futureSAX-Alumi-Interview mit Martin Süßkraut

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„Eine Innovation ohne Kunden kann keine Märkte erobern.“

futureSAX-Alumni-Interview mit Martin Süßkraut, Prokurist SIListra Systems GmbH

Die SIListra Systems GmbH ist ein IT-Unternehmen mit Sitz in Dresden und arbeitet auf dem Gebiet der funktionalen Sicherheit. Es wurde im Juni 2012 gegründet und ist aus einer im Jahre 2004 gegründeten Arbeitsgruppe der TU Dresden hervorgegangen, die sich mit der Zuverlässigkeit von Systemen beschäftigt. SIListra Systems ist spezialisiert auf Lösungen zur Erfüllung und Einhaltung der Anforderungen der funktionalen Sicherheit (Betriebssicherheit). Das Unternehmen entwickelt und vermarktet Software-Pro­dukte und Dienstleistungen für die Entwicklung und Erstellung sicherheitskritischer Systeme und Anwendungen. Die Software-Produkte sind benutzerfreundliche Entwicklungswerkzeuge, mit deren Hilfe leistungsfähige Software-Verfahren auf einfache, schnelle und flexible Weise zur Verfügung gestellt werden.

futureSAX: SIListra Systems wirbt mit dem Slogan „Unsere Kunden nennen es SILISTRIFIZIEREN“. Was hat es damit auf sich?

Martin Süßkraut: SIListrifizieren (oder in Englisch „to SIListrify“) ist die Verwendung unserer selbstentwickelten und auch patentierten Methoden/Verfahren in sicherheitskritischen Anwendungen. Diesen Begriff haben tatsächlich Kunden von SIListra Systems geprägt. Ein Funktionsentwickler hat u.a. die Aufgabe seinen „Funktionscode“ (ein Stück Software) um Diagnosefähigkeiten für Hardwarefehler zu erweitern. Dazu bekommt er bei uns ein Tool, den SIListra Safety Transformer, zur Verfügung gestellt, mit dem er seinen Code in einen neuen Code transformieren oder compilieren kann. Um uns auf den ersten Blick von den viele Lösungen bei Software-Compilern bzw. Software-Diagnosetools abzugrenzen und auch die Einzigartigkeit unserer Lösung aufzugreifen, sprechen die Anwender vom „Silistrifizieren“.

futureSAX: Schon mehrfach wurde Ihr Unternehmen bei Gründerwettbewerben, wie 2013 bei futureSAX und 2011 beim „IKT innovation 2011“ ausgezeichnet. Waren solche Wettbewerbe maßgebend für die Zukunft Ihres Start-ups?

Martin Süßkraut: Auszeichnungen können ein Türöffner sein. Durch die erfolgreiche Teilnahme an Wettbewerben wie futureSAX wird ein Start-up schneller u.a. bei Investoren ernst genommen. Wenn man dann weiterkommen will, braucht man natürlich immer ein zugkräftiges Geschäftsmodell und engagierte Kollegen. In unserem Fall dürfen wir sagen: ja, es war maßgebend für unsere Unternehmensentwicklung, weil unser heutiger Mehrheitsgesellschafter, die TraceTronic GmbH, auch darüber auf uns aufmerksam geworden ist.

futureSAX: Die SIListra Systems GmbH ist eine Ausgründung der Professur für Systems Engineering (Fakultät Informatik) an der TU Dresden. Welchen Rat würden Sie Studierenden auf den Weg geben, die mit einer innovativen Idee den Markt erobern wollen?

Martin Süßkraut: Ohne Scheu gleich von Anfang mit Kunden zusammenarbeiten. Mit Kunden kommt der „Rest“ beinahe fast von ganz alleine. Eine Innovation ohne Kunden kann keine Märkte erobern.

futureSAX: Sie selbst sind futureSAX-Alumni. Was schätzen Sie am futureSAX-Netzwerk am meisten?

Martin Süßkraut: Ich persönlich bin noch nicht lange ein futureSAX-Alumni und konnte noch keine konkreten Erfahrungen sammeln. Ich erwarte mir einen Erfahrungsaustausch mit Gründern auf unterschiedlichen Stufen der Unternehmensentwicklung.

"Auszeichnungen können ein Türöffner sein. Durch die erfolgreiche Teilnahme an Wettbewerben wie futureSAX wird ein Start-up schneller u.a. bei Investoren ernst genommen. Wenn man dann weiterkommen will, braucht man natürlich immer ein zugkräftiges Geschäftsmodell und engagierte Kollegen."

Martin Süßkraut, Prokurist SIListra Systems GmbH

futureSAX: Welche (soziales) Engagement betreiben Sie, bzw. SIListra Systems GmbH? Warum liegen Ihnen diese Themen persönlich so am Herzen?

Martin Süßkraut: SIListra Systems will mit seinem Schwerpunkt auch einen gesellschaftlichen Beitrag leisten. SIListras Kernanliegen ist die „Funktionale Sicherheit“, d.h. die Sicherheit für Leib und Leben von Anwendern, Mitarbeitern, Verkehrsteilnehmer und Patienten liegen uns sehr am Herzen. Mit unserer Technologie wollen wir sicherstellen, dass neue Anwendungen ob nun in der Industrieautomation, im Auto oder in der Bahn bei bewährter oder sogar noch höherer Sicherheit umgesetzt werden.

futureSAX: SIListra Systems ist seit Juni 2016 am Verbundprojekt fast-cloud beteiligt. Welche Bedeutung haben solche Verbundprojekte für SIListra Systems?

Martin Süßkraut: Verbundprojekte sind ideal um Unternehmen verschiedener Größe zusammen zu bringen. Dort begegnet man sich auf Augenhöhe und kann von einander lernen. Klar ist auch, dass man auch über den Förderzeitraum hinaus zusammenarbeiten möchte. Ein zweiter wichtiger Aspekt ist, dass Verbundprojekte eine Grundlage sind, um die Innovation hochzuhalten. Zur Gründung bringen die meisten Start-Ups bereits eine Innovation mit. Im Alltagsgeschäft bleibt dann die Weiterentwicklung von Ideen und Innovationsansätzen schnell auf der Strecke. Verbundprojekte schaffen hier den „geschützten“ Rahmen, um gezielt neue Dinge auszuprobieren und auch in kleinen Unternehmen Ideen und effizientere Ansätze voranzutreiben. In der Zusammenarbeit zwischen jungen und etablierten Unternehmen ist nach unserer Erfahrung essentiell, dass die Kernkompetenz und die Innovation des Start-Ups beständig gestärkt und ausgebaut werden.

futureSAX: Vielen Dank für das Interview.

Mehr Informationen zu SIListra Systems GmbH finden Sie hier.

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