futureSAX-Interview Karl Lötsch Innovationscluster HZwo

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„Brenn­stoff­zellen werden vor allem im Themenfeld neue Antriebe in Zukunft eine entschei­dende Rolle spielen…“

futureSAX-Interview mit Karl Lötsch Innovationscluster HZwo

Sachsen ist ein Autoland und das soll es bleiben. Dafür braucht es aber alltagstauglicher Fahrzeuge in Zeiten der E-Mobiliät. Deshalb wurde 2018 HZwo – Sächsischer Innovationscluster für Brennstoffzellen und Wasserstoff gegründet. Ziel des Clusters ist es Forscher, Zulieferer und Hersteller zusammenzubringen und damit ein Netzwerk zu schaffen, dass es den KMU in Sachsen ermöglicht bei der internationalen Technologieentwicklung mitzuhalten. Wir haben mit dem Geschäftsführer Karl Lötsch über seine Arbeit und die nächsten Meilensteine gesprochen.

Sächsische Transfer Roadshow #11

Leibniz-Institut IOM, Leipzig

08.09.2022

Von der Grundlagenforschung zur Hightech-Ausgründung – Mit smarten Funktionsschichten zur effizienten und nachhaltigen Filtertechnik

futureSAX: Herr Lötsch, der Innovationscluster HZwo ist im April 2018 gestartet. Was ist ihre Vision für eine Sächsische Brennstoffzellen- und Wasserstoffindustrie und welche Chancen und Herausforderungen ergeben sich daraus für den sächsischen Mittelstand?

„Brennstoffzellen werden vor allem im Themenfeld neue Antriebe in Zukunft eine entscheidende Rolle spielen“

...und bieten ein erhebliches Wertschöpfungspotential für das Autoland Sachsen. Für die vom Automobilen Strukturwandel betroffenen Zulieferer aber auch für Quereinsteiger sehe ich die Möglichkeit dadurch Arbeitsplätze langfristig zu sichern und aufzubauen.

„Und für emissionsfreie Brennstoffzellenantriebe braucht man vor allem eines: grünen Wasserstoff.”

Wasserstoff ist das entscheidende Bindeglied der Sektorenkopplung von erneuerbaren Energien, einer leistungsfähigen Energieinfrastruktur, als saisonaler Energiespeicher sowie den Anwendungsgebieten Mobilität, Wärme, dezentrale Stromversorgung und Industrie. Um als mittelständiges Unternehmen bei den Technologieentwicklungen in Europa, Nordamerika und Asien Schritt zu halten braucht es ein kompetentes Netzwerk mit erfahrenen Forschungseinrichtungen und Unternehmen, sowie internationale Kooperationen.

futureSAX: HZwo initiiert themenübergreifende und interdisziplinäre F&E-Kooperationsprojekte der Partnerunternehmen. Wie können sich sächsische KMU daran beteiligen und welcher Mehrwert bietet sich aus der Kooperation?

Beteiligen können sich sächsische Unternehmen durch direkte Kontaktaufnahme oder durch Teilnahme an unseren Veranstaltungen. Anhand bestehender Produkte, Verfahren oder Technologien leiten wir gemeinsam mögliche neue Betätigungsfelder sowie potentielle Märkte, Kunden und Zulieferer ab. Oft besteht Bedarf an einer Förderung oder Finanzierung eines Einzel- oder Kooperationsprojekts. Dafür gibt es unterschiedliche, teils themenspezifische Richtlinien und Calls für Landes-, Bundes- oder EU-Mittel, bei deren Antragstellung wir auf vielfältige Weise unterstützen können.

futureSAX: HZwo ist das Ergebnis eines erfolgreichen Technologietransfers. Für ihre Leistung wurden Sie mit dem 3. Platz beim Sächsischen Transferpreis 2019 ausgezeichnet. Welche Motivation treibt Sie und das Team hinter HZwo an? Welche Meilensteine möchten Sie in den nächsten vier Jahren erreichen?

