„Wichtig ist, dass man eine Idee, ein Produkt hat, für das man selber brennt.“

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„Wichtig ist, dass man eine Idee, ein Produkt hat, für das man selber brennt.“

Franziska Metzbaur, Projektleiterin von "JUGEND GRÜNDET" im futureSAX-Interview

Das Thema Entrepreneurship ist sowohl in der schulischen, als auch in der beruflichen Ausbildung wenig präsent. Franziska Metzbaur macht sich mit dem Projekt „JUGEND GRÜNDET“ daran, die unternehmerischen Kompetenzen bei Jugendlichen zu stärken. Im futureSAX-Interview spricht sie über die Faktoren, die beim Gründen wichtig sind.

futureSAX: Was ist das Besondere an Jugend gründet weshalb Schüler/ Schulen in Sachsen auf jeden Fall bei Jugend gründet mitmachen müssen?

JUGEND GRÜNDET ist ein von der Kultus­mi­nis­ter­kon­ferenz empfoh­lener Wettbewerb. Das bedeutet, dass die Teilnahme entspre­chend den Landes­be­stim­mungen als besondere Lernleistung auch im Abitur anerkannt werden kann. Das ist etwas ganz Beson­deres. Genauso wie die Tatsache, dass jede einzelne Wettbe­w­erb­sein­rei­chung indivi­du­elles und konstruk­tives Feedback bekommt. Denn das Wichtigste ist bei uns im Wettbewerb, dass alle etwas aus der Teilnahme mitnehmen. Wir wollen nicht nur Sieger auszeichnen. Und der dritte Punkt, warum möglichst viele Schüler*innen und Schulen bei JUGEND GRÜNDET mitmachen sollten, ist: weil das Mitmachen so einfach ist. Das gesamte Lernan­gebot ist online frei zugänglich und selbst­er­klärend. Zudem stehen wir bei Fragen gerne bereit und unter­stützen.

futureSAX: Der Wettbewerb Jugend gründet setzt sich aus zwei Spielphasen zusammen, der Businessplanphase und der Planspielphase. Die

Im Zentrum steht natürlich die Geschäftsidee und deren Nutzen für den Kunden. Dement­spre­chend sollte man sich intensiv damit ausein­an­der­setzen, wer die Kunden sind, was sie auszeichnet, und was das eigene Angebot im Vergleich zur Konkurrenz auszeichnet. Da ergibt sich aktuell in vielen Bereichen vielleicht auch Verbes­se­rungs­po­tential mit Blick auf Ressour­cenef­fi­zienz und Nachhal­tigkeit. Ganz allgemein aber noch ein Tipp, insbe­sondere für den letzten Feinschliff: Lasst über die zentralen Punkte jemand Außen­ste­henden drüber lesen. Und lasst euch von der Person dann eure Geschäftsidee kurz erklären. Das kann dabei helfen Missver­ständ­nisse aufzu­decken und die Idee wirklich auf den Punkt zu bringen.

futureSAX: Mit dem Pitch Event ist Jugend gründet dieses Jahr wieder in Leipzig zu Gast, wobei die besten Bewerbungen aus Sachsen, Thüringen, Hessen und Sachsen-Anhalt vertreten sind. Wie läuft dieses Event typischerweise ab? 

Bei unseren Pitch Events geht es natürlich darum, dass die Teams ihre Geschäfts­ideen pitchen. Dafür haben sie jeweils vier Minuten. Sie dürfen Folien verwenden, ihre Proto­typen, alles was sie wollen. Und es geht darum die Jury zu überzeugen. Wie das bei einem Pitch so üblich ist. Im Zentrum steht aber auch hier das Feedback der Jury. Wir wollen, dass die Teams etwas lernen. Und ihren Pitch, ihr Produkt dement­spre­chend weiter­ent­wi­ckeln können. Insofern sind die Pitch Events auch eine Art Boot Camp in Vorbe­reitung auf das große Bundes­finale. Aber abgesehen von den Pitches und dem Wettbewerb, wollen wir den Jugend­lichen auch die Gastge­ber­städte als Innova­ti­ons­standorte mit ihren Gründer­kul­turen nahe bringen. In Leipzig besuchen wir beispiels­weise das SpinLab, und führen Gespräche mit Start-ups vor Ort. Wir machen aber auch eine Stadt­führung und zeigen die wichtige Rolle der IHK auf, als Gründungs­för­derer und –ansprech­partner, überall in Deutschland. 

futureSAX: futureSAX greift ab 2020 nun direkt die Nachwuchsgründer und - forscher in der Zielgruppe NextGen auf. Wie wichtig sind regionale und landesweite Partner für die bundesweite Initiative Jugend gründet? Welche Potenziale sehen Sie durch die neu geschaffene Stelle mit Blick auf den Ausbau der Kooperation mit futureSAX?

