header

Visionen der Jugend forscht-Alumni – Innova­toren von morgen?! (1)

Foto: Frank Grätz

Innovations- und Erfindergeist in Sachsen stärken – genau das haben futureSAX – die Innovationsplattform des Freistaates Sachsen und Deutschlands bekanntester Nachwuchswettbewerb Jugend forscht gemeinsam. Martin Dulig, Staatsminister für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr, nahm diese Gemeinsamkeit und das 25-jährige Jubiläum von Jugend forscht in Sachsen zum Anlass, die Kooperation „futureSAX meets Jugend forscht“ im November 2015 ins Leben zu rufen. Ziel der jungen Kooperation ist es seither, den Austausch zwischen den Jungforschern und Jungforscherinnen sowie Innovatoren aus dem futureSAX-Netzwerk zu intensivieren, die jungen innovativen Talente zu fördern sowie in ihrem Gründungswillen zu unterstützen. Auf der futureSAX-Innovationskonferenz 2016 erhielten schließlich erstmals fünf sächsische Jungforscher die Möglichkeit ihr Projekt einem hochkarätigen Publikum aus Wissenschaft und Wirtschaft zu präsentieren. Darunter u.a. die sächsischen Jugend forscht-Preisträger Elias Gürlich und Bilal Mahmoud mit dem Projekt „file_allocator in Zusammenarbeit mit ENTIRETEC AG.

Wer kennt das nicht? Man möchte eine Datei versenden, aber dann ist sie zu groß für den E-Mail-Anhang. Die Alter­native dazu ist die Cloud: Beliebig große Dateien können so ganz einfach und leicht zugänglich in der Daten­wolke abgelegt werden. In größeren Unter­nehmen ist dies oft keine Alter­native. Dieser Proble­matik haben sich die beiden Schüler Elias Gürlich und Bilal Mahmoud des Hans-Erlwein-Gymna­siums Dresden angenommen und in Zusam­men­arbeit mit der ENTIRETEC AG eine effiziente, benut­zer­freund­liche Softwa­re­lösung auf Web-Basis entwi­ckelt. Der "file_allocator" legt Dateien auf einem benut­zer­de­fi­nierten Server ab und verschickt per E-Mail Zugangs­links zu den Daten.

Damit konnten die beiden Jungfor­scher beim Landes­wett­bewerb 2016 überzeugen und sicherten sich den 3. Platz im Fachgebiet „Arbeitswelt“. Außerdem erhielten sie den Sonder­preis für Rundfunk-, Fernseh- und Infor­ma­ti­ons­technik.

Grund genug für futureSAX einmal bei den talen­tierten Tüftlern nachzu­haken, wie Sie zu ihrer Forschung gekommen sind und was die Zukunft für Sie noch bringen soll:

futureSAX: Die ENTIRETEC AG ist damals mit ihrer Fragestellung an das Schülerrechenzentrum der TU Dresden getreten. Warum habt ihr beiden euch für das Projekt schließlich entschieden?

Elias: Damals wollten Bilal und ich gemeinsam an einem anspruchsvollen Web-Projekt arbeiten. Dafür erschien uns das Projekt der ENTIRETEC AG genau richtig. Außerdem ging es uns auch darum zu erfahren, wie man professionell an solche Problemstellungen herangeht. Da ist es natürlich eine gute Sache, wenn man mit erfahrenen Softwareentwicklern zusammenarbeiten kann.

futureSAX: Wie war die Zusammenarbeit mit einem so großen Unternehmen wie der ENTIRETEC AG und geht diese nun noch weiter? Wenn ja, wie?

Bilal: Es war eine großartige Erfahrung für uns, und wir haben viel neues Wissen mitnehmen können sowohl was die Projektplanung, als auch die Arbeit im Team angeht. Leider endete die Zusammenarbeit mit der Firma mit der Überreichung und Verteidigung unseres Projektes.

futureSAX: Inwiefern habt ihr euch in der Projektzeit persönlich und fachlich weiterentwickelt? Was war der größte Aha-Moment?

Elias: Wir haben gelernt, wie wichtig regelmäßige Absprachen sowohl mit der Firma, als auch untereinander für den Erfolg so eines Projektes sind. Außerdem sind wir mit neuen Technologien und Arbeitsprozessen in Berührung gekommen, wie das vorher nie der Fall war.

Bilal: Der große Aha-Moment dabei war aus meiner Sicht, dass man viel mehr Kompromisse bei einer Zusammenarbeit eingehen muss, als wir uns das vorher vorgestellt hatten. Das fängt schon bei der Wahl der verwendeten Programmiersprache an.

futureSAX: Und wenn alles so läuft, wie ihr euch das vorstellt: Wo seht ihr euch dann in 10 Jahren?

Elias: Als Erstes steht bei mir natürlich das Studium auf dem Plan. Ob ich danach irgendwann ein Start-up gründe oder als Angestellter für ein Unternehmen aktiv bin, ist für mich aus heutiger Sicht völlig unwichtig. Die Hauptsache ist, dass man an Projekten arbeiten kann, von denen man überzeugt ist.

Bilal: Bei mir steht auch erstmal das Informatik-Studium an. Danach geht es dann an die Gründung eines eigenen Unternehmens. Meine Kernaufgabe sehe ich darin, die Informationstechnologie für viele Menschen nutzbar zu machen und auf diese Weise ihren Alltag zu vereinfachen.

futureSAX: Wie wichtig sind Kooperationen wie „futureSAX meets Jugend forscht“ aus eurer Sicht zur Förderung junger Talente? Was sind eure persönlichen Highlights dieser noch jungen Kooperation?

Elias: Das Programm „futureSAX meets Jugend forscht“ bot uns die Möglichkeit, uns mit Menschen auszutauschen, die schon selbst mit ihren innovativen Ideen ein Start-up-Unternehmen auf die Beine gestellt haben. Das war eine wichtige Erfahrung, die uns sicher noch bei der Frage begleiten wird, in welche Richtung der berufliche Weg später genau gehen soll.

futureSAX: Wenn ihr einen Wunsch frei hättet, was würdet ihr euch von „futureSAX meets Jugend forscht“ wünschen?

Elias: Eine Kooperation über die beiden bisherigen Veranstaltungen hinaus wäre aus meiner Sicht wünschenswert. Ich denke da zum Beispiel an Seminare für Interessierte, in denen es um die Umsetzung der eigenen Ideen in ein Unternehmen geht.

Mehr zu dem aktuellen und ausgezeichneten Forschungsprojekt von Elias Gürlich und Bilal Mahmoud erfahren Sie hier

Übrigens: Falls Sie junge Forscher und Wissenschaftler mit bahnbrechenden Ideen kennen: Das neue Wettbewerbsjahr bei Jugend forscht hat bereits begonnen!