futureSAX-Interview Torsten Enders WätaS

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„Innovationen als Ziel prägen tagtäglich mein unternehmerischers Handeln.“

futureSAX-Interview mit Torsten Enders, Geschäftsführer WätaS Wärmetauscher Sachsen GmbH

Die WätaS Wärmetauscher Sachsen GmbH ist eine Erfolgsgeschichte madeinSaxony – 2003 als Start-up gegründet, beschäftigt Geschäftsführer Torsten Enders mehr als 120 Mitarbeiter. 2011 gewann das Unternehmen den Sächsischen Innovationspreis und ist der perfekte Gastgeber für das 1. futureSAX-Alumni-Frühstück 2021 – wenn auch digital aufgrund der Corona-Pandemie.

futureSAX: Herr Enders, bitte beschreiben Sie Ihre (aus Ihrer Sicht) beste Innovation in einem Satz:

Torsten Enders: Innovationen als Ziel prägen mein unternehmerischers Handeln eigentlich tagtäglich – in der Rückschau möchte ich als Meilenstein die Entwicklung unserer eigenen massenfähig herstellbaren metallischen Bipolarplatte, Materialart Titan, lasergeschweißt, kohlenstoffbeschichtet mit intergrierter Dichtung, nennen

futureSAX: Ihr Unternehmen hat am Wettbewerb Sächsischer Innovationspreis 2011 teilgenommen und platzierte sich unter den Nominierten. Inwieweit war der Wettbewerb maßgebend für die Zukunft Ihres Unternehmens?

Torsten Enders: Die Teilnahme an den Ausschreibungen für solche Preise geben uns Antworten auf verschiedenen Ebenen. Es besteht die Möglichkeit den eigenen Standort und zukünftige Ziele besser zu bestimmen. Hinter Erfolg steht in der einen oder anderen Ausprägung immer ein Team. Ein solcher Preis gibt Gelegenheit alle Beteiligten zu würdigen und für den Erfolg danke zu sagen und auch die Misserfolge und Erschwernisse entsprechend besser ein zu ordnen.

Natürlich freut man sich auch als Unternehmer persönlich über eine solche öffentliche Würdigung.
 

futureSAX-Alumni-Frühstück

Nächster Termin: 21.01.2021 | 09:30 - 12:30 Uhr | online

Am 21. Januar findet das nächste Alumni-Frühstück statt. Diesmal im Fokus: die WätaS Wärmetauscher Sachsen GmbH.

Zum Alumni-Frühstück

futureSAX: Seit der Firmengründung ist die Anzahl der MA kontinuierlich gestiegen. Dieses Wachstum ist auch Vorbild für junge Gründer. Welchen Rat können Sie heutigen Start-ups mit auf den Weg geben? Bzw. vor welchen Fehlern würden Sie warnen wollen?

Torsten Enders: Beim Aufbau der WätaS vom Start-up bis heute habe ich viele Erfahrungen gesammelt – positive wie negative. Das beginnt beim Mut zum Invest bei geringem Eigenkapital. Oder auch Konflikte mit Mitgesellschaftern und deren Lösung, die Zusammenarbeit mit Banken, die Bewältigung von Formalismus und nicht immer gleich durchschaubaren Forderungen, die an ein Unternehmen gestellt werden. Auch das Krisenmanagement, zum Beispiel durch den Verlust von A-Kunden musste ich erleben und bewältigen. Der Begriff Schadensabwehr bekommt eine ganz andere Dimension, wenn die Verantwortung, nicht nur für eigenes Kapital, sondern auch für die vielen Mitarbeiter jeden Tag auf dem Tisch liegt. Auch die Arbeit in Netzwerken will verstanden sein, zumal innovative Ideen ohne die Zusammenarbeit mit Partnern, Universitäten und Forschungseinrichtungen in der Regel nicht den vollen Erfolg bringen.

futureSAX: 2023 werden Sie Ihr 20-jähriges Firmenjubiläum feiern(?) Wie geht es weiter? Wie sieht Ihr Unternehmen in 5 Jahren aus?

Torsten Enders: Unsere ersten Produkte fertigten wir 2003 noch unter manufakturähnlichen Bedingungen. Wir begannen mit einem marktfähigen Produkt aber ohne, dass wir uns damit vom Wettbewerb abhoben. Schnell haben wir erkannt, dass nur über Alleinstellungsmerkmale Wachstum möglich war. Es gibt einfach eine Schallmauer die umsatz- und ertragsseitig durchbrochen werden muss. Für uns waren erstmal die Materialart Edelstahl und die Individualfertigung nach Kundenwunsch der Weg. Damit konnten wir uns vom Markt abheben. Diesen Kurs haben wir konsequent eingehalten und stellten fest, dass der nächste Schritt Kapazitätserweiterung mit Konzentration auf Prozesssicherheit, Qualität und Qualifizierung der Mitarbeiter und Prozesse sein muss. Der Inhalt von Industrie 4.0 war für uns schon Handlungsanweisung bevor dieser Begriff durch die Presse ging. Wir verfügen seit Jahren über eine Strategie zur schrittweisen Digitalisierung und Schaffung einer automatisierten, robotergestützten Fertigung für die Losgröße 1. Hier sind schon große Schritte getan. Das hoch automatisierte, robotergestützte Schweißen von allen Lamellenwärmeübertragern unter Einbeziehung aller vor- und nachgelagerten Prozesse wird 2023 erreicht sein.

