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„Wir bringen Entwick­lungs­me­thoden mit der Praxis zusammen.“

Peter Schneider vom Fraun­hofer-Institut für Integrierte Schal­tungen IIS, Insti­tutsteil Entwicklung Adaptiver Systeme EAS hat uns im Interview einige Fragen rund um das Institut, dessen Projekte und die Arbeit im futureSAX-Know-how-Netzwerk beant­wortet. 

futureSAX: Bitte beschreiben Sie Ihre Institution in einem Satz:

Peter Schneider: Wir bringen Entwicklungsmethoden für modernste Elektronik mit den Anforderungen der Praxis zusammen und schaffen zukunftsweisende, intelligente Systeme. 

futureSAX: Welche Bedeutung hat der Wissens- und Technologietransfer aus Ihrer Sicht für die wirtschaftliche Entwicklung im Freistaat?

Peter Schneider: Sachsens Wissenschaft an Universitäten und Forschungseinrichtungen ist sehr stark. Wichtig ist aber, dass neue Technologien und Konzepte aus den Laboren in den Markt kommen. Da die kleinen und mittelständischen Firmen in Sachsen in vielen Bereichen Innovationstreiber sind, gilt es, speziell sie auf verschiedenen Wegen anzusprechen. Das Ziel muss es sein, dass sie regelmäßig Ergebnisse aus der Forschung für ihre Produktentwicklung einsetzen und damit auch einen Vorsprung gegenüber der Konkurrenz erhalten. Ein effektiver Wissens- und Technologietransfer ist demnach aus meiner Sicht unerlässlich, um Innovationen innerhalb kurzer Zeit für Unternehmen nutzbar zu machen.

futureSAX: An welcher Stelle bzw. in welcher Rolle sehen Sie sich beim Wissens- und Technologietransfer?

Peter Schneider: Die Mission von Fraunhofer ist angewandte Forschung. Das bedeutet für uns, dass wir erfolgreich forschen, wenn unsere wissenschaftlichen Erkenntnisse in der industriellen Anwendung ankommen und hier Nutzen stiften. Um diesem Anspruch gerecht zu werden, binden wir Industriepartner während des gesamt Entwicklungsprozesses immer wieder in Diskussionen zu unseren Lösungsansätzen ein.

futureSAX: Was war Ihr Beweggrund Teil des futureSAX-Know-how-Netzwerkes zu werden?

Peter Schneider: Kommunikation und interdisziplinärere Zusammenarbeit sind für den Erfolg neuer Technologien und komplexer Kooperationsbeziehungen essenziell. Wir wollen im futureSAX-Know-how-Netzwerk Partner und Kunden für unsere FuE-Leistungen finden und mit unseren Technologien helfen, viele neue Produkte „Made in Saxony“ auf den Weg zu bringen.

futureSAX: Wie kann Ihrer Meinung nach der Wissens- und Technologietransfer von der Forschung in die Anwendung noch besser unterstützt werden?

Peter Schneider: Die schnelle Umsetzung innovativer Ideen in Produkte ist ein wesentlicher Aspekt für den Erfolg eines Unternehmens. Daher sind aus meiner Sicht gerade für kleine und mittelständische Firmen zwei Fragen wesentlich:

  1. Wie behalte ich den Überblick über neue Entwicklungen in der Forschung und deren Potentiale für meine Produkte?
  2. Wie kann ich mit überschaubarem finanziellem Aufwand und Risiko den Mehrwert dieser Technologien für mein Unternehmen evaluieren und bestenfalls adaptieren?

Für den konti­nu­ier­lichen Abgleich von Angebot und Nachfrage neuer Lösungen und Entwick­lungen müssen daher aus meiner Sicht noch weitere Formate wie die futureSAX-Innova­ti­ons­kon­ferenz geschaffen werden. Wichtig ist generell, dass diese dann sowohl von der Industrie als auch der Wissen­schaft inhaltlich aktiv mitge­staltet werden.

Darüber hinaus stehen beim Mittel­stand oft nicht die notwendige technische und perso­nelle Ausstattung zur Verfügung. Finan­zielle Mittel für einen Direk­t­auftrag an Forschungs­ein­rich­tungen sind – speziell bei Start-ups – häufig nicht vorhanden. Darüber hinaus ist die Beantragung öffent­licher Förderung oft langwierig und nicht passfähig. Neue Förder­formate zur Schließung der zeitlichen Lücke zwischen Ideen­ge­ne­rierung und tradi­tio­neller Techno­lo­gie­för­derung werden daher ebenfalls benötigt, um der Dynamik des Marktes besser Rechnung tragen zu können.

futureSAX: Es gibt sicherlich Erfolge, wie Ideen, die am Fraunhofer IIS/EAS entwickelt wurden erfolgreich in die Wirtschaft transferiert wurden. Können Sie uns ein Beispiel nennen?

Peter Schneider: Mit unserer Ausgründung COSEDA Technologies haben wir 2015 die Ergebnisse langjähriger Arbeit in Forschungs- und Entwicklungsprojekten sowie in Standardisierungsgremien in den Markt gebracht. Die inzwischen in vielen Firmen etablierte Entwicklungssoftware COSIDE ermöglicht die sichere und schnelle Entwicklung komplexer Elektronikprodukte in der industriellen Praxis. Mit ihrer Hilfe kann die Funktionalität der Komponenten bereits im Entwurf geprüft und so die Kosten für Prototypen gesenkt werden.

futureSAX: Im Rahmen der futureSAX-Innovationskonferenz haben Sie sich in der Innovationsbörse präsentiert. Welches „Produkt“ haben Sie vorgestellt und welche Partner suchen Sie ggfs. dafür? 

Peter Schneider: Wir haben zur Innovationskonferenz die Initiative „USeP – Universal Sensor Plattform“ vorgestellt. Diese soll gerade für Start-ups und KMUs den Zugang zu High-End-Elektroniktechnologien, wie z.B. der in Dresden gefertigten 22FDX-Technologie von Globalfoundries, signifikant erleichtern. Firmen, die neuartige Produktideen, z.B. für Anwendungen aus dem Umfeld des "Internets der Dinge", haben, jedoch über keine Kompetenz in der Elektronikentwicklung verfügen, sollen damit schnell, sicher und kostengünstig ihre Ideen umsetzen können.

Mehr Informationen zu Fraunhofer IIS/EAS finden Sie hier: www.eas.iis.fraunhofer.de