futureSAX-Alumni-Interview mit Viktor Bezugly
„Ich freue mich auf die Diskussion mit Innovationstreibern und Förderern."
futureSAX-Alumni-Interview mit Viktor Bezugly, Gründer ProNT GmbH
ProNT war der Gewinner des futureSAX-Ideenwettbewerbes 2014. Inzwischen ist das Gründungsprojekt fester Teil des futureSAX-Netzwerkes. Am 2. November 2015 treffen erstmalig die beiden Netzwerke futureSAX und Jugend forscht aufeinander – mit dabei ProNT-Mitgründer Dr. Viktor Bezugly (Bild: zweiter von links) als Powertalk-Gast. Für futureSAX genau der richtige Zeitpunkt, bei Dr. Bezugly nachzufragen, was sich seit dem Gewinn des Ideenwettbewerbes getan hat.
futureSAX: Sie haben 2014 den futureSAX-Ideenwettbewerb mit der Idee zur Herstellung von maßgeschneiderten Kohlenstoffnanoröhren für die Forschung und Industrie gewonnen. Damals im Interview haben Sie angegeben, dass Sie in den folgenden fünf Jahren ein solides rentables Unternehmen mit kontinuierlicher Produktion haben wollen. Wie hat sich Ihr Gründungsprojekt ProNT seitdem entwickelt und welche Zwischenziele konnten Sie schon erreichen?
Viktor Bezugly: ProNT hat eine sehr intensive Zeit hinter sich. Es gab im letzten Jahr sehr viel Bewegung bei der Entwicklung der Technologie, beim Ausbau des Netzwerks – insbesondere in Richtung der Kunden und der Vorbereitung der Gründung. Im Bereich der Technologieoptimierung konnten wir von neuen technologischen Laboren mit erweiterten Kapazitäten profitieren. Dies hat uns in die Lage versetzt, erste Prototypen herzustellen. Unser Netzwerk hat sich durch Aktivitäten, wie z.B. der Teilnahme am Cross Cluster Kooperationsprojekt „C3-Saxony“ erweitert. Insbesondere viele Gespräche mit potentiellen Kunden haben es ermöglicht, das Produktprofil nochmals zu schärfen. Das neue Teammitglied Dipl.-Kaufmann Peter Brandl bringt für ProNT Berufserfahrung in der sächsischen Mikroelektronikindustrie sowie Zugang zu weiteren industriellen und wirtschaftlichen Netzwerken mit. Allerdings sind wir um die Seed-Phase erfolgreich zu bestehen, weiterhin noch stark auf die Unterstützung bei der Weiterentwicklung und Umsetzung der Geschäftsidee angewiesen. Deswegen führen wir momentan Gespräche mit dem Life Science Incubator Sachsen, um ProNT nicht nur finanziell, sondern auch beratend auf unserem Weg in die Selbstständigkeit zu begleiten. In einer ersten detaillierten Prüfung wurde seitens des LSI Sachen die Technologie, die Innovation und das das Gründerteam positiv bewertet.
futureSAX: Und welche Ziele sind neu hinzugekommen?
Viktor Bezugly: Ziele des Projektes sind zunächst die weitere technologische Entwicklung, die Gründung und der Markteintritt. Unsere Produkte unterstützen die Entwicklung von Hightech-Produkten der Zukunft, somit befinden sich auch: viele Anwendungen mit hochqualitativen Kohlenstoffnanoröhren (CNTs) unserer Kunden aus dem IT Bereich noch in der F&E-Phase. Nach Einschätzung von z.B. IBM Research wird es noch „eine Dekade“, dauern bis CNT-basierte IT-Technologien im Alltag ankommen werden. Ein weiteres spannendes Gebiet sind CNT-basierte (Bio)Sensoren, für die in Marktanalysen ein starkes Wachstum erwartet wird. Sie befinden sich oftmals bereits in einem fortgeschrittenen Entwicklungsstadium mit mittelfristigem Anwendungspotential und stellen für ProNT ein attraktives Marktsegment dar. Hier reden wir z.B. über zukünftige „Point of Care Diagnostics“, personalisierte Medizin und die Entwicklung von so genannten „elektronischen Nasen“ (e-Nose). Dabei sind unsere Produkte die perfekte Basis für ultrasensitive und energieffiziente Sensorik. Deswegen möchten wir uns auch weiterhin stark in den Bio- und Cross-Cluster-Netzwerke integrieren. Durch die Teilnahme bei der SEMICON Europa konnten wir bereits das Interesse von Sensoren-Herstellern wecken und werden diese Kontakte intensiv ausbauen.
futureSAX: Zudem haben Sie gesagt, dass Sie mittels intensiver Netzwerkarbeit die passenden Kooperationspartner und Investoren für Ihre Unternehmensgründung finden wollen. Ist die Gründung schon greifbar? Und welche Netzwerke, Veranstaltungen oder Aktivitäten haben ProNT bei der Weiterentwicklung bisher besonders geholfen?
Viktor Bezugly: Wir sind mit Hochdruck mit den gründungsvorbereitenden Maßnahmen beschäftigt. Das Technologiegründerstipendium des Freistaates Sachsen ermöglicht es uns auch, dass wir derzeit fokussiert die Gründung vorbereiten können. Mit unsrem jetzt vorliegenden Businessplan können wir konkrete Gespräche mit Investoren angehen. Die bereits gewonnenen Kontakte – z.B. durch die Teilnahme am futureSAX-Ideenwettbewerb und –Alumnikreis, durch die Aktivitäten von Silicon Saxony e.V. und C3-Netzwerke – legen hierbei das Fundament für weitere Gespräche.
futureSAX: Auch futureSAX – die Innovationsplattform des Freistaates Sachsen betritt immer wieder neue Pfade – wie aktuell mit der Netzwerkveranstaltung „futureSAX meets Jugend forscht“ am 2. November 2015 in Dresden. Wir freuen uns, dass wir Sie neben den Jugend forscht Alumni Ronny Timmreck und Willi Zschiebsch sowie den Sächsischen Staatsminister für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr, Martin Dulig, auch für den Powertalk gewinnen konnten. Welche Synergie-Effekte eröffnen Sich Ihrer Meinung nach mit der Verzahnung beider Netzwerke?
Viktor Bezugly: Die Verbindung von jungen Forschern und erfahrenen Entwicklern sowie etablierten Netzwerken ist sehr wichtig. Beide Seiten gewinnen durch den Erfahrungsaustausch stark. Weiterhin ist die junge Generation für den Forscher oftmals auch ein sehr rigoroser Prüfer und Tester von Innovationen, da sich deren Bedürfnisse oft von denen der vorherigen Generation unterscheiden und sie somit immer einen „frischen Wind“ mitbringen, der vielfach in neuen Ideen mündet.
futureSAX: Und zu guter Letzt: Worauf freuen Sie bei „futureSAX meets Jugend forscht“-Veranstaltung am meisten?
Viktor Bezugly: Ich freue mich vor allem darauf, interessanten Menschen zu begegnen, denen das Thema Innovation und das Vorantreiben von Ideen am Herzen liegt. Insbesondere das Thema Innovations- und Technologieförderung in Sachsen ist natürlich für mich sehr spannend, ich freue mich auf die Diskussion mit Innovationstreibern und Förderern.
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