futureSAX-Innovationsforum

futureSAX-Innovationsforum: Anwendungen von Künstlicher Intelligenz in KMU

Beim futureSAX-Innovationsforum diskutierten rund 100 Teilnehmende konkrete Anwendungen von Künstlicher Intelligenz im sächsischen Mittelstand. Im World Café und beim Netzwerken tauschten sich Akteure aus Wissenschaft und Wirtschaft intensiv zu „KI made in Saxony“ in den Anwendungsfeldern von Smart Business, Smart Factory und Smart City aus.

Umbruch, Revolution, Megatrend, vielleicht auch Gefahr: Das Thema Künstliche Intelligenz (KI) spielt mittlerweile in allen Branchen eine bedeutende Rolle und steht als Teil der Hightech-Strategie 2025 auf der nationalen wie sächsischen Agenda ganz oben. Die Entwicklung neuer digitaler Technologien und Methoden kann KI zum Durchbruch verhelfen und eine neue digitale Revolution initiieren.  

Diese Entwicklung wird in Sachsen durch die kürzlich vorgestellte umfassende KI-Strategie des Freistaates unterstützt. Die Strategie zeigt neun Handlungsfelder auf, um die Entwicklung und Anwendung von KI in Sachsen voranzutreiben und die damit verbundenen Chancen für Sachsen optimal zu nutzen. 

Das futureSAX-Innovationsforum knüpfte daran an und versammelt eine Vielzahl von Akteuren aus diesem Bereich, um branchenübergreifend Anwendungsszenarien zu präsentieren und insbesondere mit kleinen und mittelständischen Unternehmen produktive Diskurse anzuregen.  

 

Sachsen ist bereits ein bedeutender Standort für Künstliche Intelligenz

In ihrer Begrüßung der Teilnehmenden zeigte futureSAX-Geschäftsführerin Marina Heimann auf, dass Sachsen bereits heute viele Kompetenzträger im Bereich KI vorweisen kann. Vom ScaDS.AI (Center for Scalable Data Analytics and Artificial Intelligence) in Leipzig bis zur Entwicklung eines Supercomputers, der die Arbeit des menschlichen Gehirns simuliert, an der Technischen Universität Dresden wird die Basis für zukünftige Anwendungen gelegt. Traditionsreiche Unternehmen wie die Robotron Datenbank-Software GmbH sowie zahlreiche Start-ups und Spin-offs bieten bereits heute Produkte und Dienstleistungen „KI made in Saxony“ an. Mit dem Innovationsforum möchten wir diese Akteure sichtbar machen, Impulse für den Mittelstand geben und Kooperationen anstoßen, die diese Technologien in die breite Anwendung bringen, so Marina Heimann.

 

Dr. Hartmut Mangold, Staatssekretär und Amtschef, Sächsisches Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr eröffnete die Veranstaltung mit einem Grußwort und stimmte die Teilnehmenden auf die Veranstaltung ein.

Ziel des Freistaates ist es, eine führende KI-Region in Deutschland zu werden. Dafür hat Sachsen eine sehr gute Kombination an Voraussetzungen: durch die vorhandenen Stärken bei Hardware und Software sowie bei Algorithmen und Forschung hat der Freistaat exzellente Möglichkeiten sich entsprechend zu positionieren. Hinzu kommt die hohe Anzahl an Studenten im MINT-Sektor, die mit der Entwicklung zur KI-Region in Sachsen Zukunftsperspektiven finden. Zudem tragen neben vielen etablierten Unternehmen Start-ups mit Kreativität und Geschwindigkeit zur Erschließung von wirtschaftlichen Anwendung bei. 

"Wie bei vielen anderen High-Tech-Bereichen haben wir auch bei KI in Sachsen ein exzellentes Umfeld."

Digitale Technologien in der unternehmerischen Praxis 

Die Keynote-Speakerin Vanessa Cann, Geschäftsführerin des KI Bundesverband e. V. plädierte in Ihrem Beitrag für Offenheit und Neugier gegenüber KI. Cann ist davon überzeugt, dass es in vielen mittelständischen Unternehmen Anwendungsfälle für KI gibt - vom Recruiting bis zur Produktion. Vielen Unternehmen fehle oft noch die Vorstellungskraft, wo KI einen Mehrwert bietet und welche Gewinne dadurch erwirtschaftet werden können. Ein intensiver Austausch wie auf dem futureSAX-Innovationsforum trage dazu bei, diese Hürden abzubauen.

"Statt nur immer ins Silicon Valley zu schauen, sollten wir also stattdessen anfangen mehr an unser Ökosystem zu glauben. Denn wenn es eines ist, das unseren KI-Unternehmen helfen wird, dann sind es Kunden."

