futureSAX-Innovationsforum in Großenhain

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futureSAX-Innovationsforum: Unternehmenswachstum durch erfolgreiches Innovationsmanagement im sächsischen Mittelstand realisieren

In seiner mittlerweile 20. Ausgabe widmete sich das futureSAX-Innovationsforum dem Thema Wachstum durch Innovationen in einer gelebten Innovationskultur und dessen innovativen Anwendungsbereichen. Zahlreiche Teilnehmende aus Wissenschaft und Wirtschaft kamen im Kulturschloss Großenhain zusammen und diskutierten über die aktuellen Herausforderungen im Mittelstand und wie Innovationen bei der Bewältigung dieser betragen.

Das futureSAX-Innovationsforum, das seit 2012 als zentrales Impulsevent für den sächsischen Mittelstand fungiert, fand am 21. September 2023 im Kulturschloss Großenhain in seiner mittlerweile 20. Ausgabe statt. Das Forum zielte darauf ab, gemeinsame Antworten auf aktuelle Herausforderungen des sächsischen Mittelstandes wie Fachkräftemangel, globale Handelsrisiken, Digitalisierung und Unternehmensnachfolge zu diskutieren. Unter dem Titel „Unternehmenswachstum durch erfolgreiches Innovationsmanagement im sächsischen Mittelstand realisieren“ wurden u.a. die Bedeutung einer innovativen Unternehmens- und Innovationskultur, die Rolle der Digitalisierung bei der Fachkräftemotivation und erfolgreiche Strategien für die Unternehmensnachfolge diskutiert.

Thematischer Auftakt mit Workshopcharakter beim Side Event

Im Vorfeld bot Nina Defounga, Geschäftsführerin der TOM SPIKE GmbH, in einem Side-Event insbesondere Innovationsmanager/-innen sowie weiteren Interessierten die Möglichkeit, an einem interaktiven Workshop Innovationsfähigkeiten zu erlangen. Es wurden Themen wie die Balance zwischen Tagesgeschäft und Innovation, die Überwindung der "Ja-aber-Mentalität" sowie die Bewertung von Innovationen und deren erfolgreiche Umsetzung behandelt.  Das Side-Event war eine bereichernde Erfahrung, die den Teilnehmenden konkrete Werkzeuge und Strategien bot, um die Herausforderungen in der Innovationslandschaft noch besser zu bewältigen.

"Das Impulsevent für den sächsischen Mittelstand setzte einmal mehr vielseitige Impulse durch informative Vorträge, initiierte einen interaktiven Erfahrungsaustausch im Rahmen von Themenwerkstätten und eine branchenübergreifende Vernetzung für zukunftsfähige Innovationen und nachhaltige Wettbewerbsvorteile."

Marina Heimann, Geschäftsführerin, futureSAX GmbH

Innovation als Motor für Hochleistungs-Energiespeicher – made in Saxony

Dr. Florian Türke, Team Lead für System & Simulation bei Skeleton Technologies GmbH, hielt eine inspirierende Keynote zum Thema Innovation als Wachstumsmotor. Das sächsische Unternehmen, das ursprünglich aus Estland stammt, hat sich auf die Entwicklung und Produktion von elektrischen Speichern spezialisiert und verzeichnet aktuell 320 Mitarbeitende. Skeleton Technologies hat seinen sächsischen Sitz seit 2017 in Großröhrsdorf, wo es als Innovationszentrum für neue Speichertechnologien dient. Mit 170 Mitarbeitenden ist dieser Standort auf Technologie fokussiert und für die Serienproduktion verantwortlich. Hier werden Gewinne und Umsätze im mittleren zweistelligen Millionenbereich generiert, was die Bedeutung dieses Standorts für die Wertschöpfung des Unternehmens unterstreicht. Ein neuer Produktionsstandort in Markranstädt bei Leipzig ist für das Jahr 2024 geplant. Ziel ist, Skeletons Wachstum und den Ausbau der Produktion weiter voranzutreiben, wobei technologische Innovationen als entscheidender Motor für Hochleistungs-Energiespeicher hervorgehoben wurde.

Schlüssel-Erkenntnisse aus den Themenwerkstätten

In den anschließenden Themenwerkstätten diskutierten Expert/-innen aus Wissenschaft und Wirtschaft zu den drei Fokusthemen „Innovationskultur“, „innovative Organisationsformen in KMU“ und „Innovationsschub durch Unternehmensnachfolge“.

In der ersten Themenwerkstatt moderierte die Impulsgeberin Katrin Dunker, Inhaberin von Change miteinander meistern, das Gespräch zur Innovationskultur und wie diese erfolgreich im klein- und mittelständischen Unternehmen verankert werden kann. Es wurde deutlich, dass sich die Innovationskultur als unerlässlich für erfolgreiches Wachstum in gesättigten Märkten erwiesen hat. Schlüsselelemente sind Kundenzentrierung, Marktkenntnis, Kooperation, Transparenz und Fehlerakzeptanz. Durch flexible Teams und externe Partnerschaften können klare Ziele schneller erreicht werden, insbesondere bei organischem Wachstum und strategischer Neuausrichtung.

