futureSAX-Interview mit Lars Georgi VEMASinnovativ

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„Der Austausch und der Blick über den Tellerrand ist immens wichtig.“

futureSAX-Interview mit Lars Georgi, Leiter Netzwerkmanagement Innovationsverbund Maschinenbau Sachsen VEMASinnovativ

 

Speziell der Maschinen- und Anlagenbau in Sachsen ist eher kleinteilig geprägt. Eine gute Vernetzung ist deshalb elementar wichtig. Hier sieht das Netzwerk VEMASinnovativ seine Rolle. Als Leiter Netzwerkmanagement des Innovationsverbundes Maschinenbau Sachsen unterstützt Lars Georgi etablierte Unternehmen beim Wissens- und Technologietransfer, um den anstehenden Wandel der Branche aktiv mitzugestalten.

futureSAX: Herr Georgi, bitte beschreiben Sie in wenigen Worten die Kernkompetenzen und Hauptaufgaben von VEMASinnovativ.

Lars Georgi: Der Innovationsverbund Maschinenbau Sachsen VEMASinnovativ dient als technologie- und produktoffene Plattform dem branchenübergreifenden Erfahrungsaustausch und Technologietransfer, der Markterweiterung sowie der Erschließung von Synergien zur Weiterentwicklung der Produktion in der gesamten Wertschöpfungskette.

Unsere Hauptaufgaben sind die:

  • Initiierung und Begleitung von Produkt-, Prozess- und Technologieinnovationen durch Verbundprojekte, Forschungsverbünde und Technologietransfer
  • Unterstützung bei der Markterschließung und Kooperationsanbahnung in nationalen und internationalen Märkten
  • Unterstützung bei der Nachwuchsgewinnung und Sicherung der Fachkräftebasis

futureSAX: Der Innovationsverbund VEMASinnovativ umfasst derzeit rund 300 Mitglieder. Aus welchen Branchen und Bereichen kommen die Mitglieder und wie sieht die Zusammenarbeit konkret aus?

Lars Georgi: Die Mitglieder im VEMASinnovativ Netzwerk sind produzierende Unternehmen des Maschinen- und Anlagenbaus, produktionsnahe Dienstleister sowie Forschungs- und Bildungseinrichtungen aus Sachsen. Dabei decken wir die gesamte Branche des Maschinen- und Anlagenbaus ab. Unternehmen des Werkzeugmaschinenbaus sind genauso Mitglied wie Unternehmen der Automatisierungstechnik, der Handhabungstechnik oder des Werkzeugbaus. Die Spanne reicht von kleinen Einzelbetrieben bis zu großen Mittelständischen Unternehmen. Die Mitgliedschaft im Netzwerk erfolgt über die Eintragung in den jährlich erscheinenden Kompetenzatlas, welcher einen umfangreichen Überblickt zu Produkten, Technologien, Dienstleistungen und Forschungsfeldern im Maschinen- und Anlagenbau bietet.

Eine konkrete Zusammenarbeit erfolgt beispielsweise über unsere Industriearbeitskreise AUTOMATION, FABRIK und WERKZEUGBAU, die jeweils von Obmännern aus Industrie und Wissenschaft geführt werden und das konkrete Ziel verfolgen, Wissen und Erfahrungen über neue Technologien, Prozesse und Methoden auszutauschen und zum Nutzen der Industrie gemeinsame (FuE-) Projekte abzuleiten.

futureSAX: Herr Georgi, Sachsen zeichnet sich durch eine hohe Dichte an Forschungseinrichtungen und einer kleinteiligen Unternehmensstruktur aus. Welche Rolle kommt VEMASinnovativ bei der Unterstützung des Wissens- und Technologietransfers in mittelständische Unternehmen zu und welche konkreten Angebote für Unternehmen bietet der Verbund?

Lars Georgi: Gerade der Maschinen- und Anlagenbau ist in Sachsen sehr kleinteilig geprägt, was eine Vernetzung der Unternehmen zum Wissens- und Erfahrungsaustausch sowie zur Nutzung von Synergieeffekten essenziell macht.

