Sächsisches Transferforum 2021

Sächsische Transferszene trifft sich unter dem Motto „TransfERleben in Dresden“

Am 3. November 2021 folgten rund 130 Teilnehmende der Einladung zum Sächsischen Transferforum 2021 „TransfERleben in Dresden“. Beim zentralen Impulsevent und Austauschformat für die sächsische Transferszene wurden verschiedene Facetten des Wissens- und Technologietransfer diskutiert und Best-Practice-Beispiele vorgestellt.

Wissenschaftsstandort Sachsen im internationalen Spitzenfeld 

Die sächsische Wissenschaftslandschaft ist international im Spitzenfeld angesiedelt. Effektiver Wissens- und Technologietransfer mit kleinen und mittelständischen Unternehmen sowie Start-ups und Spin-offs im sächsischen Innovationsökosystem ist dabei das Kernelement, um das wirtschaftliche Potenzial der Forschungsergebnisse als Innovationen am Markt zu heben. 

Das Sächsische Transferforum 2021 öffnete erneut als das zentrale Impulsevent für die ansässige Transferszene einen Raum, um Austausch zu Best-Practice-Beispielen des sächsischen Wissens- und Technologietransfers zu ermöglichen und in diesem Jahr die Dresdner Forschungs- und Transferlandschaft näher kennenzulernen. Transferakteure aus Wissenschaft und Wirtschaft erhielten informative Impulse, tauschten sich aus und vernetzten sich miteinander, was effektiven Transfer von Forschungsergebnissen ermöglicht sowie Potenziale offenlegt. 

In der Dresdner Forschungs- und Transferszene, die dieses Jahr den regionalen Fokus bildete, wurde nicht nur eine einzigartige Landschaft für Spitzenforschung, sondern auch für den Transfer der herausragenden Ergebnisse in die regionale Wirtschaft etabliert. Zum Transferforum stellten Vertreter/-innen von Wissenschaftseinrichtungen Erfolgsbeispiele vor. 

Das Sächsische Transferforum 2021 wurde von Marina Heimann, Geschäftsführerin futureSAX GmbH, eröffnet.  

"Transfer beginnt schon im Kleinen, im Austausch von Wissen oder Erfahrungen, woraus schnell Großes entsteht. Im direkten Wissens- und Erfahrungsaustausch werden Sachsens Wissenschafts- und Wirtschaftsakteure heute auf dem Sächsischen Transferforum Brücken bauen, um Unterstützung und Kollaboration für gemeinsame Erfolge anzubahnen. Sachsens Erfinder- und Unternehmergeist lebt, umgeben von einer vielfältigen Gründungs- und Innovationskultur. All das wird mit effektivem Transfer die zukunftsfähigen Innovationen in Sachsen voranbringen, von der Spitzenwissenschaft in die starke Wirtschaft."

In ihren beiden Videobotschaften riefen Martin Dulig, Staatsminister für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr sowie Sebastian Gemkow, Staatsminister für Wissenschaft, Kultur und Tourismus die Teilnehmenden dazu auf, dem Motto der Veranstaltung gerecht zu werden und sich in einen lebhaften Austausch zu begeben. 

Im erstem Teil der Veranstaltung gaben Vertreter/-innen von verschiedenen Wissenschaftseinrichtungen hierfür erste Impulse. Prof. Dr. Ronald Tetzlaff, Chief Officer Technologietransfer und Internationalisierung an der Technischen Universität Dresden, sprach in seinem Impuls „Exzellenz und Transfer – zwei Seiten einer Medaille!“ über die universitären Vorstellungen, wie Forschung und deren Transfer in die Wirtschaft zukünftig noch besser Hand in Hand gehen können.  

Im nachfolgenden Impulsvortrag stellten Dr.-Ing. Jana Tittmann-Otto, Koordinatorin des Leistungszentrums Smart Production and Materials am Fraunhofer-Institut für Werkzeug- und Umformtechnik IWU, und Dr. Frank Benner, Koordinator des Leistungszentrums Funktionsintegration für die Mikro-/ Nanoelektronik am Fraunhofer-Institut für Photonische Mikrosysteme IPMS, in dem Vortrag „Leistungszentren – ein Model für den regionalen Transfer“ einen Transferansatz der ansässigen Fraunhofer-Institute vor.  

