Startschuss für die futureSAX-Investoren Road Show
Startschuss für die futureSAX-Investoren Road Show
Fragen an Alexander Loos von der THERMOLECTRIC Industrial Solutions GmbH
Insgesamt 14 sächsische Gründer, klein- und mittelständische Unternehmen werden am 28. Oktober 2014 ihre innovativen Ideen und Konzepte potenziellen Investoren in Düsseldorf vorstellen. Einer der Pitchteilnehmer ist Alexander Loos von der THERMOLECTRIC Industrial Solutions GmbH. Das Unternehmen vermarktet das Produkt Alpha Quattro Solaris (AQS), eine neue wirtschaftliche Schlüsseltechnologie zur Nutzung von Niedrigtemperaturen durch direkte Energiewandlung von Wärme in Antriebsenergie, elektrische Energie, Druckluft oder Kälte. Das neue thermodynamische Energiewandlungsverfahren ermöglicht unter anderem der verarbeitenden Industrie die wirtschaftliche Nutzung von Prozessabwärme, z.B. durch die Verstromung oder die Kälteerzeugung. Darüber hinaus sind mit AQS zukünftig Optimierungen und neue Anwendungen im Bereich von zentralen und dezentralen Energiewandlungssystemen möglich. Das Technologie-Start-up wurde 2012 gegründet, hat fünf Mitarbeiter und verfügt zur Markterschließung über ein Partnernetzwerk aus den Bereichen Wissenschaft, industrielle Pilotkunden, Komponentenhersteller und Systemanbieter.
Herr Loos, Sie sind einer der Pitchteilnehmer und werden am 28. Oktober 2014 in Düsseldorf im Rahmen der futureSAX-Investoren Road Show Ihr Unternehmen einem größeren Kreis von potenziellen Kapitalgebern vorstellen. Was erwarten bzw. wünschen Sie sich von dem Pitch?
Bei dem Pitch wünsche ich mir, in der kurzen Zeit bei den Zuhörern ein Verständnis für unser Konzept herstellen zu können. Darüber hinaus hoffe ich auf interessante Kontakte und weiterführende Gespräche, die unsere Unternehmung direkt oder indirekt weiterbringen werden.
Sie werden Ihr Produkt Alpha Quattro Solaris (AQS) präsentieren. AQS ist ein innovativer Energiewandlungsprozess, der Wärme in mechanische bzw. elektrische Energie wandelt. Was ist an dieser Entwicklung so einzigartig?
Unsere Vision ist es, mit einer einzigen Technologie an jedem Ort zu jedem Zeitpunkt die Energieform bereitzustellen, die am effektivsten ist. Mit AQS ist erstmalig der direkte Zugriff auf das Energiepotential Wärme, von Niedrig- bis zu Hochtemperaturen, und die Überführung in die unterschiedlichsten Nutzenergieformen gelungen. Im Gegensatz zu bestehenden Energiewandlungssystemen kommt AQS ohne Fluid und Aggregatzustandswechsel aus, was zu einer höheren Prozesseffizienz und flexibleren Anwendungsbreite führt.
Haben Sie bereits an anderen Pitches teilgenommen? Wenn ja, an welchen und wie sind Ihre Erfahrungen?
Im Rahmen der Veranstaltung „INVEST IN THE 40 BEST“ konnten wir unsere Idee in einem sehr professionellen Rahmen einem internationalen Investorenkreis vorstellen. Darüber hinaus präsentierten wir vor BusinessAngel-Verbänden. Drei oder zehn Minuten sind nicht viel, um eine erklärungsbedürftige Technologie zu vermitteln. Sich deshalb auf die Kernaussagen zu konzentrieren ist eine Herausforderung! Die Resonanz auf unsere Idee ist sehr positiv und wir erhalten durch die Pitches Kontakte und wertvolle Impulse für unsere Umsetzung.
Wie werden Sie sich auf den Pitch in Düsseldorf vorbereiten? Haben Sie im Vorfeld an Workshops zur Pitchpräsentation teilgenommen?
Sehr wertvoll war die Teilnahme an einem Einzeltraining bei WINIMIS, welches durch futureSAX angeboten wurde. Der externe Blick auf unsere Idee führte zu ganz konkreten Umsetzungsvorschlägen, die neben einem Pitch auch für andere Präsentationsformen anwendbar sind.
Welche Erwartungen haben Sie an einen potenziellen Investor und Kapitalgeber?
Wir sind auf der Suche nach langfristigen Partnerschaften und bieten deshalb vor allem strategischen Investoren eine Beteiligungsmöglichkeit. Neben dem Kapital sollte der Investor auch Know-how einbringen können und Erfahrungen im Bereich Cleantech oder Energy mitbringen.
Die Idee zu AQS entstand bereits 1998.Was war der Auslöser für diese Idee?
Angenommen, wir befänden uns im Jahr 1880. Die Dampfturbine wäre noch nicht etabliert und die damit rasante Verbreitung zentraler großtechnischer Generierung elektrischer Energie und die Herausbildung der Stromnetze wären noch nicht vollzogen. Wie hätte ein alternativer Weg aussehen können? So lautete die Frage, die sich Kai-Uwe Merker, unser Entwickler, stellte. Die AQS-Technologie ist unserer Meinung nach ein alternativer Weg.
Im Jahre 2012 haben Sie Ihre Idee zum Patent angemeldet. Im gleichen Jahr haben Sie erfolgreich begonnen mit der Technischen Universität Chemnitz den theoretischen und praktischen Nachweis zur Wirkungsfähigkeit des AQS-Verfahrens zu führen. Seit 2014 setzen Sie AQS im Rahmen von Transferprojekten bei Ihren Kunden um. Was sind Ihre nächsten Schritte?
Wir haben bereits erfolgreich ein Netzwerk, bestehend aus Partnern der Wissenschaft, Investoren und der Industrie, aufbauen können, die unsere Idee mittragen und uns sehr unterstützen. Gemeinsam mit unseren Partnern werden wir den Markt erschließen. Dazu ist im nächsten Schritt eine erste AQS-Anlage bei einem industriellen Pilotkunden geplant. Was fehlt, ist ein Investor zur Deckung der Finanzierungslücke und dem Aufbau eines Kompetenzzentrums zur Sicherung und Weiterentwicklung der Technologie.
Sie haben 2014 am futureSAX-Ideenwettbewerb teilgenommen. Hat sich die Teilnahme aus Ihrer Sicht gelohnt? Wenn ja, welche Erfahrungen oder positiven Effekte konnten Sie aus der Wettbewerbsbeteiligung ziehen?
Durch die Plattform futureSAX und den Ideenwettbewerb konnten wir in Kontakt mit anderen Teilnehmern und den Juroren treten und damit Erfahrungen im Hinblick auf Investoren, Umsetzungsstrategien und Vorgehen austauschen. Außerdem haben die anderen Teams oft ähnliche Herausforderungen zu meistern. Das zu hören, macht uns Mut und motiviert uns konsequent weiterzumachen.
Wie sind Ihre Erfahrungen mit futureSAX im Allgemeinen. Was finden Sie gut, was würden Sie sich noch wünschen?
futureSAX ist für mich eine wichtige und gute Plattform, um einen unternehmerischen Einstieg zu erhalten und Kontakte zu knüpfen. Ausbaufähig ist aus meiner Sicht die Vernetzung zwischen Gründern und investierendem Mittelstand. Dabei gewinnen beide – von der Innovationsstärke der Gründer auf der einen Seite und der Erfahrung und Investitionsbereitschaft etablierter Unternehmen andererseits.