Simone Sabbione | Meliodays Medical

Gründen aus Überzeugung: Simone Sabbione und Meliodays Medical

Simone Sabbione will mit Meliodays Medical aus Leipzig eine bessere Behandlung gegen starke Menstruationsschmerzen entwickeln. Eine eigene Gründung hatte die Betriebswirtin zunächst nicht geplant. Doch aus einer Frage aus ihrem Arbeitsalltag entstand eine Idee, von der sie andere überzeugen möchte.

Veröffentlicht am: 21.10.2026

Denn nach ihren Auftritten kommen Frauen zu ihr und berichten von Menstruationsschmerzen, wegen derer sie tagelang das Haus nicht verlassen können. Manche erzählen, dass sie sogar eine Entfernung der Gebärmutter erwägen. Solche Begegnungen sind für Simone ein Grund, ihr Vorhaben immer wieder öffentlich vorzustellen. Sie möchte, dass mehr Menschen davon erfahren und sich daran beteiligen können. „Ich finde, andere sollten davon wissen. Ich finde, andere sollten die Möglichkeit bekommen zu investieren, und das treibt mich an.“
 

Warum gibt es keine bessere Behandlung?

Simone hat BWL mit Schwerpunkt Marketing studiert, im Vertrieb gearbeitet und wechselte 2017 zu Sono Motors. Dort baute sie den Personalbereich mit auf und begleitete das Wachstum auf über 400 Mitarbeitende sowie den Weg zum Börsengang.

In ihrer Arbeit bekam Simone mit, wie stark Menstruationsschmerzen Beschäftigte beeinträchtigen können. Im Unternehmen wurde darüber gesprochen, den Anspruch auf Krankheitstage dafür ausdrücklich im Arbeitsvertrag festzuhalten. Simone wollte auch die medizinischen Möglichkeiten verstehen. Ihr Bruder, ein praktizierender Gynäkologe, war ihr erster Ansprechpartner.

Aus den Gesprächen entstand die Idee, einen entzündungshemmenden Wirkstoff direkt in der Gebärmutter abzugeben. Ihr Bruder hielt den Ansatz für plausibel. Ihr Mann, der bereits zweimal gegründet hatte, bestärkte sie darin, daraus ein Unternehmen zu machen. Die drei gründeten Meliodays Medical. Das Leipziger Unternehmen arbeitet heute an MelioOne®, einem nicht hormonellen Therapieansatz gegen starke Menstruationsschmerzen.

„Ich war noch Vollzeit beschäftigt, war super happy mit meinem Job damals und trotzdem waren wir dann plötzlich beim Notar“, erzählt Simone.

An der Zusammenarbeit mit ihrem Bruder und ihrem Mann schätzt Simone, dass sie sich gut kennen und wissen, wie sie unterschiedliche Auffassungen besprechen können. Mit ihrem Bruder teilt sie durch das gemeinsame Aufwachsen viele Werte, auch wenn ihre beruflichen Wege verschieden sind. Über Strategien werde durchaus diskutiert. Aufreibende persönliche Konflikte hätten sie bisher jedoch nicht erlebt.

"Es ist das beste Team, das ich mir vorstellen kann.“

Simone Sabbione

Wissen, wohin man gemeinsam will

Inzwischen besteht das Team aus sechs Personen. Beim Aufbau hilft Simone ihre Erfahrung aus der Personalarbeit. Besonders wichtig ist ihr, früh darüber zu sprechen, wohin das Unternehmen will und was sich die Menschen wünschen, die dort arbeiten.

Sie erklärt das an einem Beispiel: Eine Person möchte vor allem eine gute Technologie entwickeln, eine andere ein großes Unternehmen aufbauen. Solche Vorstellungen können zunächst zusammenpassen. Liegt später ein Kaufangebot vor, müssen sich beide jedoch darüber verständigen, ob sie verkaufen oder weiter gemeinsam wachsen wollen. Wer solche Ziele früh bespricht, erspart sich aus Simones Sicht spätere Grundsatzdiskussionen.

Ihr Rat an Teams, die noch am Anfang stehen: sich Zeit nehmen und die eigenen Vorstellungen aufschreiben. Wo soll das Unternehmen hin? Was möchte man selbst erreichen? Für die Suche nach Mitgründenden oder Mitarbeitenden empfiehlt sie, eine ideale Wunschperson zu beschreiben. Dabei dürfen zunächst auch Anforderungen zusammenkommen, die kaum jemand vollständig erfüllen dürfte. Das hilft, genauer zu verstehen, wen man sucht, und anderen davon zu erzählen.