Kurz nach Beginn unseres Startprojekts InnoTeam HZwo:BIP hat sich 2016 schnell gezeigt, dass das Thema noch viel mehr Potential für Sachsen bietet. Das SMWA motivierte uns schließlich dazu am Wettbewerbsaufruf für sächsische Innovationscluster teilzunehmen, aus dem wir als erstes Cluster hervorgegangen sind. Dieser Schritt verlangte die Gründung eines Vereins, dessen Geschäftsführer ich nun bin. Unser nächster Meilenstein ist die FC³ - Fuel Cell Conference Chemnitz im November, eine zweitägige Fachkonferenz mit hochkarätigen Vorträgen und 200 Teilnehmern aus mehreren EU-Ländern.

„Ein übergeordnetes Ziel ist es, bis 2022 mit Sächsischen Produkten ein wirkliches Wertschöpfungsnetzwerk abzubilden,”

welches dann sicher international Beachtung finden wird und dass 2025 – 2030 alle neuen Brennstoffzellenmodelle auf der Straße, auf der Schiene oder in Stationären Anwendungen – davon möglichst viele im Freistaat selbst - mit Produkten aus Sachsen ausgerüstet sind.

futureSAX: Teilnehmenden des Sächsischen Transferpreises stellen bei der Sächsischen Transfer Roadshow ihre Institutionen, Projekte und die Motivation der Beteiligten hinter dem Transfererfolg vor. Am 23. März 2021 wird die Roadshow virtuell bei Ihnen in Chemnitz zu Gast sein. Was erwartet interessierte Unternehmen?

Vielseitige Einblicke in die Entwicklungen zum Megatrend Wasserstoff, insbesondere hinsichtlich dessen Wertschöpfungspotentiale für sächsische Unternehmen sowie in die Arbeit des sächsischen Innovationsclusters HZwo Antrieb für Sachsen.

futureSAX: Herr Lötsch, was war Ihr Beweggrund, Teil des Sächsischen Transer-Netzwerks zu werden, und wie wichtig sind branchenübergreifende Plattformen für den Wissens- und Technologietransfer?

"Das gesamte Themenfeld Brennstoffzelle, neue Antriebe und Wasserstoff birgt enorme Potentiale für die unterschiedlichsten Akteure in Sachsen.”

Es bietet auch viel Raum für technologische Quereinsteiger, die wir vielleicht noch nicht kennen, beziehungsweise welche umgekehrt das Themenfeld oder unser Netzwerk noch nicht kennen. Um diese zu erreichen braucht es branchenübergreifende Netzwerke wie futureSAX.

Mehr zum Innovationscluster HZwo finden Sie hier: http://hzwo.eu/

Ihr Ansprechpartner bei futureSAX

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Michael Kelber

Projektmanager Forschung & Transfer

Wissens- & Technologietransfer

Nach seinem Studium der Architektur war Michael Kelber mehrere Jahre als Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Transferbereich zwischen Wissenschaft und Innovation an der Wissensarchitektur – Laboratory of Knowledge Architecture der Technischen Universität Dresden tätig. Schwerpunkt seiner Forschung und Lehre lag auf den Gebieten des Wissensmanagements und Entrepreneurships sowie der Methodenvermittlung zur Entwicklung von Geschäftsideen und der Ausschöpfung von Innovationspotentialen. Parallel dazu begleitete Herr Kelber ein vom Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) finanziertes Forschungsprojekt zum Aufbau und zur Vertiefung von Innovationskapazitäten im sächsisch-polnischen Grenzraum. Durch die Teilnahme an internationalen Forschungskonferenzen und dem Akademischen Austausch mit der Waseda Universität in Tokyo sind Herrn Kelber kulturübergreifende Herangehensweisen und Verfahren zur Entwicklung von Forschungsprojekten und Geschäftsideen vertraut. In seiner Freizeit unterstützte er zuletzt in einer aktiven Rolle die Vorbereitungsphase einer Ausgründung und engagiert sich als Ordentliches Mitglied beim Filmverband Sachsen. 

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