Interview mit Dr. Thomas Heber

Interview mit Dr. Thomas Heber

Dr. Thomas Heber, Geschäftsführer CC Ost & Geschäftsführer CC Bau, Carbon Composites e.V. spricht im Interview mit futureSAX über die Aufgaben des CCeV als Kompetenznetzwerk und die Querschnittsdisziplin Leichtbau.

futureSAX: Herr Dr. Heber, bitte beschreiben Sie in wenigen Worten die Kernkompetenzen und Hauptaufgaben des Carbon Composites e.V..

Der Carbon Composites e.V. (CCeV) ist mit derzeit rund 300 Mitgliedern der größte deutschsprachige Verbund von Unternehmen und Forschungseinrichtungen entlang der  Wertschöpfungskette der Hochleistungs-Faserverbundwerkstoffe. Der Verband vernetzt Forschung und Wirtschaft in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Als Kompetenznetzwerk unterstützen wir unsere Mitglieder bei dem gemeinsamen Ziel den großflächigen industriellen Durchbruch von Hochleistungs-Faserverbundanwendungen zu erreichen.

futureSAX: Mit den beiden Abteilungen Carbon Composites Ost und Carbon Composites Bau ist Dresden sehr stark im Netzwerk vertreten. Welche Bedeutung kommt Sachsen ihrer Meinung nach in diesem Bereich zu?

CC Ost war die erste von vielen Regionalabteilungen im CCeV und ist seit der Gründung Ende 2011 eine mit den aktivsten Mitgliedern, was neben der herausragenden Forschungslandschaft  vor allem an den zahlreichen leistungsstarken KMU in den neuen Ländern, allen voran Sachsen, liegt. Hauptaufgabe von CC Ost ist die Bündelung und Stärkung der regionalen Faserverbundkompetenzen. Das Bauwesen ist eine Branche, bei der das Thema Hochleistungsfaserverbund einerseits noch nicht etabliert ist, andererseits jedoch ein enormes Anwendungspotential besteht. Vor diesem Hintergrund hat sich der CCeV entschieden, das Thema für seine Mitglieder weiter aufzubereiten, zu vertiefen und gemeinsam voranzutreiben. Vor einem Jahr wurde daher „CC Bau“ als DACH-weite CCeV- Fachabteilung gegründet und aufgrund der führenden Aktivitäten in Sachsen auch hier mit der Geschäftsstelle angesiedelt. Mit CC Bau treiben wir für unsere Mitglieder aus Industrie und Wissenschaft die Akzeptanz und den flächendeckenden Einsatz von faserverstärkten Werkstoffen im Bauwesen voran.

futureSAX: Carbon Composites e.V. (CCeV) ist ein Verbund von Unternehmen und Forschungseinrichtungen. Wie kann Ihrer Meinung nach der Transfer von der Forschung in die Anwendung noch besser unterstützt werden und welche ungenutzten Transferpotenziale sehen Sie insbesondere im Bereich Bau?

Der springende Punkt an dieser Stelle liegt meiner Meinung nach in der frühzeitigen Einbindung der Industrie. Die besten Lösungen aus der Forschung landen zu oft in der „Schublade“, einfach weil der industrielle Bedarf im Vorfeld nicht ausreichend erörtert wurde. Wir betreiben im CCeV selbst eine AiF-Forschungsvereinigung und achten über eine entsprechende Qualitätssicherung sehr genau darauf, dass uns nur Forschungsanträge erreichen, bei denen zu Anfang die Idee aus der Industrie stand. Im BAU-Bereich ist die Thematik der Anwendung von Hochleistungsfasern wie Carbon nochmal jünger als in anderen Branchen. Extrem viel ist möglich, aber die Zurückhaltung oft auch aus Unkenntnis und mangelnder Erfahrung noch sehr groß. Hier müssen wir gemeinsam intensiv die  Thematik  der Zulassung vorantreiben, um über zunehmende Referenzbeispiele irgendwann auch die breite Akzeptanz und Anwendung zu erreichen. Wenn Architekten und Planer sich Materialien wie Carbon-Beton genauso bedienen wie Holz und Stahl, dann ist es geschafft.

futureSAX: Die Schlüsseltechnologie Leichtbau bietet branchenübergreifende Anwendungspotentiale.  Welche Rolle spielen Ihrer Ansicht nach branchenübergreifende Innovationsplattformen,wie futureSAX in diesem Zusammenhang?

Durch neue Bauweisen und Methoden entstehen neu Möglichkeiten und auch neue Märkte für einzelne Unternehmen. Doch zu oft werden diese aufgrund unzureichender Quervernetzung in andere Branchen nicht voll ausgeschöpft. Als CCeV steht bei uns der Werkstoff bzw. der Leichtbau als Querschnittsdisziplin im Fokus; nicht umsonst kooperieren wir mit zahlreichen Branchennetzwerken. Plattformen wie futureSAX helfen gezielt dabei, über den eigenen „Tellerrand“ hinaus zu blicken und neue Anregungen in marktfähige Produkte zu überführen.

futureSAX: Vielen Dank für das Interview.

Mehr zum Carbon Composites e.V. (CCeV) erfahren Sie hier.

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