Im Austausch kann sich das Bild verändern. Vielleicht bringt eine Person nur einen Teil der gesuchten Fähigkeiten mit, dafür aber etwas anderes, das dem Unternehmen weiterhilft. Vielleicht ergänzen sich zwei Menschen, sodass die Aufgaben anders verteilt werden können. „Erst wenn man rausgeht und sagt, was man braucht, entstehen Teams“, sagt Simone.

Genauso offen sollte das Unternehmen vermitteln, was es selbst bieten kann. Wie sieht die Zusammenarbeit aus? Was ist bereits möglich, was noch nicht? Und passt das zu dem, was die andere Person in den nächsten Jahren machen möchte? Nicht alle müssten dieselben langfristigen Pläne haben, sagt Simone. Für die gemeinsame Zeit sollten die Vorstellungen aber zusammenpassen.

 

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Mit Erfahrung die eigene Gründung angehen

Anfang 2024 entschied sich Simone, nach ihrer Elternzeit vollständig bei Meliodays Medical einzusteigen. Mit ihrem Mann vereinbarte sie einen finanziellen Rahmen: Ein Jahr konnten sie mit seinem Einkommen überbrücken, während sie ohne eigenes Gehalt am Unternehmen arbeitete. In dieser Zeit wollte sie Kapitalgebende gewinnen und herausfinden, wie ihr Vorhaben im Markt und in der Branche aufgenommen wurde.

Die Suche nach Kapital kannte sie aus ihrer früheren Arbeit. Bei Sono Motors hatte sie Finanzierungen von den ersten Angel-Investments bis zum Börsengang begleitet. Sie wusste, dass Zusagen Zeit brauchen und eine erste Investition noch nicht den gesamten Bedarf deckt. Diese Erfahrung half ihr, auch die offenen Fragen der eigenen Gründung einzuordnen.

Nicht jeder nächste Schritt war dabei von Anfang an klar. Welche Veranstaltungen lohnten einen Besuch? Wen sollte sie ansprechen? Simone stellte ihr Unternehmen vor, führte Gespräche und bereitete sich auf Pitches vor. Positive Rückmeldungen und erste Erfolge gaben ihr Zutrauen. Im Sommer kamen kleinere Finanzierungszusagen, im Herbst folgte die Zusage eines größeren Investors.

Die Erfahrung anderer nutzen

Wie sie ihr Vorhaben vermittelt, hat Simone intensiv geübt. In Pitchtrainings konnte sie ausprobieren, ob andere verstanden, was Meliodays Medical entwickelt und weshalb es gebraucht wird. Dafür schätzt sie den Austausch in einem geschützten Rahmen.

„Ich habe wirklich geübt, geübt, geübt.“

Simone Sabbione

Netzwerke wie futureSAX geben außerdem Hinweise auf passende Veranstaltungen, Wettbewerbe und Kontakte. Manchmal brauchte es auch eine Erinnerung, sich tatsächlich zu bewerben. „Und wenn da nicht jemand um die Ecke kommt und sagt: ‚Jetzt mach‘, dann geht es manchmal unter“, sagt Simone.

Meliodays Medical gewann 2026 den Sächsischen Gründerpreis in der Kategorie „Start-up des Jahres“. Auch beim Female Founders Contest war Simone erfolgreich. Daraus ergaben sich weitere Pitchmöglichkeiten, über die sie neue Kapitalgebende gewann.

Auch die regionalen Finanzierungsmöglichkeiten in Sachsen halfen beim Unternehmensaufbau. Simone nennt den Business-Angel-Bonus der SAB und eine Beteiligung der MBG Sachsen. Sie verschafften Meliodays Medical zusätzlichen finanziellen Spielraum. Rückblickend sei dieser wichtig gewesen, sagt Simone, weil vieles länger dauere als geplant.

Wer weniger Erfahrung mitbringt als sie selbst, kann sich aus Simones Sicht vieles über den Austausch mit anderen erschließen. Als Beispiel nennt sie den Personalaufbau: In einem Mentoring-Netzwerk finden Gründende Menschen, die solche Aufgaben bereits kennen und ihre Erfahrungen weitergeben – auch sie selbst.

Wer ist Simone Sabbione?

Warum hat Simone Sabbione Meliodays Medical gegründet?

Woran arbeitet Meliodays Medical?

Was ist beim Aufbau eines Gründerteams wichtig?

Wie können Netzwerke Gründende unterstützen?

Welche Unterstützung in Sachsen hatte Meliodays Medical?