futureSAX-Interview mit Dr. Jens Lehmann, AGIL GmbH

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"Die Vernetzung aus Wirtschaft und Wissenschaft kann zur Stärkung beitragen."

futureSAX-Interview mit Dr. Jens Lehmann, AGIL GmbH Leipzig

 

Welche Vorteile bringen Netzwerke mit sich? Die Antwort darauf weiß Dr. Jens Lehmann, Innovations- und Technologieberater bei der AGIL GmbH Leipzig. Im futureSAX-Interview geht er darauf ein, welche Hauptziele die ZIM-Förderung hat, in welchen wesentlichen Technologie- und Kompetenzfeldern TRIQUA aktiv ist und welche Rolle die AGIL GmbH Leipzig dabei spielt.

futureSAX: Durch die ZIM-Innovationsnetzwerke des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz werden Netzwerkmanagementleistungen von Unternehmen innerhalb dieser Netzwerke gefördert. Welche Hauptziele hat die ZIM-Förderung und wer ist die Zielgruppe?

Dr. Jens LehmannDas Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM) ist ein bundesweites, technologie- und branchenoffenes Förderprogramm. Es dient zur nachhaltigen Stärkung der Innovationskraft und damit der Wettbewerbsfähigkeit kleiner und mittelständischer Unternehmen (KMU). Diese und mit ihnen zusammenarbeitende Forschungseinrichtungen erhalten Zuschüsse für anspruchsvolle Forschungs- und Entwicklungsprojekte, die zu neuen Produkten, technischen Dienstleistungen oder besseren Produktionsverfahren führen. Dabei sind der technologische Innovationsgehalt sowie gute Marktchancen der angestrebten FuE-Projekte wichtige Voraussetzungen für eine Förderung. Die Vorhaben können als Einzelprojekte oder als Kooperationsprojekte mit Forschungseinrichtungen oder anderen Unternehmen realisiert werden. Darüber hinaus werden auch das Management und die Organisation von innovativen Unternehmensnetzwerken gefördert.

futureSAX: TRIQUA – „Technologien zur nachhaltigen Nutzung und Aufbereitung von Wasser“ ist eines der geförderten ZIM-Innovationsnetzwerke. In welchen wesentlichen Technologie- und Kompetenzfeldern ist TRIQUA aktiv und welche konkreten Ziele werden verfolgt?

Dr. Jens LehmannIm Netzwerk TRIQUA dreht sich alles um die wertvolle Ressource Wasser und dementsprechend um die hohen qualitativen Anforderungen im Bereich Trinkwasser, aber auch an Oberflächengewässer und Grundwässer. Das übergeordnete Ziel ist die Entwicklung neuer Produkte und Verfahren zur Desinfektion und Reinigung von Wasserströmen sowie zum kontinuierlichen Monitoring der Wasserqualität. Durch die Entwicklung integrierter und nachhaltiger Lösungen für die Wasserwirtschaft sollen dabei neue Maßstäbe im Umgang mit der lebensnotwendigen Ressource gesetzt werden. Um dies zu erreichen, kooperieren in dem vom BMWK geförderten ZIM-Innovationsnetzwerk seit September 2021 verschiedene Akteure aus Wirtschaft und Wissenschaft.         

Konkret sollen Systeme zur Sicherung einer qualitativ hochwertigen Trinkwasserversorgung, Technologien für eine effiziente Abwasser- und Wasserbehandlung, Verfahren zur schnellen und effektiven mikrobiologischen Analytik sowie zur Einsparung von Ressourcen und Energie entwickelt werden. Die Kompetenzen der Netzwerkpartner und Schwerpunkte der Arbeiten finden sich daher unter anderem im Bereich Desinfektions- und Reinigungsverfahren sowie in der Realisierung ressourcenschonender und energieeffizienter Technologien. Weiterhin steht die Sensor- und Messgeräteentwicklung für die Analytik, die Überwachung der technischen Infrastruktur und die Datenreduzierung durch intelligente Verarbeitungsprozesse im Fokus.  

Auch die Vernetzung mit Kompetenzträgern aus Wirtschaft und Wissenschaft kann zur Stärkung der Wettbewerbs- und Zukunftsfähigkeit der im Netzwerk aktiv mitarbeitenden Unternehmen beitragen. Die Akteure haben so die Chance, sich gegenseitig zu ergänzen und wertvolle Synergien zu erschließen.

Dr. Jens Lehmann, Innovations- und Technologieberater, AGIL GmbH Leipzig

futureSAX: Welche Netzwerkmanagement-Leistungen werden im Rahmen von TRIQUA gefördert?

