Interview mit Ulrike Riemer

Interview mit Ulrike Riemer

Unter dem Leitbild „Hochschule für Mobilität“ forscht die Westsächsiche Hochschule Zwickau in fünf Profillinien und ist Projektpartner im Verbundprojekt Saxony5 dem insgesamt fünf Hochschulen angehören. Ulrike Riemer, Transferbeauftragte Saxony5 an der WHZ spricht im Interview mit futureSAX über die Rolle der WHZ im Projekt, erfolgreiche Transferarbeit und den Standort Zwickau.

futureSAX: Frau Riemer, bitte beschreiben Sie die Themenschwerpunkte an der Westsächsischen Hochschule Zwickau (WHZ) in wenigen Worten.

Unter dem Leitbild „Hochschule für Mobilität“ forscht die WHZ in den fünf Profillinien „Fahrzeug und Produktion“, „Energie und Infrastruktur“, „Cyber Physical Systems und Digitalisierung“, „Gesundheit und Medizintechnik“ sowie „Nachhaltigkeit und Neoökologie“.

futureSAX: An der WHZ wurde bereits 1994 ein Forschungs- und Transferzentrum e.V. etabliert. Welche Transferangebote bzw. Transferformate bietet das Zentrum für den regionalen Mittelstand an?

Das Forschungs- und Transferzentrum organisiert wissenschaftliche Tagungen und bietet eine Plattform für Wissenschaftler weltweit zum Nutzen der regionalen Weiterentwicklung. Der Transfer erfolgt u.a. über Forschungsprojekte oder das Angebot von Seminaren. Der Wissenstransfer soll in Form von Weiterbildungen insbesondere für die regionale Wirtschaft weiter ausgebaut werden.

futureSAXEs gibt sicherlich viele Erfolge, wie Ideen, die an der WHZ entwickelt wurden und erfolgreich in die Wirtschaft transferiert werden konntenSchildern Sie uns bitte kurz ein besonders erfolgreiches Beispiel.

Bei all den spannenden Themen, die es bei uns an der WHZ so gibt, ist es schwer sich auf nur ein Beispiel zu fokussieren. Sehr interessante Beispiele für den Transfer in die Wirtschaft sind zum Beispiel die Zeckenschutzkleidung für Pferde und Heimtiere oder auch die Wärmespeichermatten für Pflanzenwurzeln, die im Rahmen des Forschungsnetzwerkes LANOTEX am Institut für Textil- und Ledertechnik entwickelt wurden. Mit Hilfe des Gründernetzwerks Saxeed kam es bereits zu erfolgreichen Ausgründungen, wie zum Beispiel der HERMS technologies GmbH oder der Alpha Sigma GmbH. Der Transfer erfolgt oft auch über direkte Aufträge aus der Wirtschaft. Wissenschaftler der WHZ entwickelten in diesem Zusammenhang eine Schnittstelle zur sicheren Datenübertragung beim Aufladen von Elektrofahrzeugen

futureSAX: Die WHZ ist Projektpartner im Verbundprojekt „Saxony5 – Wissen intelligent vernetzt.“ der fünf Hochschulen für Angewandte Wissenschaften Dresden (HTW), Leipzig (HTWK), FH Mittweida, Zwickau (WHZ) und Zittau/Görlitz (HSZG). Welche Rolle und Aufgaben hat die WHZ im Projekt?

Die WHZ ist federführend im Co-Creation Lab „Oberflächentechnik“ und dem Teilvorhaben, „Businesscluster für Verwertungsplanung“. Das Co-Creation Lab „Oberflächentechnik“ beschäftigt sich mit Werkstoffoberflächen und deren Charakterisierung und Modifikation. „Co“ steht für die gemeinsame Zusammenarbeit der Hochschulen in diesem Schwerpunkt. „Creation“ steht für die Entwicklung neuer Ideen und Projekte.

Das „Businesscluster für Verwertungsplanung“ ist die Innovationsschürfstelle innerhalb der fünf sächsischen Fachhochschulen und soll die Forschungs-und Entwicklungsergebnisse aufspüren, die für die Industrie und Gesellschaft von Interesse sein könnten. Ich bin die Transferbeauftragte in diesem Teilvorhaben und Ansprechpartnerin für Unternehmen.

Weitere Kompetenzen bringt die WHZ in den Co-Creation Labs „Fabrik der Zukunft“, „Vernetzte Mobilität“ und „Versorgungsinfrastruktur“ ein.

futureSAX: Welche Chancen bietet Ihrer Ansicht nach Saxony5 für den Technologietransfer in Sachsen und die Zusammenarbeit mit dem Mittelstand?

Mit Saxony5 werden konkrete Ansprechpartner für eine potentielle Zusammenarbeit zur Verfügung gestellt. Das gab es vorher so nicht. Die Wissenschaftler mussten die Zusammenarbeit neben Lehre und ihren Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten koordinieren. Um bei dieser Zusammenarbeit zu entlasten und zu unterstützen gibt es nun mehrere Transferbeauftragte innerhalb dieses Projektes. Neu ist auch, dass ein rekursiver Transfer ausdrücklich erwünscht ist. Das heißt, die Transferbeauftragten nehmen Anregungen und Impulse der Unternehmen auf, um die Forschung und Entwicklung noch praxisnaher zu gestalten.

futureSAX: Zwickau ist der wichtigste Automobilstandort in Sachsen. Wo sehen Sie die Stärken und Schwächen der Region für die Zukunft?

Die Stärken liegen im aktuellen Thema der Elektromobilität. Zwickau hat hier bereits eine langjährige Fachkompetenz entwickelt und kann darauf nun aufbauen.

Die Schwächen sind für die Region auch beim aktuellen Thema „Personalmangel“ zu finden. Dieses Problem ist bekannt und dem wird mit vielen verschiedenen Initiativen aktiv gegengesteuert.

futureSAX: Was war Ihr Beweggrund, Teil des futureSAX-Know-how-Netzwerkes zu werden und wie wichtig sind branchenübergreifende Plattformen für den Wissens- und Technologietransfer?

Wir freuen uns über futureSAX als Kontaktstelle zu den sächsischen KMU. Das Netzwerk ist eine ideale Plattform, um die Themen von Saxony5 auf eine größere Bühne zu heben und noch bekannter zu machen. Hierbei besonders attraktiv sind die vielfältigen innovativen Veranstaltungsformate, die futureSAX anbietet. Solche branchenübergreifenden Plattformen sind für den Wissens- und Technologietransfer besonders wichtig, da auch fachfremde Impulse eingesammelt werden können, die man innerhalb eines Fachgebietes sonst sicherlich übersehen würde.


Mehr von der WHZ und Saxony5 finden Sie hier.

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