Interview mit Markus Horn

Interview mit Markus Horn

Schon von 2003 – 2008 gab es die Neugeister, allerdings mit einem Fokus auf die Entwicklung der Region. Seit 2016 sind sie zurück und konzentrieren sich voll auf junge Unternehmer, Start-ups und Existenzgründungen in der Oberlausitz. Im Interview mit futureSAX spricht Markus Horn von der Region, deren Potenziale und den Verein.

futureSAX. Herr Horn, bitte beschreiben Sie Ihre Institution in einem Satz.

Markus Horn: Wir Neugeister sind das Oberlausitzer Netzwerk zum Gründen – Bleiben – Wachsen, das ein wichtiges Puzzleteil zur Etablierung einer neuen Gründerkultur in der Lausitz sein möchte.

futureSAX: Die Oberlausitz gilt bis jetzt nicht als Zentrum für Unternehmensgründungen in Sachsen. Warum lädt die Region dennoch zum Gründen ein?

Markus Horn: Gründungen sind in der Lausitz rückläufig, obwohl die Region gute Bedingungen für Existenzgründungen bzw. Unternehmensnachfolge bietet: Günstige Mieten, die gute Vereinbarkeit von Familie und Beruf, schöne Landschaft mit vielfältigen Freizeit- und Kulturangeboten sind nur einige gute Argumente hier zu gründen. Deshalb ist es erforderlich, neue Wege zu gehen, um Menschen für eine Unternehmensgründung zu gewinnen.

futureSAX: Sie bringen Start-ups, Interessierte und erfahrene Unternehmen zusammen. Welchen Mehrwert hat das für junge Gründer?

Markus Horn: Die Kooperation zwischen Existenzgründern und erfahrenen Unternehmern hat mehrere Vorteile. Die Gründer profitieren vom Wissen und den Erfahrungen gestandener Unternehmer, denn häufig fehlt es Gründern und jungen Unternehmern an Management-Erfahrung, um ein Geschäftskonzept erfolgreich umzusetzen oder ein junges Unternehmen zu leiten. Hier kann der Erfahrungsaustausch wichtige Hilfestellung leisten.

Außerdem erhalten Start-ups Hilfe beim Aufbau eines eigenen Netzwerks und den Zugang zum Netzwerk der etablierten Unternehmen. So kann das junge Unternehmen leichter wichtige Kontakte zu potentiellen Kunden oder Investoren knüpfen. 

futureSAX: Wie lange begleiten Sie nun schon Start-ups? Gibt es eine Geschichte, die sie im Besonderen gefreut / bewegt hat?

Markus Horn: Die Neugeister gab es bereits von 2003 bis 2008. Obwohl damals die Regionalentwicklung im Fokus stand, spielten in diesem Zusammenhang schon immer auch Existenzgründer eine Rolle. Schließlich sind sie wichtige Adressaten regionaler Entwicklungspolitik.

Seit 2016 gibt es den Neugeister e.V. nun mit seiner aktuellen Ausrichtung – als ein Netzwerk für Gründer und junge Unternehmen in der Oberlausitz. Mit professionellen Gründerportraits verhalfen wir bereits etlichen Start-ups zu mehr Sichtbarkeit. Mit Informationsveranstaltungen zu Kalkulation, Preisgestaltung usw. vermitteln wir unternehmerisches Know How. Formate wie unsere themenoffenen ‚Manufakturistentreffen‘ dienen der Vernetzung Lausitzer Unternehmen und dem Erfahrungsaustausch, denn bekanntlich ist man zusammen weniger allein.

Besonders freut uns, dass es uns gelungen ist, Kooperationen zwischen Betrieben anzuschieben oder Kunden auf ‚unsere‘ Unternehmen aufmerksam zu machen und so zu steigenden Umsätzen beizutragen.

futureSAX: Sie sind im Start-up-Partner-Netzwerk von futureSAX aktiv. Wie unterstützen solche „Netzwerke für Netzwerke“ und welche Erwartungshaltung bzw. Wünsche haben Sie?

Markus Horn: Wir kooperieren mit anderen Netzwerken und Initiativen, damit uns der Blick über den eigenen Tellerrand nicht verlorengeht. Wenn wir Unternehmen beim Wachsen unterstützen wollen, müssen wir über die Lausitz hinaus agieren.

futureSAX ist bekannt für interessante Veranstaltungen, auf denen wir selbst schon eine Menge lernen konnten. Dies wollen wir auch Lausitzer Unternehmen erleichtern. Außerdem vereint das große Netzwerk von futureSAX viele interessante Menschen mit tollen Geschäftsideen oder bereits erfolgreich am Markt etablierten Unternehmen. Von deren Erfahrungen zu profitieren ist ein weiterer Beweggrund mit dem ‚Netzwerk für Netzwerke‘ zu kooperieren.

futureSAX: Welchen Tipp würden Sie jedem Start-ups mit auf den Weg geben?

Markus Horn: Lassen Sie sich beraten und warten Sie damit nicht bis Ihr Unternehmen bereits „auf der Kippe“ steht.

futureSAX: Zu guter Letzt: Wo steht die Gründerszene in der Oberlausitz in zehn Jahren?

Markus Horn: In zehn Jahren hat sich in der Oberlausitz eine vielfältige Gründerszene entwickelt. Die Zahl technologieorientierter Gründungen aus dem Hochschulbereich nimmt zu, weil die Vermittlung unternehmerischen Wissens fester Bestandteil des Studiums geworden ist. Junge Menschen, die die Oberlausitz aus beruflichen Gründen verlassen hatten, kommen zurück, übernehmen bestehende Unternehmen und führen das Lebenswerk der Gründer fort. Gründer aus der Kreativwirtschaft siedeln sich an, da die Lebensqualität höher als in den überfüllten und teuren Großstädten ist. Die Neugeister sind das Scharnier, das alle diese Akteure miteinander verbindet.

Mehr Informationen zum Gründernetzwerk Neugeister e.V. finden Sie hier: neugeister.de

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