Interview mit Reinhard Flaskamp

Interview mit Reinhard Flaskamp

In welcher Branche haben Start-ups in Sachsen die besten Chancen und wie sehen eigentlich die Fördermöglichkeiten vom Freistaat direkt aus? Reinhard Flaskamp vom SWMA über Potenziale und seine persönliche Vison für die sächsische Start-up Szene!

futureSAX: Herr Flaskamp, Sie sind im Sächsischen Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr (SMWA) u.a. für die Rahmenbedingungen für Gründer zuständig. Für Start-ups sind natürlich auch verschiedene Standortfaktoren entscheidend. Wie bewerten Sie die Bedingungen für Gründer im Freistaat Sachsen?

Reinhard Flaskamp: Sachsen bietet hervorragende Voraussetzungen für innovative Gründer. Die Hochschulen, die vielfältige Forschungslandschaft und die breit aufgestellte Industrie eröffnen gute Chancen für junge Unternehmen, die etwa im Umfeld von Industrie 4.0 und vor dem Hintergrund der Digitalisierung neue, FuE-basierte Geschäftsmodelle etablieren wollen. Dazu kommt ein gutes Gründungsklima, besonders die Zentren Leipzig, Dresden, Chemnitz und ihr Umland sind attraktiv für Start-ups. Das sieht auch die Szene selbst so. Beim 3. Deutschen Star-tup Monitor 2015 hat Sachsen in der Gründerförderung die Bestnote unter allen Bundesländern erreicht. 

futureSAX: Der Freistaat unterstützt sächsische Start-ups auf verschiedene Weise, bspw. mit Eigenkapital. Erst kürzlich wurde auf Initiative des SMWA der Technologiegründerfonds Sachsen (TGFS) um 64 Millionen deutlich aufgestockt. Wie setzen sich die Mittel zusammen und für wen sind sie gedacht?

Reinhard Flaskamp: Der TGFS+ stellt technologieorientierten Gründern Beteiligungskapital für die Seed- und Start-up-Phase zur Verfügung. Wir wollen damit besonders Vorhaben unterstützen, die etwa in den Bereichen IKT, Halbleiter- und Mikrosystemtechnik, Medizintechnik, Umwelt- und Energietechnik oder Neue Medien angesiedelt sind und gute Wachstumschancen versprechen. Der Fonds speist sich zu 44,3 Millionen Euro aus europäischen Mitteln, weitere Investoren sind wie bisher schon sächsische Sparkassen und die SüdBeteiligungen GmbH. Neu dabei ist die Mittelständische Beteiligungsgesellschaft Sachsen, die ihr Engagement im Gründungsbereich verstärkt. Dadurch wird vor allem der Zugang zu Seedkapital weiter verbessert.

futureSAX: Darüber hinaus gibt es im Freistaat Sachsen auch nicht rückzahlbare Zuschüsse, die über die Sächsische Aufbaubank ausgereicht werden, wie das Technologiegründerstipendium. Wer kann hier besonders profitieren?

Reinhard Flaskamp: Ziel des Stipendiums ist es, hochschul- bzw. forschungsbasierten Start-ups im Vorfeld der Gründung mehr Zeit zu geben, damit sie gut vorbereitet starten. Gefördert werden Teams, die innovative Unternehmen in einem zukunftsträchtigen Technologiebereich aufbauen wollen. Dabei kann es sich um eine technische Produkt- oder Prozessinnovation oder um neuartige innovative Dienstleistungen handeln. Das Technologiegründerstipendium ist personengebunden und beträgt je Teammitglied bis zu 3000 EUR im Monat für ein Jahr. Der Freistaat hat das Stipendium in dieser Förderperiode übrigens um bis zu 25 % erhöht und Spin-offs aus Unternehmen erleichtert

futureSAX: Was wünschen Sie sich für die sächsische Gründerszene?

Reinhard Flaskamp: Ich wünsche mir, dass die Kommunen gemeinsam mit den Hochschulen und privaten Treibern des Gründungsgeschehens an der einen oder anderen Stelle noch mehr tun, um gute Bedingungen für innovative Gründungen zu schaffen, Das können z.B. neue Formen und Räume der Kommunikation sein, um die Möglichkeiten, die der technologische und besonders der digitale Wandel für neue Geschäftsmodelle eröffnet, auszuschöpfen. Auch scheint es sinnvoll, da-bei frühzeitig die Möglichkeiten auszuloten, die eine Zusammenarbeit von un-konventionellen Start-ups mit etablierten Unternehmen der Industrie und aus dem Dienstleistungsbereich für beide Seiten bietet. Hier gibt es schon gute Beispiele, z.B. das SpinLab in Leipzig, es könnten aber mehr sein. Das SMWA unterstützt solche Formate gern über futureSAX.

futureSAX bedankt sich bei Reinhard Flaskamp für das Gespräch!

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