Dr. Jens LehmannDie AGIL GmbH Leipzig berät und begleitet die Netzwerkpartner technologie- und branchenoffen von der Ideenentwicklung bis zur Projektumsetzung. Als eine der erfolgreichsten Beratungsagenturen in Mitteldeutschland können wir dabei auf über 30 Jahre Erfahrung und ein umfangreiches Dienstleistungsangebot in der Unterstützung kleiner und mittelständischer Unternehmen zurückgreifen. Die geförderten Netzwerkmanagement-Leistungen umfassen u.a. die Beratung und Unterstützung bei der Fördermittelakquise und Antragstellung, Recherchearbeiten z.B. zu Marktpotenzial und Wettbewerb, Machbarkeitsprüfungen und SWOT-Analysen sowie die Begleitung der FuE-Projekte während der Realisierung. Darüber hinaus gehören Moderation und Coaching der Innovationsprozesse im Rahmen von Projekt- und Netzwerktreffen und nicht zuletzt die Öffentlichkeitsarbeit für das Netzwerk in Form von Veröffentlichungen in verschiedenen Medien oder z.B. durch Messeteilnahmen zu unseren Aufgaben als Managementeinrichtung.

futureSAX: Welche Voraussetzungen müssen Akteure aus Wissenschaft und Wirtschaft für die Mitwirkung im Netzwerk erfüllen? Welche Vorteile bietet das Netzwerk ihren Netzwerkpartnern?

Dr. Jens LehmannGute Voraussetzungen zur Netzwerkmitarbeit sind innovative Ideen und der Wunsch nach ihrer konsequenten Umsetzung, die Aufgeschlossenheit für Kooperationen und eine aktive Mitwirkung in FuE-Projekten. Natürlich sollten die vorhandenen Kompetenzen in die inhaltliche Netzwerkausrichtung passen. Bei interessierten Unternehmen müssen zudem notwendige Personalkapazitäten und Eigenmittel vorhanden sein, sie sollten die KMU-Kriterien (ZIM-Förderfähigkeit) erfüllen sowie ihre De-minimis-Beihilfen noch nicht vollständig ausgeschöpft haben.

Neben der Inanspruchnahme der genannten Netzwerkmanagement-Leistungen ermöglicht die Betreuung im Netzwerk den Netzwerkpartnern beispielsweise, ihre bisher aus Kapazitätsgründen nicht realisierbaren Ideen zu verwirklichen oder Projekte mit durch uns akquirierten passenden Projektpartnern in die Tat umzusetzen. Auch die Vernetzung mit Kompetenzträgern aus Wirtschaft und Wissenschaft kann zur Stärkung der Wettbewerbs- und Zukunftsfähigkeit der im Netzwerk aktiv mitarbeitenden Unternehmen beitragen. Die Akteure haben so die Chance, sich gegenseitig zu ergänzen und wertvolle Synergien zu erschließen. Lösungsansätze für innovative Anwendungen können gemeinsam erarbeitet, daraus resultierend Produkt- und Verfahrensinnovationen entwickelt und diese letztlich zügig zur Marktreife gebracht werden.

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futureSAX: Zum Abschluss: Welche Rolle spielen Netzwerke wie TRIQUA für die Mitgestaltung und Weiterentwicklung des Innovationsökosystems in Sachsen sowie angrenzenden Bundesländern?

Dr. Jens Lehmann: Netzwerke wie TRIQUA stärken die Kooperations- und persönlichen Beziehungen von KMU untereinander und mit Forschungseinrichtungen und ermöglichen damit den derzeit noch weniger aktiven, aber durchaus innovativen Unternehmen einen erfolgreichen Einstieg in Forschungs- und Entwicklungsprojekte. Zudem wird die Innovationsfähigkeit der verschiedenen Akteure durch die Vernetzung und den Wissensaustausch stark erhöht, da die Vorhaben aus unterschiedlichen Blickwinkeln betrachtet werden. Damit erhält die Innovationslandschaft in Sachsen und Mitteldeutschland neue und richtungsweisende Impulse. Durch die Öffentlichkeitsarbeit der Netzwerke finden sich weitere Akteure zur Mitarbeit im Netzwerk oder in einzelnen Projekten, was kontinuierlich zur Weiterentwicklung und Restrukturierung des Innovationsökosystems beiträgt. Es ist für alle Beteiligten eine Win-Win-Situation und fördert den zielgerichteten Fluss von Informationen, Ideen, Daten und Wissen.

futureSAX: Vielen Dank für das Interview.

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Michael Kelber

Projektmanager Forschung & Transfer

Wissens- & Technologietransfer

Nach seinem Studium der Architektur war Michael Kelber mehrere Jahre als Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Transferbereich zwischen Wissenschaft und Innovation an der Wissensarchitektur – Laboratory of Knowledge Architecture der Technischen Universität Dresden tätig. Schwerpunkt seiner Forschung und Lehre lag auf den Gebieten des Wissensmanagements und Entrepreneurships sowie der Methodenvermittlung zur Entwicklung von Geschäftsideen und der Ausschöpfung von Innovationspotentialen. Parallel dazu begleitete Herr Kelber ein vom Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) finanziertes Forschungsprojekt zum Aufbau und zur Vertiefung von Innovationskapazitäten im sächsisch-polnischen Grenzraum. Durch die Teilnahme an internationalen Forschungskonferenzen und dem Akademischen Austausch mit der Waseda Universität in Tokyo sind Herrn Kelber kulturübergreifende Herangehensweisen und Verfahren zur Entwicklung von Forschungsprojekten und Geschäftsideen vertraut. In seiner Freizeit unterstützte er zuletzt in einer aktiven Rolle die Vorbereitungsphase einer Ausgründung und engagiert sich als Ordentliches Mitglied beim Filmverband Sachsen. 

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