Was haben Apfelkerne mit Ideenreichtum zu tun?
Was haben Apfelkerne mit Ideenreichtum zu tun?
Interview mit Benno van Aerssen (Innovator [&] Querdenker, Atelier für Ideen AG, Weeze)
Sie werden am 9. Oktober 2014 das futureSAX-Innovationsforum als Key Note-Speaker eröffnen. Ihr Vortrag steht unter dem Motto „Zukunft beginnt mit Innovation“. Was wird die Teilnehmer bei Ihrem Vortrag konkret erwarten?
Wir werden in den gut 35 Minuten klären, was Apfelkerne mit Ideenreichtum zu tun haben, und uns aus 6 verschiedenen Blickwinkeln anschauen, wie Innovationen und Zukunft ganz konkret gestaltet werden können und was im Unternehmen dazu nötig ist. Außerdem begegnen wir Leonardo da Vinci und lauschen einem Flickschuster.
Sie vertreten den Standpunkt „Konvention und Perfektion sind anti-innovativ“. Wie meinen Sie das?
Diesen Standpunkt vertrete ich, wenn man auf den Entstehungspunkt von Innovationen schaut – an dem Punkt, wo Visionen und Ideen entstehen. Exakt hier muss man sich von seinen Konventionen und seinem Perfektionismus frei machen, um zu neuen Horizonten denken zu können. Viele erfolgreiche Visionäre und Querdenker haben dies stets getan und konnten so z.B. Dinge kombinieren, die nie zuvor kombiniert worden waren, wie Ingvar Kamprad, Steve Jobs, James Dyson oder Richard Branson.
Sie sind Coach und Trainer im Bereich der Ideenfindung, des Innovationscoaching und des Innovationsmanagement für Business und Unternehmen. Welchen Tipp können Sie speziell mittelständischen Unternehmer geben, damit Sie die Innovationsfähigkeit im Unternehmen steigern können?
Am allereinfachsten geht das, wenn am Kopf des Unternehmens ein Mensch steht, den die Mitarbeiter als Vorbild wahrnehmen, der Visionen hat, diese auch permanent kommuniziert und der sich als Gleicher unter Gleichen sieht. An zweiter Stelle stehen die Veränderungsbereitschaft der Teams, die man herstellen muss, die Veränderungskompetenz und das Innovations-Know-how, das man lernen kann, und die Veränderungsmöglichkeit, sprich Zeit und Raum, die das Unternehmen geben muss.
Auf Ihrer Internetseite www.ideenfindung.de haben Sie unter anderem die These aufgestellt: „Wer heute agile und hochkreative Teams führen will, muss oft vergessen, was er über Führung gelernt hat, und neu starten, um Innovationen entstehen zu lassen.“ Was müssen Entscheider und Führungskräfte aus Ihrer Sicht ändern, um die Innovationskräfte im jeweiligen Teams freizusetzen?
Sie sollten mindestens dafür sorgen, dass in den Phasen der Ideenfindung Hierarchien, Regeln und Normen nicht wahrnehmbar sind. Ebenso sollten sie nicht immer nach Harmonien und Kompromissen streben, sondern gezielt das System Unternehmen stören, denn nur durch Störungen machen sich die Menschen auf, nach Ideen und neuen Lösungen zu suchen.
Im Rahmen des futureSAX-Innovationsforums wird auch das Wettbewerbsjahr 2015 eingeläutet. Neben dem Sächsischen Staatspreis für Innovation, der besonders erfolgreiche innovative Produkte und Dienstleistungen auszeichnet, wird auch der futureSAX-Ideenwettbewerb gestartet. Sind Ihrer Meinung nach derartige Wettbewerbe geeignet, nachhaltig erfolgreiche Start-ups auf den Weg zubringen?
An der Stelle kann ich nur ein ganz klares JA sagen, denn die allermeisten Menschen in unseren Unternehmen müssen erst wieder lernen, dass man für neue, verrückte und mutige Ideen belohnt wird. Ideenfindung und mutige Teams kommen durch solche Wettbewerbe in das Bewusstsein der breiten Masse und das reißt wieder neue Teams mit, sich auf den innovativen Weg zu machen.
Was erwarten Sie persönlich vom futureSAX-Innovationsforum? Auf was freuen Sie sich bzw. was wünschen Sie sich?
Ich erwarte Menschen zu sehen, zu treffen und zu sprechen, die veränderungsbereit, mutig und auch ein bisschen verrückt sind und ihre Zukunft mit neuen Ideen gestalten wollen. Wünschen würde ich mir, das die Menschen neugierig zum Forum kommen und sich ein wenig von meinen Bildern, Gedanken und Erfahrungen inspirieren lassen.