futureSAX-Interview Marion Schilling-Kirstein AGIL

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„Synergien zu nutzen gelingt am besten, wenn sich Unternehmen und Forschungseinrichtungen in einem Netzwerk verbinden.“

 

futureSAX-Transfer-Interview mit Marion Schilling-Kirstein, Geschäftsführerin AGIL GmbH Leipzig

Die Agentur für Innovationsförderung und Technologietransfer GmbH Leipzig (AGIL GmbH Leipzig) ist Mitglied im Sächsischen Transfer-Netzwerk und unterstützt seit über 30 Jahren kleine und mittelständische Unternehmen dabei, innovative Ideen bis in die Marktreife zu bringen. Beim futureSAX-Innovationsforum I/2021 ist AGIL als Austeller zu Gast, um die Rolle als Übersetzer und Vermittler zwischen Wissenschaft und Wirtschaft zu besetzen.

futureSAX: Die Agentur für Innovationsförderung und Technologietransfer GmbH Leipzig (AGIL GmbH Leipzig) wurde im Jahr 1991 gegründet und ist eine hundertprozentige Gesellschaft der IHK zu Leipzig. Frau Schilling-Kirstein, welche zentralen Inhalte und Ziele verfolgt die AGIL?

Marion Schilling-Kirstein: Seit 1991 fördert die AGIL Innovation und Technologietransfer in der Region. Seit dem Jahr 2000 sind wir autorisiertes Beratungsunternehmen und zur Durchführung des Programms BMWi-Innovationsgutscheine (go-Inno) berechtigt. Dadurch können wir kleinen und mittelständischen Unternehmen auch geförderte Beratungsleistungen zur Vorbereitung und Durchführung von Produkt- und technischen Verfahrensinnovationen anbieten. Zudem ist die AGIL Koordinator des Enterprise Europe Network (EEN) Sachsen und mit dem Patentinformationszentrum (PIZ) Leipzig qualifizierter Ansprechpartner für alle Fragen zum gewerblichen Rechtsschutz.

Unser Team ist fachlich kompetent und umfasst Spezialisten für Gewerbliche Schutzrechte, ingenieurtechnische Aufgabenstellungen, Technologietransfer, Innovations- und Netzwerkmanagement, Fördermittelbeantragung, internationale Kooperation sowie Qualitätsmanagement. Dadurch können wir unsere Kunden von der ersten Idee bis zur Markteinführung begleiten.

Wir wollen mit unserem umfangreichen Leistungsangebot dazu beitragen, dass insbesondere KMU ihre innovativen Ideen verwirklichen, moderne Technologien anwenden und mit überzeugender Qualität Produkte, Verfahren und Dienstleistungen anbieten können, die auf globalen Märkten begehrt sind.  

futureSAX: Frau Schilling-Kirstein, die AGIL ist Ansprechpartner für KMU in verschiedenen Bereichen des Technologietransfers. Wie unterstützt Ihre Einrichtung konkret den Transfer zwischen Wissenschaft und Wirtschaft?

Marion Schilling-Kirstein: Mit unseren Dienstleistungen wollen wir die Innovationsfähigkeit von Unternehmen stärken. Hierfür ist auch die Vernetzung von Wissenschaft und Wirtschaft entscheidend. Forschungseinrichtungen und Hochschulen entwickeln permanent neue Materialien und Verfahren, die für die Wirtschaft zur Herstellung innovativer Produkte, effizienterer Produktionsprozesse oder neuer Dienstleistungen genutzt werden können. Doch oftmals sind den Unternehmen die neuen Technologien nicht bekannt. Mit unserem Team aus praxiserfahrenen Ingenieuren, Naturwissenschaftlern und Betriebswirten tauschen wir uns u.a. regelmäßig mit wissenschaftlichen Einrichtungen sowie den Transferkontaktstellen aus. Im persönlichen Gespräch können unsere Innovations- und Technologieberater Forschungsthemen verständlich erfassen und Projektideen besser bewerten. Dieses Wissen nutzen wir, um passende Industriepartner zu identifizieren. Da wir seit fast 30 Jahren KMU bei ihren Forschungs- und Entwicklungsvorhaben begleiten, kennen wir ihre Bedürfnisse und das hilft uns bei der erfolgreichen Vernetzung. Wir sehen uns als Brückenbauer zwischen zwei doch sehr unterschiedlichen Welten und nehmen gern die Rolle des Vermittlers und Übersetzers ein.

Wir wollen mit unserem umfangreichen Leistungsangebot dazu beitragen, dass insbesondere KMU ihre innovativen Ideen verwirklichen, moderne Technologien anwenden und mit überzeugender Qualität Produkte, Verfahren und Dienstleistungen anbieten können, die auf globalen Märkten begehrt sind.

Marion Schilling-Kirstein, Geschäftsführerin AGIL GmbH Leipzig

futureSAX: Die AGIL ist Koordinator mehrerer ZIM-Innovationsnetzwerke. Erläutern Sie uns bitte kurz welche Netzwerke gerade laufen und welche Beteiligungsmöglichkeiten für sächsische KMU bestehen.

