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Open Innovation ist immer Innovation mit Respekt…

Wolf Lotter, Mitbegründer von „brand eins“

Ihr Vortrag steht unter dem Motto „Open Innovation – Offen denken, besser denken“. Was wird die Teilnehmer bei Ihrem Vortrag konkret erwarten?

Die Teilnehmer sind bei mir einge­laden, das Fundament kennen­zu­lernen, also die Basis der Wissens­ge­sell­schaft, in die Open Innovation gehört. Hier gibt es viele Missver­ständ­nisse. Bevor man in die Praxis geht, sollte man deshalb einmal fragen: Worüber reden wir hier eigentlich? Und was verändert sich dadurch. Das ist mein Vortrag.



Viele Unternehmer werden sich sicher schon häufiger die Frage gestellt haben, wie sie ihre Kunden bei Innovationsprozessen besser und effektiver einbinden können. Werden Sie hierzu in Ihrem Vortrag Lösungswege aufzeigen? Welche Best-Practice-Beispiele werden eine Rolle spielen?

Keine Best Practice. Und keine vorge­ge­benen Lösungen. Es ist schon richtig, dass man von einem prakti­schen Beispiel lernen kann, aber ich fürchte, dass es nur sehr selten eines darunter gibt, dem man Modell­cha­rakter beschei­nigen kann. Genau dieses Denken ist ja das Gegenteil von Open Innovation: Bei Open Innovation müssen wir Dinge außerhalb unserer Exper­ten­wahr­nehmung erkennen. Sonst muss man gar nicht erst damit anfangen. Meine Lösungs­an­sätze bestehen darin, dass ich vom mecha­nis­ti­schen Denken auf ein syste­mi­sches, den Netzwerken gerecht werdendes Denken „umschalten“ möchte. Dazu ermuntere ich die Zuhörer. Open Innovation kann man nicht mit geschlos­senen Denkmo­dellen verstehen.

Welchen Tipp haben Sie speziell für mittelständische (sächsische) Unternehmen im Bereich der „Open Innovation“?

Erst einmal muss man sich bei allen Open-Innovation-Prozessen darauf einlassen, ein hohes Maß an sozialer Verstän­digkeit zu erlernen. Denn es geht, wie gesagt, darum, neue Probleme und deren mögliche Lösung zu erkennen. Die meisten Anfor­de­rungen, die in der Wissens­ge­sell­schaft vorliegen, sind nicht metho­di­sierbar. Man braucht zwar ein hohes Maß fachlicher Kompetenz, um an sie heran­zu­gehen, muss dann aber in der Lage sein, die Bedürf­nisse der Kunden einzu­be­ziehen, auch wenn die nicht Experten sind. Mit anderen Worten: Lernen, wie die anderen denken, oder, wie ich es nenne: Open Innovation ist immer Innovation mit Respekt – das Wort bedeutet soviel wie: Sich in den Augen des anderen wieder­er­kennen.

Was sind aus Ihrer Sicht die wichtigsten Bausteine für einen erfolgreichen und innovativen Mittelständler?

Die jedes guten Unter­nehmers: die Fähigkeit, die Bedürf­nisse seiner Kunden zu verstehen und danach zu handeln.

Was erwarten Sie persönlich vom 4. Sächsischen Innovationsgipfel? Auf was freuen Sie sich bzw. was wünschen Sie sich?

Ich begleite ja die Verän­derung von der Industrie zur Wissens­ge­sell­schaft seit vielen Jahren, das ist mein großes Thema. Deshalb freue ich mich auf alle, die sich in diese Richtung entwi­ckeln wollen – das brauchen wir nämlich ganz besonders.

Warum sollten Unternehmer aus Ihrer Sicht Ihren Vortrag bzw. den 4. Sächsischen Innovationsgipfel besuchen?

Weil es nicht darum geht, sich Lösungen versprechen zu lassen oder todsi­chere Best-Practice-Tipps, sondern erst einmal zu sehen: Was macht eigentlich offene Innovation aus? Welche Vorteile hat sie, welche Risiken birgt sie? Was ist nur hip und modisch daran, was aber wirklich neu. An diesen Fragen arbeiten wir.