Ulf Heinemann, Geschäftsführer von der Robotron Datenbank-Software GmbH, gab einen Impulse aus Anwendersicht. Maschinelles Lernen ist zum Teil in der unternehmerischen Praxis bereits angekommen. Es gilt nun, die Technologie in Anwendungsszenarien auszurollen, die sich auch für kleinere Unternehmen wirtschaftlich darstellen lassen.

 

Direkter Austausch zwischen Wissenschaft und Wirtschaft im World Café

Als besondere Möglichkeit zum Austausch und zur Interaktion bot das Innovationsforum im World Café den Teilnehmenden die branchenübergreifenden Themen „Smart City“, „Smart Factory“ und „Smart Business“ an. An jeder der neun Themeninseln erwartete die Gäste ein Team aus Wissenschaft und Wirtschaft, welches in kurzweiligen Runden Thesen und Fragestellungen diskutierten.

Die Themen waren dabei so divers wie die Akteure und Anwendungsmöglichkeiten und umfassten viele Ziele der KI-Strategie für den Freistaat Sachsen, wie der Einsatz von KI in mittelständischen Unternehmen, die Schaffung und Verwaltung von Datenpools für KI sowie Open-Data-Portale zur automatisierten Bereitstellung der Daten.  

Im Panel Smart Business wurden unter anderem mit Jens Scholz, Vorstand der prudsys AG in Chemnitz und Holger König, Wissenschaftlicher Mitarbeiter beim Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum eStandards in Leipzig, neue Geschäftsmodelle durch den Einsatz von KI vorgestellt und diskutiert. Dabei konnten folgende Fragestellungen intensiver diskutiert werden: 

  • Welche Geschäftsmodelle könnten relevant werden? 

  • In welchen Bereichen gibt es schon KI getriebene Geschäftsmodelle?  

  • Was muss ich für neue digitale Geschäftsmodelle tun? 

  • Welche Rolle spielt Größe vs. Agilität bei digitalen Geschäftsprozessen? 

Zusätzlich tauschten sich die Teilnehmenden in den Anwendungsfeldern „Produkte & Prozesse“ sowie „Dienstleistungen“ unter anderem zu folgenden Fragen und Thesen aus: 

  • Welche B2B-Anwendungslösungen stehen aktuell im Fokus von KI-Anwendungen? 

  • Neue Kundenangebote kommen nicht mehr ohne IT-Unterstützung aus! 

  • Digitale Dienstleistungen brauchen systematisches Engineering! 

David Haferkorn, Direktor Produktmanagement bei der Symate GmbH aus Dresden und Dr. Dirk Mayer, Abteilungsleiter beim Fraunhofer IIS/EAS in Dresden, stellten sich im Panel Smart Factory den Fragen der Teilnehmenden rund um das Thema Use Cases von KI in der Fabrik der Zukunft, wie etwa: 

  • Für welche Prozesse und Produkte kommt KI in Frage? 

  • Was bringt mir der Einsatz von KI im Unternehmen und wie kann ich den Nutzen möglichst frühzeitig bewerten? 

  • Was muss ich investieren, um die Potenziale zu heben? 

  • Welche Hindernisse gibt es und wie können Sie überwunden werden? Wie schaffe ich Akzeptanz und qualifiziere meine Mitarbeiter? 

Neben den Themenschwerpunkten auf Produkte und Prozesse, wurde zudem auf mögliche Dienstleistungsangebote und zukünftige Geschäftsmodellentwicklungen eingegangen, unter anderem anhand folgender Thesen: 

  • Es braucht einen Wandel hin zu digitalen Kompetenzen in den Unternehmen 

  • KI wird nicht auf der grünen Wiese pro Use Case neu gebaut 

  • KI in der Produktion setzt u.a. auf eine belastbare und umfangreiche Sensorik 

Zum Austausch über den Einsatz von KI in der Smart City luden Danny Arnold, Geschäftsführer der BRICK4U GmbH aus Oderan und Dr. Gunnar Hempel, Projektleiter beim Social CRM Research Center in Leipzig, im Panel Smart City ein. Sie gaben einen Einblick in die Geschäftsmodelle und Wertschöpfungsketten für KMU in der digitalen Stadt und widmeten sich unter anderem Fragestellungen wie: 

  • Was ist der Treiber für KI im Unternehmen? 

  • Was braucht es, um KI-getriebene Geschäftsmodelle anzuschieben?  

  • Wie lässt sich daraus im Bereich Smart City ein Wertschöpfung generieren?  

