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„Der Begriff Unter­nehmen bedeutet für uns die Möglichkeit zu haben etwas zu verändern.“ – die Dresdner Schüler­firma „Tutorus“ im Interview mit futureSAX

„Früh übt sich.“ Ein Satz, den wir alle wohl schon mehr oder minder oft gehört haben. Die drei Dresdner Schüler Konstantin, Albrecht und Robert setzen diese Worte gerade sehr erfolg­reich um. Sie haben im Rahmen des Business Plan Wettbe­werbs von STARTUP TEENS eine Firma gegründet, die Nachhilfe einfacher und bezahlbar machen will und damit den ersten Preis im Bundes­finale 2018, in der Kategorie Games/ Apps, gewonnen. futureSAX hat die drei gefragt, woher die Idee kommt und wie es weitergeht.

futureSAX: Stellt euch und eure Idee bitte kurz vor.

Wir sind Albrecht Nacke, Konstantin Kraut­häuser und Robert Schröder. Gemeinsam besuchen wir die 11. Klasse des Evange­li­schen Kreuz­gym­na­siums Dresden und sind 16 Jahre alt. Wir sind die Gründer von Tutorus, einer innova­tiven Plattform zur Vermittlung von Nachhil­fe­lehrern, welche selbst Schüler sind. Diese Schüler (Tutoren) werden auf ihr Fachwissen über das Einreichen von Zeugnissen überprüft und die pädago­gi­schen Fähig­keiten über eine ausgiebige Bewertung des ersten Nachhil­fe­schülers bestätigt. Dadurch können wir kosten­güns­tiges und effizi­entes Lernen für jedermann ermög­lichen. Zusätzlich bessern die Tutoren ihr Taschengeld auf. Der Vermitt­lungs­prozess erfolgt über eine App. Inter­essant ist, dass Tutorus ein Partner der Eltern sein wird und diese eng in den Nachhil­fe­un­ter­richt ihres Kindes in Form von Proto­kollen und weiteren Funktionen einbindet.

futureSAX: Wie sah eurer Weg zu STARTUP TEENS bis hin ins Finale nach Berlin aus?

In einem Wander­führer würde stehen: „kurzer Weg mit stark schwan­kendem Höhen­profil“. Das bedeutet wir haben in sehr kurzer Zeit, ab den Oster­ferien, parallel zu der beson­deren Leistungs­fe­stellung und Erarbeitung der Komplexen Leistung sowie anderen Hobbies sehr intensiv gearbeitet. Dabei gab es Momente der Freude wie die Quali­fi­zierung für das Voting und Finale. Wiederum auch frustrie­rende Stunden in denen man feststellte, dass beispiels­weise das Konzept an einer Stelle nicht passt und man es neu überdenken muss. Trotzdem haben wir nie aufge­geben - das sollte man nie! Kennen­ge­lernt haben wir uns alle, da wir den selben Jahrgang an unserer Schule besuchen und ähnliche Inter­essen haben.

futureSAX: Habt ihr das Unternehmertum/ den Wunsch selbst zu gründen bereits in die Wiege gelegt bekommen oder seid ihr erst durch STARTUP TEENS darauf aufmerksam geworden?

(Lachen) Wir haben ein Problem in die Wiege gelegt bekommen. Nämlich das die meisten Nachhil­fe­lehrer die Geschwister unserer Lehrer sein könnten und pardon, aber auch so ist der Unter­richt. Das macht einfach keinen Spaß! Ein Beispiel: Warum geht ein Schüler zur Nachhilfe? Weil er das Thema von seinem Lehrer abstrakt erklärt bekommen hat. Unserer Meinung nach muss der Nachhil­fe­lehrer das Thema in der Sprache der Schüler erklären. Ebenfalls muss der Nachhil­fe­un­ter­richt für jeden bezahlbar sein.

Und wir wollten für dieses Problem, welches uns, uns Schülern regel­mäßig begegnet eine Lösung entwi­ckeln. Das diese am Ende der Anfang einer Unter­neh­mens­ge­schichte sein sollte hätten wir glaube ich alle nicht gedacht. „Unter­nehmen“ das ist ein Begriff der einem Jugend­lichem nicht viel sagt, speziell weil unsere Eltern nicht selbst­ständig sind. Aber mittler­weile sagt uns dieser Begriff nicht nur etwas, sondern bedeutet auch etwas. Er bedeutet für uns die Möglichkeit zu haben etwas zu verändern.

futureSAX: Wo seht ihr die speziellen Herausforderungen/ Stärken gründungswilliger Schüler aus Sachsen?

