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„Wir wollen kleine Menschen begeistern“ - futureSAX im Interview mit Antje Stumpe und Martina Musek vom Team „falerwek design“

Pappka – das steht für Pappkarton. Mit der Erleb­niss­pielwelt hat es das Team „falerwek“ im futureSAX-Ideen­wett­bewerb unter die besten zehn Ideen gebracht. Über ihre Innovation, ihre Motivation und den Wettbewerb sprechen im Interview Neu-Alumnus Antje Stumpe und Martina Musek.

futureSAX: Frau Stumpe, bitte beschreiben Sie Ihre Innovation in einem Satz: 

Mit einer am Markt noch nicht verfüg­baren Kombi­nation aus Pop-up und Paper­craft wollen wir ein schlichtes, sinnvolles und zudem nachhaltig, regional produ­ziertes Spielzeug anbieten

futureSAX: Warum wird sich das Projekt auf dem Markt durchsetzen?

Wir wollen kleine Menschen begeistern und dazu anregen neugierig zu bleiben, Fragen zu stellen, selbst zu gestalten und spielerisch zu lernen. Denn für die Entwicklung der Kinder ist es schön und wichtig Gestalter zu sein: Der Stolz, etwas geschaffen zu haben und mit Freude zu betonen: „Das habe ich selbst gemacht!“ fördert das Selbstbewusstsein und die Kreativität.
Das formschöne, einfache Design und die platzsparende Aufbewahrung sind überzeugende Argumente für die Pappka@-Spielwelten.

futureSAX: Wir sind immer sehr an den Menschen interessiert: Wer sind die Köpfe hinter dem Projekt?

Wir sind bzw. waren beide Designe­rinnen der Kunst­hoch­schule Burg Giebi­chen­stein in Halle. Ich (Martina) übernehme mit meinem derzei­tigen Studium des Indus­trie­de­signs, Spiel- und Lerndesign sowie meiner umfang­reichen Erfahrung im Bereich Anschau­ungs­mo­dellbau die technische Entwicklung der Spiel­welten. Wie funktio­nieren die Klappen, wo zeigt das Material seine Grenzen, wie kann die Spielwelt platz­sparend und einfach gefaltet werden, was weckt die Spielelust? Das sind alles Fragen die ich mir stelle. Dann stecke ich tagelang mit Kaffee und ausrei­chend Schokolade in der Laser­werk­statt und zeichne akribisch alle Schnitt­bögen am Computer.

Ich, Antje, über­nehme als Dipl.-Kommu­ni­ka­ti­ons­de­si­gnerin und Fotografin den künst­le­risch-visuellen Bereich des Marken­aufbaus: Corporate Brand, Corporate Image und Corporate Design/Identity. Ich gebe Pappka@ den visuellen Auftritt; von der Visiten­karte, über die Landingpage bis zur Illus­tration der Figurensets. Wenn wir nicht gerade im Pappka@-Entwick­lungs­fieber stecken, dann lassen wir uns von unseren großar­tigen Kindern, vier sind es insgesamt, ihrer Fantasie und Leich­tigkeit anstecken und tragen. Gern meistern wir den Spagat zwischen Familie, Haushalt und Start-up.

futureSAX: Wie kamen Sie auf den Gedanken? Was war der Auslöser?

Ich (Martina) hatte im Studium ein Semes­ter­projekt in dem faltbare Spiel­welten entstanden sind. Die Idee war geboren und zu schade für die Schublade. Das Projekt: „falerwek – faltbare Erleb­nis­welten für Kinder“ suchte noch eine Designerin für die Umsetzung der Idee. So kamen wir zusammen. Ich (Antje) fand die Idee spannend, da meine drei Kinder ihre großräu­migen Spiel­zeuge wochenlang im Kinder­zimmer stehen lassen. Außerdem werden vorge­fer­tigte und stets zugäng­liche Spiel­zeuge schnell langweilig und uninter­essant. Diese Situation wollen wir ändern.

futureSAX: Was war der beste Rat, den Sie je erhalten haben?

Habt keine Angst. Geht Eure eigenen und nicht vorge­fer­tigten Wege. Was Arbeit ist, entscheiden wir. Inspi­riert durch Catharina Bruns und Sophie Pester von Super­craft.

futureSAX: Beschreiben Sie bitte den Moment, als Sie von Ihrer Nominierung im futureSAX-Ideenwettbewerb erfahren haben!

