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„Im Netzwerk funktio­niert‘s besser!“

Wirtschaftlich vielfältig, inter­essant für wieder mehr junge Unter­nehmer: der Landkreis Bautzen hat eine Start-up-Kultur, die sicherlich für viele überra­schend inter­essant ist. Die LAUTECH GmbH setzt sich im Landkreis mit kreativen Büro- und Service­flächen, mit Wissens- und Techno­lo­gie­transfer und Netzwerken für die Start-ups der Region ein. Was die Zielsetzung ist und warum sie seit neuestem im futureSAX-Start-up-Partner-Netzwerk aktiv sind, erzählt Kathrin Schle­singer im Interview.

futureSAX: Frau Schlesinger, bitte beschreiben Sie Ihre Institution in einem Satz. 

Kathrin Schlesinger: Das Lausitzer Technologiezentrum - LAUTECH unterstützt den Erfolg von Startups und Unternehmen in der Lausitz mit kreativen Büro- und Serviceflächen, mit Wissens- und Technologietransfer und Netzwerken.

futureSAX: Stellen wir uns vor, ich sei Gründer in einer frühen Phase. Wie sieht konkret die Hilfe aus, die ich von Ihnen erwarten kann?

Kathrin Schlesinger: Jede Gründeridee ist für uns wertvoll, deshalb nehmen wir uns zuerst Zeit und hören ganz genau hin. In einem kreativen Dialog erstellen wir gemeinsam den individuellen Unterstützungsbedarf. Danach wird mit uns aus einer Idee ein professioneller Businessplan. Bis der Gründer auf eigenen Beinen steht, unterstützen wir durch die Auswahl und Vermittlung der besten Finanzierungsmöglichkeiten, des optimalen Standortes und der richtigen Partner in einem breiten Netzwerk.

futureSAX: Was zeichnet den Landkreis Bautzen aus? Warum engagiert sich die LAUTECH GmbH in dieser Region?

Kathrin Schlesinger: Der Landkreis Bautzen ist zunächst einmal der flächenmäßig Größte im Freistaat Sachsen und vielleicht deshalb wirtschaftlich so vielfältig. Aus unserer Sicht verspüren wir aktuell viele Impulse, das junge Menschen hier wieder Ihren Lebensmittelpunkt finden. Das bestätigen uns zunehmend die Firmen an unseren Standorten.

Aus historischer Sicht war die LAUTECH schon immer eine Perspektive für Menschen, die nach der politischen Wende Ihren Arbeitsplatz in der Industrie verloren hatten. Ein Thema, dass heute so aktuell ist, wie damals. 

futureSAX: Über 200 Firmen und Ideen haben Sie unterstützt. Gibt es einen Fall, eine Idee, an die Sie sich besonders gern erinnern?

Kathrin Schlesinger: Es gibt sicher eine Reihe von Vorzeigeunternehmen, die aus unseren Standorten heraus gewachsen sind, wie z. Bsp. die Firma apikal - ein Unternehmen, das mit innovativer

Druckluft- und Kompres­soren Technik inter­na­tional erfolg­reich ist.

Genauso begeistert uns aber auch eine Unter­neh­merin in unserem Haus. Die Firma LAOP ist eine Ausgründung aus dem Bergbau und hat schon viele junge Fachleute nach Lauta geholt. Eine mutige Inves­tition in ein Raste­r­elek­tro­nen­mi­kroskop bringt dieses Unter­nehmen in die Zukunft. 

futureSAX: Wie hat sich die Start-up-Szene im Landkreis in den vergangenen Jahren entwickelt?

Kathrin Schlesinger: Laut Statistik gibt es im Landkreis Bautzen insgesamt mehr Gewerbeabmeldungen als

Anmel­dungen. Vor allem in den ersten Jahren ist die Gefahr sehr groß, dass Unter­neh­mens­gründer den Betrieb wieder aufgeben. Ein Grund mehr für uns, Startups durch Unter­stüt­zungs­an­gebote zu begleiten, bis sie fest auf eigenen Beinen stehen. Hierbei hilft auch das sachsen­weite Netzwerk der Techno­logie- und Gründer­zentren.

futureSAX: Sie sind im futureSAX-Start-up-Partner-Netzwerk aktiv. Wie helfen solche Netzwerke bei der Bündelung von Unterstützungsmöglichkeiten für Gründer? 

Kathrin Schlesinger: Netzwerke, wie das futureSAX-Start-up-Partner-Netzwerk, bieten Gründern eine Plattform. Die ist vor allem in der Anfangsphase enorm wichtig, um selbst für andere sichtbar zu werden und sich mit Gleichgesinnten, Unterstützern und Multiplikatoren auszutauschen.

So haben wir bereits den einen oder anderen innova­tiven Gründer kennen­ge­lernt und in verschieden Veran­stal­tungs­for­maten den KMU in unserer Region vorge­stellt. Dadurch wachsen neue Koope­ra­tionen für den Gründer aber auch für die etablierten KMU. Eine Win-Win-Situation für alle Seiten.

futureSAX: Gibt es einen Tipp, den Sie allen Start-ups mit auf den Weg geben würden?

Kathrin Schlesinger: Im Netzwerk funktioniert‘s besser! Man lernt von anderen und es bieten sich viel mehr Chancen. Deswegen, liebe Start-ups, nutzt die bestehenden Gründerangebote.

futureSAX: Auch im Wissens- und Technologietransfer ist die LAUTECH aktiv. Insbesondere das Projekt TRANSFER21 ist in diesem Zusammenhang erwähnenswert. Können Sie uns kurz verraten, was sich dahinter verbirgt?

Kathrin Schlesinger: Mit den TRANSFER21 Angeboten möchten wir die KMU im Raum Hoyerswerda für den Wissens- und Technologietransfer begeistern. Für die Umsetzung dieses Vorhabens haben wir einen Transferassistenten eingestellt. Damit sind wir das erste sächsische Technologiezentrum, das von der entsprechenden sächsischen Technologieförderung profitieren konnte. Unser Transferassistent Herr Kühne hat dazu auf die Unternehmen zugeschnittene Veranstaltungsformate erarbeitet, wie z.B. den TRANSFER21 Showroom. Dabei werden den KMU neueste digitale Technologien und deren Einsatzmöglichkeiten im Unternehmensalltag in einer Ausstellung vorgestellt. In kurzen Vorträgen präsentieren sämtliche Aussteller ihre Technologien und deren Anwendungsmöglichkeiten. Begleitet wird das ganze durch Fachleute der Hochschulen und Forschungseinrichtungen sowie anwenden Unternehmen. Kurzum: Beim TRANSFER21 Showroom versammeln wir für die Unternehmer alle wichtigen Ansprechpartner und Technologien rund um die Digitalisierung konzentriert auf einen Tag und einen Ort. Nach der erfolgreichen Premiere im April sind für 2018 bereits die dritte und vierte Veranstaltung in Planung. 

Mehr Informationen zur LAUTECH GmbH finden Sie hier: www.lautech.de