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„Wir haben in zehn Jahren nie den Mut oder die Motivation verloren.“ – futureSAX im Interview mit Steffen Härtlein von der medichema GmbH

Blutstillend. Resor­bierbar. Und vor allem wirksam. Die medichema GmbH hat ein Kolla­genvlies entwi­ckelt, das in den verschie­densten medizi­ni­schen Bereichen angewendet werden kann. Im Interview: Steffen Härtlein.

futureSAX: Herr Härtlein, bitte beschreiben Sie Ihre in einem Satz:

Steffen Härtlein: Das blutstillende, vollständig resorbierbare Kollagenvlies mediCipio® A ist ein wirksames Hämostyptikum, das invasiv und nichtinvasiv als unterstützende lokale Maßnahme zur Gewebeversiegelung und Verbesserung der Hämostase bei diffusen und flächigen Blutungen zur lokalen Anwendung genutzt werden kann. 

futureSAX: Warum wird sich das Projekt auf dem Markt durchsetzen?

Steffen Härtlein: Das Medizinprodukt mediCipio® A verfügt nicht nur über hervorragende blutstillende sondern auch über wundheilungsfördernde Eigenschaften. Die zweischichtige Matrix ist ein hoch flexibles, leicht zu handhabendes Produkt, welches für die gute Anpassung an anatomische Strukturen im Rahmen der Standardprozedur kein Wasserbad benötigt und somit sofort anwendbar ist. Bei diesem Produkt werden keine humanen Blutbestandteile eingesetzt. Somit entfallen die Risiken, die mit der Anwendung von Blutkomponenten verbunden sind. Dazu zählen u.a. die Übertragung von Krankheitserregern aus dem Blut und die Antikörperbildung gegen Komponenten von Fibrinkleberprodukten. Neben der beschleunigten intraoperativen Blutstillung führt mediCipio® A zu einer effektiven und anhaltenden Versiegelung des Operationsgebietes und kann somit das Risiko revisionsbedürftiger Nachblutungen vermindern. In einer circa 2,5 Jahre dauernden klinischen Studie wurden 150 Patienten behandelt. Hierbei konnte nicht nur die sichere und komplikationslose Anwendung von mediCipio® A bewiesen werden, sondern es zeigte auch seine effektive hämostyptische Wirkung.

Mit dieser zweischich­tigen Matrix können Risiken minimiert und Kosten gespart werden.

futureSAX: Wir sind immer sehr an den Menschen interessiert: Wer sind die Köpfe hinter dem Projekt?

Steffen Härtlein: Unser kleines Team von sechs Mitarbeitern, darunter vier Hochschulabsolventen, zeichnet sich durch hohes Engagement, exzellentes Wissen und Leistungsbereitschaft aus. Aber auch unser über Jahre entstandenes Netzwerk zu medizinischen Einrichtungen, Forschungszentren und Unternehmen ist ein Garant für zukünftige erfolgreiche Innovationen.

futureSAX: Wie kamen Sie auf den Gedanken? Was war der Auslöser?

Steffen Härtlein: Die Idee zu dem neuartigen Produkt mediCipio® A entstand unmittelbar mit der Zulassung unseres ersten Produktes, einem Kollagenvlies zur Behandlung von oberflächigen schlecht heilenden chronischen Wunden. Unser Ziel ist es, eine vielfältige Produktreihe für die ambulante und klinische Anwendung auf Kollagenbasis auf dem Markt zu bringen, die eine hohe Patientensicherheit sichern, vollständig vom Körper abbaubar sind und sich durch hohe Verträglichkeit auszeichnen.

futureSAX: Was war der beste Rat, den Sie je erhalten haben?

Steffen Härtlein: Das lässt sich so einfach nicht beantworten. Meine Eltern gaben mir immer zu verstehen, achte die Arbeit anderer, suche das Gespräch, urteile nicht oberflächlich, übernimm Verantwortung, überzeuge durch Ehrlichkeit und geh schwierigen Situationen nicht aus dem Weg. Dabei könnte ich noch vieles mehr aufzählen.

futureSAX: Beschreiben Sie bitte den Moment, als Sie von Ihrer Nominierung im Sächsischen Staatspreis für Innovation erfahren haben!

Steffen Härtlein: Diese Nominierung kam völlig überraschend. Mit Stolz haben wir in diesem Moment auf die zurückliegenden 10 Jahre geblickt, in denen wir nie den Mut und die Motivation verloren hatten. Diese Nominierung ist der Höhepunkt unserer gemeinsamen Arbeit.

futureSAX: Das Meeting Ihres Lebens. Mit wem würden Sie gerne mal an einem Tisch sitzen und was würden Sie besprechen?

Steffen Härtlein: Diese Frage lässt sich nicht so leicht beantworten. Während meiner Tätigkeit für die medichema lernte ich viele beeindruckende Persönlichkeiten kennen, die unsere Entwicklungsvorhaben unterstützten, uns Vertrauen entgegenbrachten und als kritische Mitstreiter wirkten. Für die Zukunft wünsche ich mir, dass ich immer wieder auf solche Menschen treffe und mit ihnen in konstruktiven Austausch treten kann.

futureSAX: Sie haben Ihren Firmensitz und die gesamte Produktion in Chemnitz. Was gibt hierfür den Ausschlag?

Steffen Härtlein: Ich lebe und arbeite gern in Chemnitz, meiner Heimatstadt mit einer großen industriellen Vergangenheit. Ich sehe die medichema als einen Mosaikstein im Bild einer Stadt, die schon immer ein Innovationsstandort in Deutschland war.

futureSAX: Wie geht es weiter? Wie sieht ihr Unternehmen in fünf Jahren aus?

Steffen Härtlein: Natürlich haben wir noch weitere Produktideen zum Erschließen neuer Einsatzgebiete. Dabei nutzen wir auch unser bereits vorhandenes Netzwerk, sind aber auch offen gegenüber neuen Kooperationen.

Die Ideen für neue Entwick­lungen sind noch lange nicht aufge­braucht. Die erfolg­reiche Bekämpfung multi­re­sis­tenter Kranken­haus­keime oder auch die Behandlung infizierter chroni­scher Wunden sind für uns eine aktuelle Heraus­for­derung.

Weitere Informationen zur medichema GmbH finden Sie hier: medichema.com

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