Partner vor Ort sind für uns ganz besonders wichtig, denn Multi­pli­ka­toren, die vor Ort verankert sind, erleichtern es uns, das Thema Entre­pre­neurship auch in Schule und Ausbildung herein­zu­tragen. Entre­pre­neurship, ob wirtschaftlich oder gesell­schaftlich, ob als eigene Gründung oder im Unter­nehmen, fällt in der schuli­schen und beruf­lichen Ausbildung leider häufig immer noch hinten runter. Einfach auch weil es oft schwer einem konkreten Fach zugeordnet werden kann. Dabei ist es in diesen Zeiten, in denen wir vor vielen Verän­de­rungen stehen, die kommen werden, ob wir wollen oder nicht, umso wichtiger Jugend­liche zu befähigen Dinge in die Hand zu nehmen, Probleme anzugehen und proaktiv zu sein. Denn wenn wir die Zukunft nicht gestalten, dann machen es andere für uns.

Und insofern freuen wir uns sehr über diese neue Stelle bei futureSAX und die Koope­ration, weil wir vor Ort einen Fürsprecher für dieses so wichtige Zukunfts­thema Entre­pre­neurship Education haben.

futureSAX: Warum sollten besonders junge Menschen schon Unternehmertum erlernen?

Wenn man sich mit Unter­neh­mertum beschäftigt, dann erlernt man zum einen wirtschaft­liche Zusam­men­hänge und Abhän­gig­keiten und erkennt die Bedeutung von Unter­nehmern und Unter­nehmen für die Volks­wirt­schaft. Das ist der erste wichtige Punkt. Zum zweiten aber bedeutet Unter­neh­mertum ja sehr viel mehr, als „nur“ ein Unter­nehmen zu gründen und Arbeitsplätze zu schaffen. Unter­nehmer „unter­nehmen“ etwas. Und gerade auch mit Blick auf die Demokra­tie­bildung ist es ganz besonders wichtig, junge Menschen schon ganz früh dafür zu sensi­bi­li­sieren, wie wichtig es für unsere gesamte Gesell­schaft ist, dass wir alle mitmachen. Demokratie lebt davon, dass jeder eine Stimme hat. Und diese nutzt! Und im Rahmen von Entre­pre­neurship Education soll eben genau das gefördert werden: Lernen, eigene Ideen zu entwi­ckeln und umzusetzen.

futureSAX: Eine letzte Frage. Was denken Sie, sind die entscheidenden Faktoren, um erfolgreich zu gründen?

Schwierige Frage! Ich denke, wichtig ist, dass man eine Idee, ein Produkt hat, für das man selber brennt. Dessen Entwicklung einem Spaß macht und von dessen Nutzen man überzeugt ist. Wenn das der Fall ist, dann wird alles einfacher. Also: Gründen nicht um des Gründens willen, sondern weil man echte Chancen, Poten­tiale oder Bedürf­nisse erkannt hat. Wenn man dann noch Einsatz und Ausdauer zeigt, ist man auf einem guten Weg.

futureSAX: Ganz herzlichen Dank für das Gespräch. Wir freuen uns auf den Ausbau unserer Kooperation mit Jugend gründet.

Ihr Ansprechpartner bei futureSAX

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Heinz Truckenbrodt

Projektmanager Modellprojekt InnoStartBonus

Nach mehrjähriger Tätigkeit als internationaler Produktmanager eines globalen Automobilkonzerns absolvierte Heinz Truckenbrodt ein Masterstudium im Fachbereich Wirtschaftsingenieurwesen an der Technischen Universität Dresden und der Mid Sweden University mit den Themenschwerpunkten Corporate Development & Innovation sowie Leichtbau. Während dieser Zeit arbeitet er als Gründungsberater bei dresden|exists und machte sich als solcher im Bereich Business Development für Start-ups selbstständig. Seine Affinität zu digitalen Technologien und Geschäftsmodellinnovationen resultierten in einer Abschlussarbeit über die Digitale Transformation der Automobilindustrie. Darüber hinaus engagiert er sich seit mehreren Jahren ehrenamtlich in zwei Vereinen zur Kulturförderung.

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