Marion Schilling-Kirstein: Die AGIL hat bislang 12 ZIM-Kooperationsnetzwerke als Netzwerkmanagement-Einrichtung u.a. im Bereich Medizintechnik, Intralogistik, Rehabilitation, Akustik & Sensorik, Ultraschalltechnik und hygienische Sicherheit initiiert und koordiniert. ZIM-Netzwerke werden vom Bundeministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) gefördert. Aktuell begleiten wir zwei Innovationsnetzwerke:    

seit April 2018 das internationale ZIM-Kooperationsnetzwerk ProSafeMed – Für sichere Medizinprodukte und -verfahren (www.prosafemed.com) und seit Dezember 2019 das nationale ZIM-Kooperationsnetzwerk FAST – Flexible Automatisierungs- und Fördertechnik 4.0 (www.nw-fast-automation.de).

Unsere Erfahrung zeigt, dass KMU Erfolge aus Forschung und Entwicklung erzielen, wenn sie Synergien nutzen. Und das gelingt am besten, wenn sich Unternehmen und Forschungseinrichtungen in einem Netzwerk verbinden, um gemeinsam Produkte, Verfahren und technische Dienstleistungen zu entwickeln und zu verwerten. Mit den realisierten Innovationen können alle Beteiligten ihre Wettbewerbsposition verbessern. 

Sächsische KMU, die auf der Suche nach Kooperationspartnern sind oder interessante Forschungs- und Entwicklungsideen umsetzen möchten, können sich gern an uns wenden und wir prüfen die Möglichkeiten z.B. für eine Beteiligung in den aktiven Netzwerken oder auch für die Etablierung eines neuen Innovationsnetzwerks. 

Das BMWi hat das bundesweite, technologie- und branchenoffene ZIM-Förderprogramm Anfang 2020 aktualisiert und noch attraktiver gemacht. Das AGIL-Team hilft sächsischen KMU bei der erfolgreichen Antragstellung und Realisierung ihrer spannenden Entwicklungsvorhaben.

futureSAX: Was war Ihr Beweggrund, Teil des Sächsischen Transfer-Netzwerkes zu werden, und wie wichtig sind branchenübergreifende Plattformen für den Wissens- und Technologietransfer?

Marion Schilling-Kirstein: Der Austausch mit anderen Akteuren ist für mich ein Hauptgrund, Teil des Sächsischen Transfer-Netzwerkes zu sein. Wir leben in einer Welt, in der sich in einem rasanten Tempo Technologien verändern und Produktlebenszyklen verkürzen. Durch den regelmäßigen interdisziplinären Dialog mit starken Partnern aus Wirtschaft, Forschung und Politik erhalten das Team und ich neue Impulse und Perspektiven, die in unsere tägliche Arbeit einfließen. Für uns als Dienstleister im Bereich Innovationsförderung und Technologietransfer ist es enorm wichtig, frühzeitig Trends sowie Entwicklungen aufzuspüren und diese an unsere Kunden heranzutragen. Hierfür müssen wir auch immer den berühmten Blick über den Tellerrand wagen, denn er hilft uns dabei, branchenübergreifende Innovationsprozesse mit den Unternehmen anzuschieben.

Mehr zur AGIL GmbH Leipzig finden Sie hier: https://www.agil-leipzig.de

Ihre Ansprechpartner bei futureSAX

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Ronny Kittler

Projektmanager Forschung & Transfer

Nach seinem Studium der Internationale Politik, Recht und Volkswirtschaft an der Universität Leipzig setzte Ronny Kittler die Schwerpunkte seiner bisherigen Tätigkeiten speziell beim Wissens- und Technologietransfer. Zunächst auf die internationale Dimension orientiert, war er bei den Vereinten Nationen in Neu Dehli, dem Europäischen Parlament in Brüssel und der Europäischen Kommission in New York tätig. Im Anschluss widmete er sich der Verwertung von Forschungsergebnissen in Beratungsprojekten bei einem Karlsruher Beratungsunternehmen für die Entwicklung neuer Geschäftsideen speziell aus der Forschung, sowie sieben Jahre lang als wissenschaftlicher Mitarbeiter in der internationalen Projektarbeit am DBFZ Deutsches Biomasseforschungszentrum in Leipzig.

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Dr. Katarzyna Wiesenhütter

Projektmanagerin Forschung & Transfer

Nach ihrer Promotion an der Fakultät Maschinenwesen der Technischen Universität Dresden hat Dr. Katarzyna Wiesenhütter aktiv als ForscherinManagerin und Koordinatorin von verschiedenen Material-, Physik- und Life Sciences FuE- sowie Technologietransfer-orientierte Projekten mitgewirkt, die weltweit realisiert wurden. Um einen besseren Einblick in die Veröffentlichungsprozesse von wissenschaftlichen Ergebnissen zu erhalten, übernahm sie die Stelle als Managing Editor für das Journal of Alloys and Compounds (JALCOM), das zu Elsevier, einem niederländischen Verlag für wissenschaftliche Zeitschriften und Fachbücher, gehört. Um ihre Leidenschaft für Innovation weiter zu entwickeln hat sie sich in den letzten Jahren intensiv mit den Themen Science2Business - Entwicklung und Umsetzung einer erfolgreichen Technologietransferstrategie sowie der Gründung und Führung eines modernen Unternehmens, befasst. Sie ist ausgebildete Qualitätsbeauftragte (TÜV)Professional Scrum Master (PSM I) und Changemanagerin. Privat engagiert sie sich in der Entwicklung der deutsch-polnischen Zusammenarbeit im Wirtschaftssektor. 

 

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