Seit Gründung von VEMASinnovativ 2003 liegt die Projektträgerschaft beim Fraunhofer IWU. Aufgrund dieser Nähe und der Vernetzung zur angewandten Forschung zu Universitäten und Hochschulen sowie unsere Kenntnisse über die Maschinenbaubranche, sind wir in der Lage, die klein- und mittelständischen Unternehmen zielgerichtet beim Wissens- und Technologietransfer zu unterstützen. Unsere Veranstaltungsformate VEMAS-Anwenderworkshops oder unsere Kamingespräche in den Industriearbeitskreisen sind dafür zwei konkrete Beispiele.

futureSAX: Die Automobilbranche und der Maschinen- und Anlagenbau sind das Rückgrat der sächsischen Wirtschaft. Beide Branchen werden in den nächsten Jahren profunde Veränderungsprozesse durchlaufen. Wo sehen Sie den sächsischen Standort im Jahr 2030 und welche Chancen oder auch Risiken gibt es?

Lars Georgi: Nicht von der Hand zu weisen ist, dass der Wandel in der Automobilbranche zu neuen Antriebskonzepten und davon ist die reine Elektromobilität nur ein Beispiel, den Maschinen- und Anlagenbau ebenso vor neue Herausforderungen stellen wird. Mit dem Wandel der Antriebskonzepte muss auch ein Umdenken der Branche und die Fokussierung auf neue Produkte, auf neue Fertigungsanlagen und/oder auf andere Märkte stattfinden. Der bevorstehende Wandel kann aber auch als Chance gesehen werden, sich auf neues Terrain zu wagen.

Der Maschinen- und Anlagenbau wird 2030 deutlich mehr digitalisiert sein als heute. Integrierte Sensorik wird der direkten Zustandsüberwachung und der Steuerung von Maschinen und Anlagen dienen. Über digitale Abbilder, sogenannte digitale Zwillinge sind Prozesse besser beherrschbar, z.B. unter dem Gesichtspunkt der zunehmenden Frage nach Energieeffizienz und CO2 Einsparung. In vielen Bereichen wird die Produktionstechnik flexibler sein, um die Bedürfnisse der Kunden hin zu individuelleren Produkten in Stückzahl eins, bedienen zu können. Dabei spielen innovative Technologien wie die Additive Fertigung aus metallischen Werkstoffen eine große Rolle. Für alles diese Themen ist es wichtig, die hohe Innovationsfähigkeit im Sächsischen Maschinen- und Anlagenbau zu erhalten und weiter auszubauen.

"Gerade wenn es um den Wissen- und Technologietransfer geht, ist der Austausch mit diesen und der Blick über den Tellerrand immens wichtig."

Lars Georgi, Leiter Netzwerkmanagement Innovationsverbund Maschinenbau Sachsen VEMASinnovativ

futureSAX: Was war Ihr Beweggrund Teil des Sächsischen Unternehmens-Partner-Netzwerkes zu werden und wie wichtig sind branchenübergreifende Plattformen für den Wissens- und Technologietransfer?

Lars Georgi: Der Austausch über Branchengrenzen hinweg ist ein wichtiger Bestandteil unserer Arbeit. Gerade im Freistaat gibt es eine Vielzahl an Netzwerken, die thematisch an die Produktionstechnik angrenzen. Gerade wenn Wenn es um den Wissen- und Technologietransfer geht, ist der Austausch mit diesen und der „Blick über den Tellerrand“ immens wichtig."

Gerade auch, wenn es um die Anbahnung von Innovationsprojekten geht, ist es notwendig, seine Komfortzone zu verlassen und zu schauen, was angrenzende Disziplinen beitragen können.

Die Mitarbeit im Sächsischen Unternehmens-Partner-Netzwerk ist für mich aus diesem Grund nur konsequent.

futureSAX: Vielen Dank für das Interview.

Mehr zum Innovationsverbund Maschinenbau Sachsen VEMASinnovativ finden Sie hier:  www.vemas-sachsen.de

Ihr Ansprechpartner bei futureSAX

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Oliver Hanns

Projektmanager Unternehmen

Kooperation & Business Angels

Das Interesse für Innovationen und wirtschaftliche Zusammenhänge begleiten Oliver Hanns schon seit seiner Jugend. So begann er seine berufliche Laufbahn durch eine Ausbildung zum Wirtschaftsassistent für Umwelttechnologie bei einer mittelständischen sächsischen Unternehmensgruppe. Nach dem anschließenden betriebswirtschaftlichen Studium wirkte er in verschiedenen Fach- und Führungspositionen internationaler Konzerne der Umwelttechnologie und Abfallwirtschaft. Seine vielseitigen Erfahrungen von der Vermarktung diverser Dienstleistungen über die Optimierung technischer Prozesse bis hin zum Management von Organisationsstrukturen machen den ambitionierten Tennisspieler zu einem kompetenten Ansprechpartner.

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