Ein weiteres Instrument für den Transfer wurde in der Präsentation „Kollaboration aus der Vogelperspektive – Wege in die Anwendung“ von Anne-Katrin Leopold, Projektkoordinatorin am Leibniz-Institut für Polymerforschung Dresden, erläutert. Einen persönlichen Einblick gab Prof. Dr. Dr. Karl Leo, Direktor des Instituts für Angewandte Physik an der Technischen Universität Dresden. Im Jahr 2019 erhielt er den Sächsischen Transferpreis und in diesem Jahr wurde er mit dem Europäischen Erfinderpreis geehrt. 

Paneldiskussion beleuchtet Transfer aus verschiedenen Perspektiven  

Im Anschluss diskutierten sechs Vertreter/-innen aus Wissenschaft, Wirtschaft und Bundesministerien ihr Verständnis von Transfer sowie konkrete Projekte und Beispiele wie Transfer in seinen verschiedenen Facetten umgesetzt wird. Von Seiten der Bundesministerien wurde anerkannt, dass sächsische Akteure aus Wissenschaft und Wirtschaft stark bei der Einwerbung von Drittmitteln für Kooperationsprojekte und deren Umsetzung sind. Eine aktuelle Einwerbung stellte in der Diskussion Dorit Teichmann, Start-up-Managerin Life Sciences Technische Universität Dresden vor. Mit dem Präzisionstherapie-Cluster SaxoCell aus der BMBF-Initiative Zukunftscluster wird die Forschung zu lebenden Arzneimitteln in die Anwendung transferiert. Einen Einblick in die Unternehmensperspektive gab Dr. Kai Wicker, Head of the ZEISS Innovation Hub Dresden der Carl Zeiss AG. Mit dem ZEISS Innovation Hub schafft das Unternehmen einen Ort für den Austausch mit der Wissenschaft, um sich somit frühzeitig in die Entwicklung von Zukunftstechnologien zu involvieren und mögliche Produkte oder Geschäftsmodelle zu entdecken, die heute noch unbekannt sind. Dieser Ansatz wird auch von Seiten der Wissenschaft verfolgt. Dr. Björn Wolf, Leiter Technologietransfer und Innovation, Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf, stellte die Helmholtz Innovation Labs vor, in denen wissenschaftliche Expertise sowie Bedürfnisse der Industrie und ihrer Kunden iterativ zusammengeführt werden. 

Sessions ermöglichen intensiven Austausch zu transferrelevanten Themen 

Im dritten Teil der Veranstaltung hatten die Teilnehmenden die Möglichkeit in fünf Session zu transferrelevanten Themen in verschiedenen Formaten ins Gespräch zu kommen: 

Session Plattformen für digitalen Transfer  

Die Digitalisierung ist in aller Munde und bietet auch im Bereich des Wissens- und Technologietransfers die Chance, Prozesse effektiver zu gestalten und den Transfer über Tools und Plattformen effizienter zu machen. Insbesondere das Finden und Auffinden von möglichen Verwertungs- und Kooperationspartnern sowie die räumlich unabhängige Kooperationsanbahnung im digitalen Raum sind von großer Bedeutung. Die Session stellte drei innovative Lösungen für digitalen Transfer vor und lud zur Diskussion mit den Referierenden ein. 

Session Fondsmodelle an Wissenschaftseinrichtungen  

Fondsmodelle im Bereich der Frühphasenfinanzierung werden an Wissenschaftseinrichtungen in Deutschland und Europa in unterschiedlicher Form eingesetzt. Die Referierenden stellten unterschiedliche Herangehensweisen und Best-Practice-Beispiele zur Förderung des Technologietransfers vor und diskutierten die entsprechenden Rahmenbedingungen.  

