Wissenschaftlichen Mehrwert mit Mehrwert für die sächsische Wirtschaft verbinden
Wissenschaftlichen Mehrwert mit Mehrwert für die sächsische Wirtschaft verbinden
Am 5. März 2015 findet in Bautzen das futureSAX-Innovationsforum zum Thema „Internationale Kommerzialisierung sächsischer Innovationen“ statt. Schwerpunkt Ihres Workshops ist der Wissens- und Technologietransfer im internationalen Kontext. Welche Voraussetzungen müssen Ihrer Meinung nach erfüllt sein, damit ein erfolgreicher Transfer erfolgen kann?
Es gibt eine Vielzahl von Voraussetzungen. Oft unterschätzt ist der Punkt: klare Strategie und definierte Ziele – gerade im internationalen Kontexte sollte man wissen was soll bis wann erreicht sein und wann steigt man vielleicht auch wieder aus. Zudem muss man die Spezifika der einzelnen Länder kennen und berücksichtigen.
Warum ist ein internationaler Wissenschafts- und Technologieaustausch so wichtig? Gehen in Deutschland nicht durch einen solchen internationalen Transfer gewonnenes Know-how und Wissen verloren oder profitiert der Wirtschaftsstandort Deutschland eher davon?
Es gibt verschiedenen Statistiken und Zahlen zum entstehenden Wissen. Alle besagen, dass heute der weit überwiegende Teil des Wissens (90 bis 95 Prozent) außerhalb Deutschlands entsteht. Es ist für die deutsche Wissenschaft also unerlässlich international vernetzt zu arbeiten und zu forschen. Daher ist es auch ein Ziel der internationalen Strategie von Fraunhofer, sich mit exzellenten Forschungseinrichtungen aus dem Ausland zu vernetzen. Wir wollen mit den Besten in der Welt zusammenarbeiten und so die eigene Fähigkeit, neue Ideen zu entwickeln, neue Lösungen zu generieren, ständig verbessern. Dies ist die Basis für Exzellenz auch in der Umsetzung von wissenschaftlichen Ergebnissen in Innovationen für die deutsche Wirtschaft.
Ein zweiter Grund für Fraunhofer, international aktiv zu sein: Die deutsche Wirtschaft, die in hohem Maße exportorientiert agiert, ist eng eingebunden in globale Wertschöpfungsketten. Als Partner der Industrie müssen wir deren Märkte im Ausland kennen und bewerten können. Das gilt sowohl für Projekte in den Auslandsmärkten wie auch für Projekte mit internationalem Bezug "zu Hause".
Deutschland ist meines Erachtens angewiesen auf internationalen Austausch, um seine Stellung als attraktiver Technologie- und Innovationsstandort zu halten und weiter auszubauen.
Vor welchen Herausforderungen stehen insbesondere klein- und mittelständische Unternehmen in diesem Bereich? Werden Sie in Ihrem Workshop auf Best Practice-Beispiele eingehen? Wenn ja, welche Unternehmen werden hier eine Rolle spielen?
Für KmU sind internationale Kooperationen oft – in Relation zu ihrer Größe – mit hohen Transaktionskosten verbunden. Denn sie erfordern - ebenso wie der Eintritt in internationale Märkte – spezifische Kenntnisse und Netzwerke. Hier wird aber auch viel und gute Unterstützung angeboten, z.B. durch Außenhandelskammern.
Bei Technologiekooperationen kann Fraunhofer der richtige Partner sein. Anhand einzelner Beispiele werde ich im Workshop Szenarien erläutern, in denen Fraunhofer mit deutschen KmU im Ausland Kooperationen umsetzt.
Die Fraunhofer Gesellschaft hat eine Internationalisierungsstrategie, die klaren Grundsätzen folgt. Welche Grundsätze sind dies?
- Wissenschaftlicher Mehrwert für Fraunhofer
- Mehrwert für die deutsche Wirtschaft
Was erwarten Sie persönlich vom futureSAX-Innovationsforum? Auf was freuen Sie sich bzw. was wünschen Sie sich?
Die Aktivitäten und Grundsätze von Fraunhofer vor Industrievertretern vorzustellen und zu diskutieren und dadurch im Austausch die Erwartungen und Bedürfnisse unserer Kunden besser zu verstehen – darauf freue ich mich.