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„Die Förder­land­schaft aus Finan­zierung, Netzwerk und Beratungen ist in Sachsen im Vergleich zu anderen Bundes­ländern ein starker Vorteil“ – futureSAX im Interview mit Luise Fiedler von der Conimon GmbH

Bisher war es in der Maschi­nen­dia­gnose nicht möglich automa­ti­sierte Zustands­dia­gnosen anzubieten, sodass bedarfs­ge­recht und langfristig geplant werden kann, wann ein Ersatzteil verbaut werden muss und damit die Maschine ausfällt. Die Conimon GmbH hat mit ihrem Diagno­setool und der integrierten KI ein Werkzeug entwi­ckelt, dass genau diese Anfor­de­rungen erfüllt. Die Geschäfts­füh­rerin der GmbH, Luise Fiedler, erzählt uns im Interview woher die Idee kommt und was wir von der Conmon GmbH in den nächsten Jahren erwarten dürfen.

futureSAX: Frau Fiedler, bitte beschreiben Sie Ihre Innovation in einem Satz:

Die Conimon GmbH beschleunigt Instand­hal­tungs­ent­schei­dungen durch automa­ti­sierte Zustands­dia­gnosen und konti­nu­ier­liche Überwa­chung von Indus­trie­an­lagen.

futureSAX: Wie kamen Sie auf den Gedanken? Was war der Auslöser?

Das Unter­nehmen basiert auf der Disser­tation von Dr.-Ing. Jakob Krause. Vision ist ein Produkt, das nachhaltig Ressourcen spart. Meine persön­liche Motivation ist das Schaffen eines Arbeit­sortes an dem sich Mitar­beiter wohlfühlen und weiter­ent­wi­ckeln können. Schon heute ist unser Unter­nehmen ein umwelt­freund­licher Ort an dem unsere Mitar­beiter ihre Familie und das Arbeiten vereinen können, indem Kinder mit zur Arbeit dürfen, Mitar­beiter ein Dienst-Fahrrad erhalten und Heimarbeit ermög­licht wird.

futureSAX: Warum wird sich Ihre Idee auf dem Markt durchsetzen?

Ein Maschi­nen­dia­gno­s­tiker und Anwender der ersten Stunde meinte kürzlich zu uns: "Mit bishe­rigen Lösungen konnte ich nur Sterbe­be­gleitung für Maschinen anbieten. Mit „Conimon Diagno­stics“ hingegen ist endlich echte Gesund­heits­vor­sorge für Maschinen möglich." Einmalig im Wettbewerb erkennt unsere Software sogar bereits fehler­hafte Handhabung und Betrieb als Vorläufer von massiven Schäden. Unseren Indus­trie­kunden gelingt es damit frühzeitig vor Eintritt eines kostspie­ligen Schadens diesen zu beheben und Kunden­auf­träge pünktlich fertig­zu­stellen.

futureSAX: Hat der Ort der Startup-Gründung eine wichtige Rolle gespielt, oder würden Sie eher sagen, dass Sie ortsunabhängig sind?

Die Förder­land­schaft aus Finan­zierung, Netzwerk und Beratungen ist in Sachsen im Vergleich zu anderen Bundes­ländern ein starker Vorteil für uns, vor allem als Ausgründung der TU Dresden. Aus Sicht von Zugang zu quali­fi­ziertem Personal halte ich die Nähe zur Uni für sehr wichtig. Für künftige Nieder­las­sungen ist die Nähe zu unseren Kunden aus der Industrie ein wichtiger Stand­ort­faktor.

futureSAX: Welche Ihrer Eigenschaften sind Ihnen bisher immer sehr hilfreich gewesen, im Hinblick auf Ihre Selbstständigkeit und welche würden Sie lieber ablegen?

Mein innerer Antreiber ist „Sei perfekt“. Damit kämpfe ich regel­mäßig. Hilfreich empfinde ich meine Zuver­sicht und Gelas­senheit, die ich mir über Yoga und Meditation erarbeitet habe.

futureSAX: Was war der beste Rat, den Sie je erhalten haben?

Hole dir konti­nu­ierlich Rat. Den einen besten Rat für alle und jede Situation gibt es nicht. Besonders wertvoll empfinde ich Hinweise von Unter­nehmern, die in einer ähnlichen Phase der Entwicklung sind oder bereits eine Stufe weiter, die kennen meist die aktuellen Heraus­for­de­rungen am besten.

futureSAX: Beschreiben Sie bitte den Moment, als Sie von Ihrer Nominierung im futureSAX-Ideenwettbewerb erfahren haben!

Zunächst war ich verwundert. Ich hatte nämlich zuerst die E-Mail der Produk­ti­ons­firma zum kosten­freien Videodreh gelesen, den wir als Nominierte erhalten sollten und erst dann die offizielle Benach­rich­tigung. Die Verwirrung wandelte sich dann direkt in Freude und Stolz.

futureSAX: Welche wichtige Empfehlung oder welchen Tipp würden Sie Gründern mit auf den Weg geben?

Generieren Sie frühzeitig Einnahmen. Da können wir von unseren ameri­ka­ni­schen Kollegen noch einiges Lernen und gerne auch mal erste Visionen verkaufen (z.B. über Crowd­funding im B2C-Bereich). Trauen Sie sich mit unfer­tigen Produkten den Markt zu testen und früh Rückmel­dungen einzu­holen. Ein Vertriebs-Playbook, das alle vertrieb­lichen Spielzüge zusam­men­fasst, hilft den eigenen Verkaufsprozess zu struk­tu­rieren, auf lohnens­werte Kunden zu fokus­sieren, neue Mitar­beiter anzulernen und den Unter­neh­menswert für geplante Finan­zie­rungen zu verdeut­lichen.

futureSAX: Wie geht es weiter? Wie sieht ihr Unternehmen in fünf Jahren aus?

Einer unserer Großkunden wird die Deutsche Bahn sein, für die wir bis dahin mehr als die Hälfte ihrer ICE-Flotte mittels der „Diagnose im Vorbei­fahren“ überwachen werden - aktuell läuft das Pilot­projekt. Mit über 100 zufrie­denen Lizenz­nehmern und 25 Mitar­beitern erwirt­schaften wir dann über 13 Mio. EUR Umsatz. Unsere Vision ist es, Unter­nehmen zu helfen umwelt­freundlich zu handeln. Dafür möchten wir dazu beitragen starre Wartungs­zyklen abzuschaffen, damit funktio­nie­rende Bauteile nicht mehr unnötig wegge­schmissen werden.


Mehr Informationen zur Conimon GmbH finden Sie hier.