Dieser Moment war zunächst gar nicht so bedeutsam, da wir noch keine genaue Vorstellung von der Auswirkung der Nominierung hatten. Im Nachhinein sind wir stolz und auch froh über die Wertschätzung, die unserem Projekt seitens der Juroren entge­gen­ge­bracht wurde. Es glauben also auch noch andere Menschen mit Fachkom­pe­tenzen unter­schied­licher Branchen an eine Zukunft der Kreativspiel­welten aus Karton. Doch, diese Anerkennung motiviert uns sehr.

futureSAX: Das Meeting Ihres Lebens. Mit wem würden Sie gerne mal an einem Tisch sitzen und was würden Sie besprechen?

Mit dem Papier­künstler Peter Dahmen. Wir würden Ihn fragen, was er von unseren Spiel­welten hält und ob er uns ein paar Falttricks verrät. Außerdem wüssten wir gern, ob er ein Compu­ter­pro­gramm hat, welches ihm seine wunder­baren Kunst­werke von 2D in 3D mit den richtigen Features errechnet. Oder ob alles in seinem Kopf entsteht und er es so wie wir, mühevoll zeichnen muss.

futureSAX: Es ist Ihnen ein Anliegen eine nachhaltige Wertschöpfungskette zur Herstellung Ihrer Erlebniswelten zu sichern. Wie gelingt das und welchen Herausforderungen stehen Sie dabei gegenüber?

Nachhal­tigkeit und Quali­täts­be­wusstsein liegen im Trend. Wir wollen unser formschönes und sinnvolles Spielzeug nachhaltig und regional produ­zieren. Wir schonen Ressourcen, da wir Karton statt Plastik verwenden. Unseren schad­stoff­freien Rohstoff, ein Frisch­fa­ser­karton, bekommen wir aus verant­wor­tungs­voller Waldwirt­schaft (FSC® und PEFC® geprüft) aus Schweden. Für jede gefällte Fichte werden drei neue gepflanzt. Für kurze Lieferwege hat unser Ferti­gungs­spartner in Sachsen seinen Standort. Alle Farben, Lacke und Klebstoffe sind für die Spiel­zeugnorm zugelassen und unbedenklich. Das kompos­tierbare Verpa­ckungs­ma­terial Pergamyn liefert uns ein Famili­en­un­ter­nehmen ebenfalls aus Sachsen. Das Cradle to Cradle®-Designkonzept hat es uns angetan. Wir planen, die Spiel­welten problemlos in den techni­schen und biolo­gi­schen Kreis­läufen zirku­lieren lassen zu können. Die Buchdecken, die gleich­zeitig die zusam­men­ge­klappte Spielwelt schützen, können für jede Spielwelt wieder­ver­wendet werden. Die ausge­spielten Welten werden dem Altpapier zugeführt. So können kleine Menschen auch schon lernen, ein neues Projekt zu beginnen, um über sich hinaus zu wachsen. Wir hatten das große Glück, durch das Exist-Grün­ders­ti­pendium ein Jahr lang Zeit und Energie in die Forschung und Entwicklung des Produkts, des Materials und der Aufbau­me­cha­nismen stecken zu können. Eine gegen­wärtige Heraus­for­derung ist auf jeden Fall, den Lebens­un­terhalt zwischen dem Zeitpunkt der ersten Verkäufe und der finalen Produktion der ersten Serie zu sichern, sowie die Produk­ti­ons­kosten sicher zu stellen.

futureSAX: Wie geht es weiter? Wie sieht ihr Unternehmen in fünf Jahren aus?

Wir starten im Herbst eine Crowd­funding-Kampagne, um damit die Vorver­käufe zu generieren. Wir wollen noch in diesem Jahr jede Menge kleine Künstler begeistern! Um möglichst schnell der Spielwelt-Wunsch­liste vieler Kinder gerecht zu werden, wollen wir diese mit einem erwei­terten Team entspre­chend ihrer Quali­fi­ka­tionen umsetzen. Auch unsere eigene Ideen-Liste bezogen auf neue Projekte auch im Therapie- und Lernbe­reich ist lang. Jetzt träumen wir mal: In fünf Jahren arbeiten wir zusammen an einem Ort mit einem offenen Team an freund­lichen Menschen, haben Teile unserer Produk­ti­ons­strecke im Haus, produ­zieren die Pappka-®Welten aus Rohstoffen der Agrar-Industrie und schonen die Umwelt um ein weiteres Vielfaches. Das wäre so schön. 

Weitere Informationen zur Team " falerwerk design" finden Sie hier: www.pappka.de

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