Die zweite Themenwerkstatt befasste sich mit der Frage, wie die Integration innovativer Unternehmensformen in etablierte mittelständische Unternehmensstrukturen gelingen kann. Sie wurde von Dr. Felix Erler, Projektleiter des Zentrums digitale Arbeit, moderiert. In der Gesprächsrunde kam zum Ausdruck, dass eine flexible Organisation, die sowohl operative Effizienz als auch Raum für Innovation schafft, hier der Schlüssel ist. Diese Flexibilität ermöglicht die Integration neuer Arbeitsmodelle wie Selbstorganisation und agile Methoden. Herausforderungen wie Zeitdruck und Fachkräftemangel können durch gezielte Veränderungsprozesse und Digitalisierung bewältigt werden. Klare Kommunikation und Zielabstimmung sind entscheidend für den Erfolg.

Mit der Frage, wie die Veränderung durch Unternehmensnachfolge gleichzeitig als Innovationsschub gelingen kann, wurde – moderiert durch Pierre Beer, Geschäftsführer der GETT Gerätetechnik GmbH – in der dritten Themenwerkstatt aus vielfältigen Perspektiven diskutiert. Eine zentrale Erkenntnis ist, dass Unternehmensnachfolge ein feines Gespür für die Unternehmenskultur erfordert. Langsame Übergänge und die Einbindung der Mitarbeitenden können hier den Unterschied ausmachen. Dabei ist es entscheidend, den Innovationsprozess als Teil des Übergangs zu sehen und entsprechende Change-Management-Methoden anzuwenden. Es besteht Bedarf an weiterer Forschung, um innovative Ansätze für den Nachfolgeprozess zu entwickeln.

Zusammenfassend zeigen die Themenwerkstätten, dass die Kombination von Innovation, Flexibilität und Mitarbeiterbeteiligung in allen Bereichen des Unternehmenslebens entscheidend für den langfristigen Erfolg ist.

Themenwerkstatt A: Innovationskultur - erfolgreich im Unternehmen verankern

Moderation: Katrin Dunker - Inhaberin, Change miteinander meistern, Radebeul
Dr. Mario Geißler, Geschäftsführer, Q-Hub GmbH, Chemnitz
These: Lernbereitschaft, Kundenzentrierung und kritische Prozessreflexion sind Schlüssel zu Erfolg und Innovation. Mut zu unkonventionellen Pfaden, klare Ziele in Kooperationsprojekten und präzise Budgetierung fördern, effizienten Ressourceneinsatz und Priorisierung.

Dr. Astrid Gräfe, VP Facility Development, Rotop Pharmaka GmbH, Dresden
These: Eine flexible Organisationsstruktur, Kompetenzbündelung, Kooperationen und Anpassung an Marktbedingungen sind entscheidend für erfolgreiches Wachstum. Gesellschafterwechsel und strategische Neuausrichtung auf Basis von Marktanalysen spielen ebenso eine Rolle wie regionale Partnerschaften, kundenorientierte Strukturen und gezielte Personalentwicklung.

Dr. Diana Worms, Leiterin der Einheit Organisationsentwicklung und Qualitätsmanagement, Fraunhofer IMW
These: Eine starke Innovationskultur ist unerlässlich in gesättigten Märkten, schafft langfristige Wettbewerbsvorteile, steigert die Attraktivität für Kunden sowie Mitarbeitende und erleichtert die Unternehmens-Nachfolge. Schlüssel sind Kundenzentrierung, Marktkenntnis, Kooperation, Transparenz & Fehlerakzeptanz. Flexible Teams und externe Partner sind strukturelle Eckpfeiler.

Themenwerkstatt B: Integration innovativer Unternehmensformen - in etablierte mittelständische Unternehmensstrukturen

Moderation: Dr. Felix Erler - Projektleiter, Zentrum digitale Arbeit, Eilenburg
Dr. Evelina Koycheva, Geschäftsführerin bei evniko GmbH, Dresden
These: Ein erfolgreiches Unternehmen sollte eine flexible Organisationsstruktur implementieren, die sowohl das Tagesgeschäft effizient abwickelt als auch Raum für innovative, interdisziplinäre Projekte schafft. Es ist wichtig, Mitarbeiter einzubeziehen, ihre Bedürfnisse zu verstehen und sie in Zukunftsthemen zu qualifizieren. Eine offene Fehlerkultur fördert Innovation. Innovationsfreiräume motivieren Mitarbeiter und helfen, talentierte Kräfte zu binden, während das Unternehmen ein positives Image aufbaut.

Matti Glatte, Gründer von hival.tech
These:  Flexibilität mit Struktur vereint. Agilität nach Bedarf. Mitarbeiter als Innovationsmotor. Open Innovation für Qualität. Virtuelle Teams für ortsunabhängige Zusammenarbeit. Purpose Driven Organizations für Engagement. Intensive Kommunikation, klare Ziele, Umgang mit Unsicherheit und Verantwortung sind entscheidend.

