futureSAX-Interview mit Mario Körösi
„Die ganze Zeit über wurden wir mit interessanten Kontakten zusammengebracht"
futureSAX-Interview mit Mario Körösi, Team "Corant"
Im Interview mit futureSAX spricht Mario Körösi (zweiter von rechts) über die Teilnahme und das Erreichen des zweiten Platzes beim futureSAX-Ideenwettbewerb 2014. Außerdem gibt er einen Einblick in das Team "Corant" und in die Zusammenarbeit mit futureSAX.
futureSAX: Mit einem neuen Sensorsystem für sehr hohe Temperaturen haben Sie sich beim futureSAX-Ideenwettbewerb 2014 beworben. Waren Sie überrascht über den 2. Platz oder hatten Sie eine Vorahnung?
Mario Körösi: Als während der Preisverleihung unser Einspieler und die Laudatio dann wirklich kamen, waren wir erleichtert. Wir hatten natürlich gehofft, dass wir die Jury überzeugen konnten. Nachdem wir die anderen Nominierten auf den verschiedenen Veranstaltungen und im Laufe des Tages aber besser kennengelernt haben, wurde uns doch bewusst, dass die Konkurrenz sehr stark war. Dazu kommt, dass sich das futureSAX-Team weder am Tag der Preisverleihung noch zuvor trotz neugieriger Nachfragen unsererseits überhaupt nicht hat anmerken lassen, dass wir zu den Siegern gehören.
futureSAX: Sie durften sich nicht nur über den 2. Platz freuen, sondern auch über das Preisgeld in Höhe von 10.000 Euro. Für welche Zwecke werden Sie das Geld nutzen?
Mario Körösi: Das Preisgeld wird gut angelegt. Wir planen schon seit einigen Wochen einen Teamausflug und wollen das Preisgeld verwenden, um diesen endlich zu realisieren. Trotzdem müssen wir sparsam sein, denn das Preisgeld werden wir auch gut gebrauchen können, um unser Patent von der Universität auszulösen. Das ist kostspielig und wird von unseren privaten Ersparnissen finanziert. Für unsere nächste Finanzierungsrunde stellt dies eine zwingende Voraussetzung dar.
futureSAX: Der Name des Sensorsystems lautet „Corant“. Wie sind Sie auf diesen Namen gekommen bzw. welche Bedeutung hat er?
Mario Körösi: Das Sensorsystem lässt sich in zwei Hauptkomponenten zerlegen: ein vor aggressiven Schmelzen und Atmosphären schützender Außentubus sowie das im Kern (engl. core) befindliche Sensorelement, was unsere eigentliche Erfindung darstellt und die Temperatur auslesen lässt. Daher rührt auch der Name „Corant“.
futureSAX: Ihr neues System kann Unternehmen helfen Energie einzusparen. Haben Sie schon Interessenten, die Ihr Sensorsystem einsetzen möchten?
Mario Körösi: Ursprünglich kamen mehrere mittelständische Unternehmen vor mittlerweile mehr als drei Jahren auf uns zu, um ein Messsystem zu entwickeln, welches u.a. auch einen effizienteren Einsatz der zum Heizen nötigen Energien ermöglicht. Seitdem konnten wir den Kreis der Interessenten drastisch erweitern unter denen sich mittlerweile auch DAX-Konzerne befinden. Beschränkt sind wir dabei gar nicht nur auf den Stahlbereich – die Messung von Temperaturen jenseits von 1.200 °C besitzt branchenübergreifend noch enormes Optimierungspotential.
futureSAX: Ihr Gründerteam besteht aus vier Mitgliedern. Wie würden Sie die Zusammenarbeit Ihres Teams bei der Entwicklung des Sensorsystems beschreiben?
Mario Körösi: Wir müssen täglich sehr spezielle Entwicklungsaufgaben lösen. Zugleich haben wir jedoch auch mit immer neuen Herausforderungen und Prioritäten zu tun. Dafür braucht es natürlich ein besonderes Team, was auch in der Lage ist mal für den anderen einzuspringen und auszuhelfen damit das gemeinsame Ziel erreicht wird. Zum Glück haben wir zusammen ein enormes fachliches Wissen. Jeder hat seine Spezialgebiete, ist jedoch in der Lage und auch dazu bereit sich schnell in neue Themengebiete einzuarbeiten und den Horizont zu erweitern. Das betrifft nicht nur technische Themen. Ich bin der Meinung, dass wir uns gerade hier sehr gut ergänzen. Das ist bisher sicherlich eines unserer größten Erfolgsfaktoren.
futureSAX: Wenn Sie an die Zukunft denken, wo sehen Sie Ihre Sensortechnik in 10 Jahren? Welche Ziele und Wünsche haben Sie?
Mario Körösi: Wir haben mit unserem Sensor eine grundlegende Neuerung für die Hochtemperaturmessung entwickelt. Wir sind davon überzeugt, dass unsere Lösung unübersehbare Vorteile gegenüber den bisherigen ungenauen Verfahren bietet und sind der Meinung, dass sich unsere Technologie mittel bis langfristig auch in der Industrie durchsetzen wird. Wenn unser Sensor dann auch einmal in der Forschung und Entwicklung eingesetzt würde, wäre das für uns natürlich der Ritterschlag.
futureSAX: Im Oktober 2014 startet der futureSAX-Ideenwettbewerb 2015. Haben Sie Ratschläge für zukünftige Bewerber?
Mario Körösi: Für alle noch Zögernden – der vergleichsweise geringe Aufwand der Erarbeitung des Ideenkonzeptes lohnt auf jeden Fall. Bei dem Idea Showcase zum Ende des Wettbewerbs können alle Bewerber teilnehmen und so ein Publikum für Ihre Idee erhalten. Gehört man sogar zu den Nominierten und wird zur Präsentation eingeladen, kommt es dann auf die persönliche Überzeugungskraft an. Ausschweifend erklärte technische Details stehen dann nicht im Hauptfokus, sondern eher Teamstärke und Umsetzungspotentiale des Produktes.
futureSAX: Wie sind Ihre Erfahrungen mit futureSAX im Allgemeinen. Was finden Sie gut, was würden Sie sich noch wünschen?
Mario Körösi: Wir sind begeistert vom Engagement des futureSAX-Teams und bedanken uns herzlich für die sich dadurch ergebenen Chancen, welche geholfen haben uns schon einige Türen zu öffnen. Die ganze Zeit über wurden wir mit interessanten Kontakten zusammengebracht, welche inhaltlich auch wirklich gepasst haben. Auch das Rahmenprogramm mit den angebotenen Workshops möchten wir unbedingt lobend erwähnen – das hat uns nicht nur für den Wettbewerb weitergeholfen. Danke futureSAX!