Gründen ist immer eine Heraus­for­derung, gerade als Schüler. Daher glauben wir, dass man Gründern viele Hürden nehmen muss und Gründen verein­fachen sollte. Wir würden uns stärkere und größere Beratungs­mög­lich­keiten für poten­zielle junge Gründer wünschen. Ebenfalls sollte das Thema „Gründen” stärker in der Schule als möglicher Werdegang nach der Schullaufbahn thema­ti­siert werden.

Im Moment gibt es Orte an denen sich viele Startups sammeln dies sind meist Metro­polen insofern ist das Knüpfen von Kontakten und die Infra­struktur an solchen Orten oft besser. Aber man muss sich unserer Meinung nach auch immer bewusst sein, dass das keine Ausrede sein darf. Wir selbst haben die Erfahrung gemacht, dass wir mit unserem Mentor über Skype genauso intensive Gespräche, wie im Café führen konnten. Sprich ja, man kann sich nie genug Möglich­keiten und Unter­stützung wünschen, aber am Ende gibt es ausrei­chende Möglich­keiten sein Idee zu reali­sieren, wenn man es möchte!

futureSAX: Am 24. Oktober wird mit der Auftaktveranstaltung in Dresden, das Format STARTUP TEENS auch hier in Sachsen starten. Seid ihr dabei? Werden die sächsischen Schüler euren Erfolg 2019 wiederholen können?

Selbst­ver­ständlich! Dabei sein ist nämlich alles. Das haben wir auch bei der Teilnahme an der Business­plan­chal­lenge gelernt. Das Mentoring und die Erklär­videos bzw. die Unter­stützung von Startup Teens ist sehr viel wert. Und das können wir allen Teilnehmern der zukünf­tigen Challenges nur auf den Weg geben - der Weg ist das Ziel.

Ob sächsische Schüler erneut gewinnen werden können wir leider nicht versprechen, aber wir können versprechen das wir fest die Daumen drücken.

futureSAX: Das Meeting eures Lebens – wer sitzt mit am Tisch und warum?

Eine Frage bei der uns die Antwort sehr leicht fällt. Natürlich mit einem Kunden unserer zukünf­tigen Plattform, welcher durch die Nutzung einen erheb­lichen Mehrwert für sich generieren konnte und uns konstruk­tives Feedback gibt. Der Kunde und Nutzer steht und stand seit dem ersten Tag immer in unserem Fokus. Wir bauen diese Plattform nicht nur für uns, sondern für alle Schüle­rinnen und Schüler um ihr Leben mit besserer Nachhilfe zu verein­fachen. Und dies ist auch unser Maßstab, die App und ganze digitale Infra­struktur darf kein Hindernis sein, sondern eine Hilfe. Darauf achten wir extrem bei der Entwicklung unserer Userin­ter­faces (Benut­ze­ro­ber­fläche).

futureSAX: Wie geht es weiter mit Tutorus?

Wichtig ist uns festzu­halten und allen die uns auf unserem Weg unter­stützt haben, zu versi­chern, dass es mit Tutorus weitergeht! Unser Ziel ist es im Schuljahr 2018/2019 die Plattform fertig zu coden. Parallel zu diesem Prozess werden Marke­tingstra­tegien und eine Coporate Identiy sowie Guide­lines und Infor­ma­ti­ons­ma­te­rialien für alle Nutzer erstellt. Wir versuchen unseren Zeitplan, welcher in Form eines Gantt-Diagramms von der Jury in die Bewertung bei Startup Teens einfloss, einzu­halten. Hierbei haben wir auch an uns selbst wie bei der ganzen Plattform hohe Maßstäbe, beispiels­weise im Bereich Disziplin, gesetzt. Im Schuljahr 2019/2020 werden wir eine Betaphase durch­führen und eventuelle Schwach­stellen anschließend ausbessern und anschließend launchen.

Bis dahin heißt es aber: Machen! Machen! Machen!

Mehr zu Tutorus erfahren Sie hier.