Damit haben wir dann den Weg von der Manufaktur zu einem hochmodernen Industriebetrieb geschafft. Von dieser Plattform aus wird es uns auch möglich sein den Blick noch weiter in die Welt zu richten und die Kunden zu finden, die uns bisher noch nicht wahrnahmen oder wahrnehmen wollten.

Wir sehen für unser Unternehmen die Chancen, die sich aus dem Green Deal der EU-Kommission zur Dekarbonisierung der Gesellschaft ergeben, riesig. Die damit verbundene ständig steigende CO2-Bepreisung schreit förmlich nach Inovationen. Um das Potential für neue Produkte daraus zu heben, sind wir bestens vorbereitet.

Der Inhalt von Industrie 4.0 war für uns schon Handlungsanweisung bevor dieser Begriff durch die Presse ging.

Torsten Enders, Geschäftsführer WätaS Wärmetauscher Sachsen GmbH

futureSAX: Abseits des Ihres Schreibtisches - wo sind Sie noch tätig? Verfolgen Sie ein Ehrenamt?

Torsten Enders: Mit dem Ehrenamt muss ich mich aufgrund meines verfügbaren Zeitpotentials sehr konzentriert auseinandersetzen. Zum einen nehme ich im Aufsichtsrat des FC Erzgebirge Aue eine verantwortungsvolle Tätigkeit wahr, die deutlich über das Engagement als Haupt- und Trikotsponsor hinaus geht. Denn die Bedeutung dieses Vereins für unsere Region und darüber hinaus ist mehr als nur Fußball am Wochenende.

Im letzten Jahr habe ich die Wahl zum Vorstandsmitglied im HZwo e.V. angenommen. Dieser Verein organisiert das sächsische Netzwerk von Unternehmen, die die breite Einführung von Technologien zur Nutzung von Wasserstoff in Sachsen, in Deutschland und in der EU voran bringen.
Seit mehreren Jahren arbeite ich im Forschungsbeirat des eingetragenen Vereins ICM - Institut Chemnitzer Maschinen- und Anlagenbau. In diesem Netzwerk entstehen für sächsische mittelständische Unternehmen zur Unterstützung deren Wachstumsstrategien hochwertige technische und technologische Lösungen.

Alle diese Aktivitäten möchte ich auch in der Zukunft nicht missen.

futureSAX: Die WätaS Wärmetauscher Sachsen GmbH ist für ihr soziales Engagement bekannt - können Sie uns Einblicke in Ihre Aktivitäten geben?

Torsten Enders: Wir engagieren uns bei allen Vereinen meines Heimatortes durch Geld- und Sachspenden. Speziell der Kinder- und Jugendsport ist uns wichtig. Hier sehen wir als Arbeitgeber in unserer strukturschwachen Region eine hohe Verantwortung. Wir bieten Jugendlichen, die bei anderen Betrieben nicht angekommen sind, eine Chance und versuchen deren Last mit zu tragen. Wir haben vielen Flüchtlingen eine Arbeit gegeben und zu deren Integration in die Gesellschaft beigetragen. Unser Engagement für Afrika bildet aktuell ein Highlight. Als Ausdruck unserer finanziellen Spende wird in Olbernhau demnächst ein künstlerisch gestalteter Elefant stehen. Dieser ist aus an Stränden gesammelten Plastikabfällen (vermutlich auch aus Europa stammend) gefertigt. Damit verdienen sich junge Menschen in Afrika ihren Lebensunterhalt. Die zwei Aspekte – aktives Handeln für die Umwelt und Wertschöpfung in Afrika – sind mir besonders wichtig.

futureSAX: Was war der beste Rat, den Sie erhalten haben?

Torsten Enders: In kniffligen Situationen die Ruhe bewahren und “verlass Dich auf Deinen Bauch”chte ich auch in der Zukunft nicht missen.

futureSAX: Vielen Dank für das Interview und die spannenden Einblicke!

Mehr zu WätaS Wärmetauscher Sachsen GmbH erfahren Sie auf der Website.

Ihr Ansprechpartner bei futureSAX

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Steffen Beer

Projektmanager Unternehmen

Nach seiner Ausbildung im Bankwesen und einem Studium der Betriebswirtschaftslehre mit der Spezialisierung auf Groß- und Außenhandel sammelte Steffen Beer im Firmenkundenbereich als Leiter und Betreuer speziell für Start-ups in der Ostsächsischen Sparkasse Dresden umfangreiche Erfahrungen – hauptsächlich in der Gründerszene. Berufsbegleitend erwarb er das Diplom an der Frankfurt School of Finance & Management. Darüber hinaus sammelte er umfangreiche Erfahrungen in der freien Wirtschaft im Bereich Finanzen und Administration.

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