Session Pro & Contra Transferindikatorik: Transferleistungen messen – Potenziale und Grenzen  

Hochschulen und Forschungseinrichtungen sind zunehmend gefordert, ihre Transferleistungen und Kooperationsbeziehungen systematisch zu erfassen und darzustellen. Das Feld von möglichen Indikatoren ist groß – doch welche sind tatsächlich relevant für die interne und ggf. auch externe (Ver-)Messung des Transfers? Diese und andere Fragen wurden im Rahmen einer Paneldiskussion erörtert. 

Session TRIZ & TRIZ reverse –Tools für den Transfer  

TRIZ (russ. Akronym) oder TIPS (engl., Theory of Inventive Problem Solving) ist eine anerkannte Methodik für das erfinderische Problemösen. Dabei geht es um das systematische Auflösen von (technischen) Widersprüchen, um dadurch Produkt- und Prozessinnovationen zu generieren. Die Umkehrung der Methodik im Sinne eines „TRIZ Reverse“ ist ebenfalls möglich, wie neuere Forschungen zeigen. Ausgehend von Patentschriften werden zielgerichtet neue, bisher unbekannte Anwendungsfelder gesucht. In der Session erhielten die Teilnehmenden eine kompakte und niederschwellige Einführung zu den Potentialen von TRIZ und TRIZ reverse. 

Session Wandel durch Innovation  

Das Programm „WIR! – Wandel durch Innovation in der Region“ gibt den Anstoß für neue regionale Bündnisse und einen nachhaltigen innovationsbasierten Strukturwandel in Regionen. In Sachsen befinden sich derzeit 13 WIR-Vorhaben in der Umsetzungsphase Die Session bot die Möglichkeit, eine Mehrzahl der Bündnisse kennenzulernen sowie sich untereinander zu vernetzen. Zudem wurden mit den Teilnehmenden der Session Leitfragen zu den Themen Innovation, Transfer und Strukturwandel diskutiert. 

 

Ergebnisse aus dem Sächsischen Transferforum 2021 

Am Ende des Forums mit seinen vielfältigen Austauschformaten steht erneut fest: Transfer ist keine Einbahnstraße. Beide Seiten des Transfers, die Wissenschaft und die Wirtschaft, müssen aufeinander zugehen, besser kommunizieren und beidseitig offen für Kooperationen und gegenseitiges Lernen sein. Der Transfer und damit die Kooperationsmöglichkeiten hat viele Facetten, von der Ausgründung, über gemeinsame Projekte bis hin zu Weiterbildungsformaten für den Mittelstand. Jede dieser Formen des Transfer ist relevant und wichtig. Aber nur die Gesamtheit ermöglicht es, aus einer großen Anzahl von Inventionen über verschiede Formate auch zu Innovationen zu kommen. Die Forschungslandschaft in Sachsen ist vielfältig. Von der Grundlagenforschung, über anwendungsorientierte Forschung bis hin zur Industrieforschung arbeiten über 70 Wissenschafts- und Hochschuleinrichtungen in Sachsen. In dieser Vielfalt gibt es für jedes unternehmerische Anliegen eine passende Anlaufstelle in der Wissenschaft. 

Dass der Transfer von der Wissenschaft in die Wirtschaft in vielen Bereich bereits hervorragend funktioniert, bezeugen Hightech-Ausgründungen, Innovation Labs und unzählige Projektkooperationen. Diese Transferleistungen sollten zukünftig noch mehr Sichtbarkeit und Wertschätzung erfahren, um somit ein klares Votum für Forschung mit Transfer abzugeben. Regionale Kooperation von Wissenschaft & Wirtschaft können den Transfer besonders beflügeln, da regionale Stärken genutzt werden und die Akteurinnen und Akteure schneller durch ein gemeinsames Verständnis verbunden sind. 

futureSAX und insbesondere der Bereich Forschung & Transfer unterstützen auf allen diesen Wegen – von der Sichtbarmachung von Transferleistungen und -projekten, der übersichtlichen Darstellung von Anlaufstellen bis hin zur Kooperationsanbahnung. futureSAX fungiert als Brückenbauer, denn Transfer ist keine Einbahnstraße. 

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