  • Welche Geschäftsmodelle können relevant werden? 

Darüber hinaus diskutierten die Teilnehmenden des Panels über grundlegende wie konkrete prozessuale Ansätze von KI als Mittel der Stadtgestaltung: 

  • KI braucht Daten. Wem gehören die Daten? Wie lösen wir den Konflikt mit dem deutschen Datenschutz? 

  • Was kann KI in der Stadt optimieren? Was ist eine Grundvoraussetzung für die Umsetzung von grünerer Mobilität in einer Stadt? 

  • Klimaneutralität bis 2045: Wie kann man Gebäude mit KI-gestützten Produkten und Prozessen klimaneutral machen? 

Resümee & Ausblick

Nach zwei Runden im World Café lud Marina Heimann drei Tischpatinnen und Tischpaten zum Resümee auf die Bühne.

André Rauschert, Arbeitsgruppenleiter am Fraunhofer-Institut für Verkehrs- und Infrastruktursysteme IVI aus Dresden, Anne Moskalenko, Business Development beim InfAI - Institut für Angewandte Informatik aus Leipzig und Fabian Kretschmann, Business Operations bei der Elevait GmbH & Co. KG aus Dresden stellten kursorisch Ergebnisse aus der Diskussion in den drei Themenpanels vor. André Rauschert (Panel A: Smart Business) betonte den gezielten Einsatz von KI, um technologische wie alltägliche Bedarfe zu decken und nicht am Kunden vorbei zu entwickeln. Fabian Kretschmann (Panel B: Smart Factory) berichtete vom Spannungsverhältnis von KI zwischen völlig neuen (Produktions-)Prozessen und der Notwendigkeit einer klaren Marktorientierung. Anne Moskalenko (PanelC: Smart City) stellte abschließend heraus, dass der Ursprung von Datenquellen transparent und die Mehrwerte für die Bürgerinnen und Bürger einer smarten Stadt sichergestellt werden müssen. Der Austausch sei intensiv und die Zeit viel zu kurz gewesen. Mit dem Innovationsforum sei es gelungen das Schlagwort KI mit konkreten Anwendungsfällen zu illustrieren und anhand dessen den Nutzen für Unternehmen herauszustellen. 

Marina Heimann betonte in ihrem Schlusswort:

"Der heutige Tag hat gezeigt, dass Sachsen die Köpfe und die Macher hat, um das wirtschaftliche Potenzial von Künstlicher Intelligenz zu heben. Für die Wirtschaft bietet sich dadurch die Erschließung neuer Wertschöpfungsketten – sei es durch die Effizienzsteigerung im eigenen Unternehmen oder die Entwicklung neuer Produkte, Dienstleitungen und Geschäftsmodelle."

Beim gemeinsamen Get-together war dann ausreichend Zeit, um an die Gespräche und Diskussionen aus dem World Café anzuknüpfen sowie Kooperationspartner aus anderen Bereichen zu finden. Zudem bot der die Begleitausstellung eine weitere Möglichkeit Akteure und deren Angebote aus dem Bereich KI kennenzulernen.

Eine Übersicht aller Tischpatinnen und Tischpaten aus Wissenschaft und Wirtschaft und den Themen des World Cafés finden Sie hier.

 

Ihr Ansprechpartner bei futureSAX

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Michael Kelber

Projektmanager Unternehmen

Innovation & Mentoring

Nach seinem Studium der Architektur war Michael Kelber mehrere Jahre als Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Transferbereich zwischen Wissenschaft und Innovation an der Wissensarchitektur – Laboratory of Knowledge Architecture der Technischen Universität Dresden tätig. Schwerpunkt seiner Forschung und Lehre lag auf den Gebieten des Wissensmanagements und Entrepreneurships sowie der Methodenvermittlung zur Entwicklung von Geschäftsideen und der Ausschöpfung von Innovationspotentialen. Parallel dazu begleitete Herr Kelber ein vom Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) finanziertes Forschungsprojekt zum Aufbau und zur Vertiefung von Innovationskapazitäten im sächsisch-polnischen Grenzraum. Durch die Teilnahme an internationalen Forschungskonferenzen und dem Akademischen Austausch mit der Waseda Universität in Tokyo sind Herrn Kelber kulturübergreifende Herangehensweisen und Verfahren zur Entwicklung von Forschungsprojekten und Geschäftsideen vertraut. In seiner Freizeit unterstützte er zuletzt in einer aktiven Rolle die Vorbereitungsphase einer Ausgründung und engagiert sich als Ordentliches Mitglied beim Filmverband Sachsen. 

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