Pilotprojekt Klingenthal: Design Thinking im Unterricht

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Design Thinking in Aktion: Vierter Projekttag in Klingenthal

Nach Analyse, Unternehmensbesuchen und ersten methodischen Einführungen stand der vierte Projekttag des Pilotprojekts in Klingenthal ganz im Zeichen der nächsten Schritte im Design-Thinking-Prozess. Die 9. Klasse des Sportcampus Klingenthal arbeitete gemeinsam mit der INJECTA GmbH daran, ihren bisherigen Erkenntnissen ein klares Profil zu geben und daraus konkrete Lösungsideen zu entwickeln.

Veröffentlicht am: 11.03.2026

Vom Problemraum zum klaren Standpunkt

Zwischen November und Februar hatten die Jugendlichen ihre Fragestellungen im Unterricht weiter vertieft, Interviews ausgewertet und Rückfragen an INJECTA formuliert. Zum Auftakt des Projekttages stand deshalb eine Wiederholung der bisherigen Design-Thinking-Phasen auf dem Programm: Der Problemraum war umfassend erfasst, nun ging es darum, einen Standpunkt zu definieren.

Mit Unterstützung von André Uhlmann vom Gründungsnetzwerk SAXEED verdichteten die Teams ihre Erkenntnisse zu Personas und Problem-Statements. Typische Formulierungen lauteten zum Beispiel: „INJECTA benötigt Automatisierung, um Effizienz, Qualität und Umsatz zu steigern“ oder „Arbeitgeber wollen neue, motivierte Mitarbeitende, weil das Unternehmen sonst nicht weiter existieren kann.“ So wurde aus verstreuten Beobachtungen eine klare, adressierte Aufgabenstellung.

Die Themen der Gruppen spiegeln zentrale Zukunftsfragen in Unternehmen wider: Automatisierung in der Produktion, Chancen und Hürden der Digitalisierung, Erwartungen junger Menschen an Arbeitgeber, Einblicke in den Unternehmensalltag sowie die Frage, welche Inhalte eine moderne Website aus Sicht von Schüler/-innen bieten sollte.

"Unternehmertum lebt von Fleiß und Kreativität – genau das haben die Schülerinnen und Schüler heute gezeigt."

Frank Riemer-Keller, Geschäftsführer INJECTA GmbH

Ideen finden: Methodenvielfalt statt Zufallstreffer

Auf Basis der Problem-Statements starteten die Jugendlichen in die kreative Phase des Design Thinking. Ein kurzer Impuls zum Mindset machte deutlich: Ideen sind überall zu finden – entscheidend ist, Chancen wahrzunehmen und Beschwerden als Ausgangspunkt für Verbesserungen zu nutzen.

Anschließend arbeiteten die Gruppen mit verschiedenen Kreativtechniken:

  • „Wie könnten wir…“-Fragen, um Lösungen offen und nutzerorientiert zu denken
  • Mindmapping, um Zusammenhänge sichtbar zu machen
  • Negatives Brainstorming („Was müssen wir tun, damit es schlechter wird?“), um typische Fehler zu erkennen
  • „Crazy 5“, um in kurzer Zeit viele unterschiedliche Ansätze zu entwickeln

Das Ziel: Jede Gruppe sollte zwei bis drei Ideenkarten ausfüllen, in denen Problem, Zielgruppe, Lösungsidee und möglicher Mehrwert klar beschrieben sind.​

Konkrete Ideen für Automatisierung, Digitalisierung und Arbeitgeberattraktivität

Die Ergebnisse zeigen, wie stark die Jugendlichen inzwischen im Unternehmenskontext denken. Im Themenfeld Automatisierung entstand etwa die Idee, Maschinen über Monitoring-Lösungen anzubinden, sodass Fachkräfte Produktionsdaten auch aus der Ferne im Blick behalten und Wartungspläne optimieren können. Damit verknüpften die Schüler/-innen Effizienzsteigerung mit der Frage, wie Arbeitsplätze erhalten bleiben können.​

