali­siert: das Sächsische Zentrum der Kultur- und Kreativ­wirt­schaft, das am 27. Juni offiziell eröffnet wurde. Es ist deutsch­landweit die erste Förder­ein­richtung, die von den Verbänden der Kultur- und Kreativ­schaf­fenden selbst getragen wird. Mit sieben Mitar­beiter/-innen bringt das Zentrum eine unter­neh­me­rische Profes­sio­na­li­sierung der Kreativ­schaf­fenden durch eine Gründungs-, Festi­gungs- und Wachs­tums­för­derung voran. Wir sind sehr gespannt, was hier noch alles passieren wird.

Weitere Informationen zum Landesverbands der Kultur- und Kreativwirtschaft Sachsen e.V. finden Sie hier.