Ulrich Goedecke, stellv. Hauptabteilungsleiter in der Handwerkskammer Dresden
These: Die größten Herausforderungen liegen in den Mitarbeiterzahlen und dem Mangel an Fachkräften. Zeitdruck durch hohe Auftragslagen, Entscheidungs-& Kommunikationsprozesse bringen eine starke Fokussierung auf den Unternehmer mit sich. Veränderungsprozesse anzugehen, Ihnen Raum und Zeit zu geben sind hier der richtige Weg. Durch die Einführung anderer Organisationsformen können Abläufe gestrafft und verbessert und durch Digitalisierung positiv beeinflusst werden

Prof. Dr. Rüdiger von der Weth - Professur Betriebswirtschaftslehre / Personalwirtschaft und Arbeitswissenschaften, Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden
These: Die Digitalisierung erfordert individuelle Ansätze, unabhängig von Branche, Innovation, Motivation und Qualifikation. Agile Organisationen sollten den Bedürfnissen angepasst werden. Für Mitarbeiter bedeutet das, klare Ziele zu setzen, Technologiepotenziale zu nutzen und passende Qualifikationen zu erhalten. Eine Abstimmung von Innovation, Organisation und Qualifikation sind entscheidend, um zusätzliche Belastungen zu vermeiden.

Themenwerkstatt C: Innovationsschub durch Unternehmensnachfolge - Traditionelle Strukturen hinterfragen

Moderation: Pierre Beer - Geschäftsführer, GETT Gerätetechnik GmbH, Treuen
Manuela Zenk, Wirtschaftsförderung Start-ups, Stadt Chemnitz
These: Vertrauen in die Zukunftsfähigkeit ist entscheidend für das Gelingen von Prozessen und deren langfristigen Erfolg.

René Roch, Geschäftsführer und Gesellschafter, VGS Leuchttechnik GmbH, Dresden
These: Klar formulierte Vision, gründliche Bewertung und regionale Anpassung sind Schlüssel. Begleitende Unterstützung des abgebenden Unternehmers ist entscheidend. Strukturelle Anpassungen für Effizienz durch Prozessprüfung, Automatisierung und Digitalisierung sind unerlässlich.

Prof. Dr. Katja Werner, stellv. Leiterin Studiengang BWL – Mittelstandsmanagement, Berufsakademie Sachsen, Glauchau
These: Nachfolge in einer UN erfordert Kultursensibilität, interne Übernahmen sind erfolgsversprechender. Sanfter Übergang und Mitarbeiterakzeptanz sind entscheidend. Emotionen spielen zentrale Rolle. UN-Kultur sollte Veränderungen unterstützen, Ideen des Übergebers berücksichtigen. Innovatives Vorgehen im Nachfolgeprozess ist neu. Prozesse digitalisieren, stetig verbessern. Mitarbeiter einbinden, ohne zu überfordern. Change-Management ist entscheidend. Studierende zur Innovation ermutigen.

"Wir brauchen offene Kommunikation, positive Fehlerkultur und leidenschaftliche Neugier."

Pierre Beer, Geschäftsführer, GETT Gerätetechnick GmbH

Impulse zu den Themenwerkstätten regen zum Diskutieren an

In der finalen Paneldiskussion führte Marina Heimann gemeinsam mit den Moderator/-innen und Impulsgebenden Katrin Dunker, Dr. Felix Erler, Pierre Beer sowie Nina Defounga die wichtigsten Erkenntnisse und Entwicklungen aus den Themenwerkstätten zusammen. Diskutiert wurde abschließend, wie die Innovationstätigkeit im Unternehmen zu beschleunigtem Unternehmenswachstum führen kann und welche Veränderungsprozesse im sächsischen Mittelstand umgesetzt werden können, um die Unternehmen zukunftssicherer aufzustellen.

Abrundung fand die Veranstaltung beim gemeinsamen Get-together. Bei gutem Essen war ausreichend Zeit, um neue Kontakte zu knüpfen und branchenübergreifend Kooperationspartner zu finden. Welche Synergien und Projekte sich aus den Gesprächen entwickeln werden? Man darf gespannt sein!

Ihre Ansprechpartnerin bei futureSAX

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Linda Geißler

Projektmanagerin

Wachstumsphase & Skalierung

Innovationen, Kreativität und Neugier treiben Linda Geißler an. Sie studierte an der Technischen Universität Dresden Maschinenbau in der Vertiefungsrichtung Technisches Design. Sie war als freiberufliche Industriedesignerin tätig und später als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Holztechnologie im Ressort Möbel und Innenausbau. Hier befasste sie sich mit den Methoden der benutzerorientierten Produktentwicklung und begründete das USEability Lab am IHD sowie das WohnXperium e.V. mit. Sie ist Mitgründerin der Campeleon GmbH und war dort als Leiterin der Produktentwicklung tätig. So kennt Sie auch den Sächsischen Gründerpreis aus Sicht einer Teilnehmenden. Mit Ihren vielseitigen Erfahrungen aus der Wissenschaft und dem Startup-Bereich sensibilisiert Sie nun Hochschulen und Forschungseinrichtungen für Transferpotentiale im sächsischen Innovationsökosystem.

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