Im Bereich Digitalisierung entwickelten Teams Vorschläge für Tablets und erklärende Apps, die Mitarbeitende Schritt für Schritt durch neue Prozesse führen – mit dem Ziel, Umstellungsängste zu reduzieren und Abläufe zu vereinfachen. Andere Gruppen konzentrierten sich auf Einblicke in den Unternehmensalltag: Social-Media-Formate, Einblicke in Arbeitsfelder oder ein Bewerbungsdialog auf der Website sollen es jungen Menschen erleichtern, INJECTA kennenzulernen und den Schritt zur Bewerbung zu gehen.​

Spannend war dabei nicht nur der Ideenreichtum, sondern auch der kritische Blick der Schüler/-innen auf Machbarkeit, Aufwand und Wirkung. In einer Pro-und-Contra-Abwägung („Kill your Darling“) diskutierten die Teams etwa, welche Voraussetzungen für eine stärkere Social-Media-Präsenz erfüllt sein müssen oder wie offensiv eine Website potenzielle Bewerber/-innen ansprechen sollte.

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Feedback aus der Unternehmenspraxis

Sowohl INJECTA als auch Methodenpartner André Uhlmann vom Gründungsnetzwerk SAXEED zeigten sich vom Arbeitsstand beeindruckt. Die Gruppen arbeiteten fokussiert an „ihren“ Themen, bezogen Unternehmensperspektive und Mitarbeitenden-Sicht ein und näherten sich Schritt für Schritt tragfähigen Lösungsideen. Aus Sicht von INJECTA sind die Beiträge der Jugendlichen bereits jetzt wertvoll: Sie eröffnen neue Blickwinkel auf zentrale Zukunftsfragen des Unternehmens und machen sichtbar, wie die nächste Generation über Arbeit, Digitalisierung und Zusammenarbeit denkt.

Damit bestätigt der vierte Projekttag, was das Pilotprojekt insgesamt auszeichnet: Wenn Schule und Wirtschaft langfristig zusammenarbeiten, entstehen Lernumgebungen, in denen Jugendliche reale wirtschaftliche Zusammenhänge verstehen und gleichzeitig Selbstwirksamkeit, Kreativität und Verantwortung entwickeln.

Ausblick: Von der Idee zum Pitch

Mit dem Ausfüllen der Ideenkarten haben die Teams einen wichtigen Meilenstein erreicht: Aus dem verstandenen Problem werden erste, strukturierte Lösungskonzepte. In den kommenden Wochen werden die Jugendlichen ihre Ansätze weiter ausarbeiten, verdichten und in Präsentationen überführen.

Der nächste Höhepunkt steht bereits fest: Am 17. April findet ein Pitch-Training mit Zwischenpräsentation statt, bei dem die Gruppen ihre Ideen erstmals vor Publikum vorstellen. Die Erfahrungen aus Klingenthal fließen anschließend in ein Storybook ein, das weiteren Schulen und Unternehmen als Orientierung für praxisnahe unternehmerische Bildung dienen soll.

Ihre Ansprechpartnerin bei futureSAX

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Miriam Pietag

Projektmanagerin

Ideenphase & NextGen

Die Verknüpfung psychologischer, soziologischer und analytischer Grundlagen mit Forschung und Praxis begeistern die studierte Pädagogin und Medienpsychologin seit dem Beginn ihres Studiums an der TU Chemnitz. Als Werkstudentin bei Onkel Sax beschäftigte sich Miriam bereits intensiv mit der "NextGen". Der Wunsch, Mediennutzung nicht nur verstehen und erklären zu können, sondern daraus auch zielgruppenspezifische Medienangebote ableiten zu können, führte sie im Anschluss in eine Marketingagentur in Dresden. Als Marketing- und Projektmanagerin beschäftigte sie sich neben der Planung, Umsetzung und Aussteuerung von Kampagnen und crossmedialen Marketingprojekten vor allem mit der Entwicklung von didaktisch-pädagogischen Konzepten zum Wissenstransfer.

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