futureSAX-Interview Norbert Eder, SWS DIGITAL e.V.

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„Das Wissen von heute ist das Kapital von morgen.“

futureSAX-Interview mit Norbert Eder, Vorstand des Südwestsachsen Digital (SWS DIGITAL) e.V.

 

Südwestsachsen Digital e.V. ist Mitglied im Sächsischen Transfer-Netzwerk und hat sich zum Ziel gesetzt, die sächsische Wissenschaftslandschaft mit dem sächsischen Unternehmertum zu verbinden und Gründungsinteressierten Mut zu machen und mit Kontakten und Know-how bestmöglich zu unterstützen.

futureSAX: Herr Eder, bitte beschreiben Sie, welche Ziele das Netzwerk Südwestsachsen Digital (SWS Digital) verfolgt und wie diese durch den Verein und seine Mitglieder umgesetzt werden.

Norbert Eder: Das Netzwerk Südwestsachsen Digital hat das Ziel, Unternehmen und Institutionen bei der Digitalisierung zu unterstützen und die Südwestsachsen als innovative Technologieregion bekannt zu machen. Dies wollen wir mit Informations- und Beratungsangeboten und Netzwerktreffen sowie gezieltem „Matchmaking und Deal-Making“ erreichen. Das heißt, die Mitwirkenden sollen konkrete Hilfe bei Digitalisierungsthemen erhalten, z.B. Zugang zu Kunden, Partner, Fachkräfte, Technologielieferanten, Kapital, Fördermittel, Politik oder Medien.

futureSAX: SWS Digital ist im Gegensatz zu vielen anderen sächsischen Innovationsnetzwerken sehr stark von Unternehmensseite und der GK Software SE geprägt.  Welchen Stellenwert nimmt der Transfer zwischen Wissenschaft und Wirtschaft bei SWS Digital ein und welche Instrumente und Formate nutzen Sie dafür? 

Norbert Eder: Das Wissen von heute ist das Kapital von morgen. Der Transfer von Wissen der lokalen Hochschulen zu den vielen Mittelständlern könnte viel besser sein und beide Seiten würden von mehr Zusammenarbeit profitieren. Als Formate für den Technologietransfer hat das Netzwerk einen wissenschaftlichen Beirat, in dem die Hochschulen der Region vertreten sind und das Netzwerk beraten und begleiten. Bei vielen Veranstaltungen sind Vertreter der Wissenschaft Referenten, bei Förderprogrammen gibt Konsortien zwischen Wissenschaft und Unternehmen der Region.

futureSAX: Die Digitalisierung des sächsischen Mittelstands ist nicht nur eine Frage der technischen Infrastruktur. Auch in den Unternehmen bedarf es einer entsprechenden Kultur die Digitalisierung und daraus entstehende Geschäftsmodelle zu entwickeln und zu nutzen. Wie unterstützt SWS Digital Unternehmen dabei eine „digitale Kultur“ zu entwickeln?

Norbert Eder: Wir haben zum Beispiel das Format „Kaminabend digitale Geschäftsmodellattacke“. Das ist tatsächlich ein Kaminabend, also ein gemütliches Abendessen mit Geschäftsführern im Kaminzimmer (im Sommer findet die Attacke am Grill statt). Das symbolisiert eine Zufriedenheit mit dem laufenden Geschäft und dem bestehenden Geschäftsmodell. Als Einstieg in die Diskussion des Abends werden Beispiele aufgezeigt, wie traditionelle Geschäftsmodelle durch Internet-Unternehmen attackiert wurden. Symbolisch gesehen, tobt außerhalb des Kaminzimmers im Internet ein Sturm traditionelle Kunden- und Lieferbeziehungen. In der Diskussion versuchen wir zu sensibilisieren, wie man Geschäftsmodelle digital weiterentwickeln kann, zum Beispiel durch eine Zweitverwendung der vorhandenen, anonymisierten Daten.

futureSAX: SWS Digital engagiert sich im Sächsischen Mentoring-Netzwerk. Wo sehen Sie die größten Anknüpfungspunkte, um Gründenden und Unternehmen zu mehr Wachstum und Innovationen zu verhelfen?

Norbert Eder: Zuerst geht es darum, den ernsthaften Gründenden Mut zu machen, zu gründen und es in der Region zu tun. Um Erfolg zu haben, muss man nicht zwingend nach Berlin gehen. Aber man braucht Netzwerke wie futureSAX oder SWS für die Region Südwestsachsen. Konkret bieten wir für Startups Kontakte zu Kunden, Banken, Geschäftspartner und ein kostenfreies Coaching für die Weiterentwicklung des Geschäftsmodells.

Das Sächsischen Transfer-Netzwerk ist extrem wichtig, um die sehr gute Forschungslandschaft mehr mit den Unternehmen zu verbinden.

Norbert Eder, Vorstand des Südwestsachsen Digital (SWS DIGITAL) e.V.

futureSAX: Herr Eder, was war Ihr Beweggrund, Teil des Sächsischen Transfer-Netzwerkes zu werden, und wie wichtig sind branchenübergreifende Plattformen für den Wissens- und Technologietransfer?

Norbert Eder: Das Sächsischen Transfer-Netzwerk ist extrem wichtig, um die sehr gute Forschungslandschaft mehr mit den Unternehmen zu verbinden. Beides sind oft eigene Welten. Es finden zu wenig Ausgründungen oder Personalaustausch oder Auftragsforschung statt. Plattformen sind die Zukunft, wir leben in einer Plattformökonomie, das heißt, neue Marktplätze, die in digitaler Form Angebot und Nachfrage in einer bisher unbekannten Effizienz und Skalierbarkeit zusammenbringen. Über Plattformen laufen nicht nur Produkte, Reisen oder sozial Kontakte, sondern eben auch Wissen und technologische Know-how.

Mehr zu SWS Digital e.V. erfahren Sie hier: www.sws-digital.de

Ihr Ansprechpartner bei futureSAX

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Steffen Beer

Projektmanager Unternehmen

Nach seiner Ausbildung im Bankwesen und einem Studium der Betriebswirtschaftslehre mit der Spezialisierung auf Groß- und Außenhandel sammelte Steffen Beer im Firmenkundenbereich als Leiter und Betreuer speziell für Start-ups in der Ostsächsischen Sparkasse Dresden umfangreiche Erfahrungen – hauptsächlich in der Gründerszene. Berufsbegleitend erwarb er das Diplom an der Frankfurt School of Finance & Management. Darüber hinaus sammelte er umfangreiche Erfahrungen in der freien Wirtschaft im Bereich Finanzen und Administration.

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