futureSAX-Alumni-Interview Maria Piechnick wandelbots

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"Gute Ideen entstehen, wenn engagierte Menschen auf aktuelle Probleme schauen."

futureSAX-Alumni-Interview mit Maria Piechnick, Gründerin von Wandelbots GmbH Dresden

 

@futureSAX

Robotik demokratisieren, darauf zielt das Dresdner Start-up Wandelbots ab. Das Unternehmen ist mittlerweile nicht nur den Dresdnern als handfeste Erfolgsgeschichte bekannt. Vom Start-up zum starken Wachstumsunternehmen gewannen sie 2019 den Sächsischen Gründerpreis. Ein Jahr später war sie wieder auf der Innovationskonferenz zu Gast (Bild links) und erzählte die Erfolgsgeschichte weiter. Wir haben mit futureSAX-Alumna Maria Piechnick, Gründerin bei Wandelbots, nun über die Relevanz junger Gründender und ihrer Ideen gesprochen und wie sie daraus ganz eigene Erfolgsgeschichten anstreben.

futureSAX: Frau Piechnick, als Preisträgerin des Sächsischen Gründerpreises 2019 freuen wir uns sehr über Ihre Teilnahme an der futureSAX-InnovationSchool 2021! Bitte stellen Sie sich und Ihr Unternehmen kurz vor. 

Mit Wandelbots verfolgen wir das Ziel, die Robotik zu demokratisieren. Wir wollen allen Menschen ermöglichen, mit Robotern arbeiten zu können - unabhängig vom technologischen Hintergrund. Mit unserem Produkt bieten wir ein Werkzeug, mit dem Robotern neue Aufgaben beigebracht werden können, ohne dass diese wie bisher, traditionell programmiert werden müssen, sondern einfach durch Vormachen und Zeigen. Somit werden Unternehmen schneller und flexibler in der Realisierung ihrer Automatisierungsprojekte. Sie sind deutlich weniger auf externe Experten angewiesen und werden selbstbestimmter.  

Wir haben Wandelbots 2017 in einem Team von 6 Doktoranden der TU Dresden gegründet. Ich selbst habe Medieninformatik studiert und danach meine Promotion am Lehrstuhl für Softwaretechnologie begonnen. Der Fokus lag dabei auf intelligenter Kleidung.  

futureSAX: Warum glauben Sie, ist ein Format wie die futureSAX- InnovationSchool sinnvoll für Jugendliche?  

Gute Ideen entstehen, wenn engagierte Menschen auf aktuelle Probleme schauen und sich mit ihnen beschäftigen und das ein Leben lang. Doch wie geht es weiter, wenn man eine Idee gefunden hat? Im Studium und der Arbeitswelt gibt es viele Formate, die Antworten geben und bei der Realisierung unterstützen. Ich finde die Innovationschool eine tolle Ergänzung, um schon eher ein Bewusstsein dafür zu schaffen und Unterstützung anzubieten. 

futureSAX: Wandelbots ist eine wahre Erfolgsgeschichte – von der Idee bis hin zu einem weltweit vertretenen Unternehmen. Im Rahmen einer wissenschaftlichen Arbeit haben Sie und Ihr Gründerteam zunächst die SmartJacket entwickelt und über gestengesteuerte Programmierung geforscht bis hin zur Produktumsetzung. Daran anknüpfend folgte der TracePen, den Sie erfolgreich auf den Markt gebracht haben.   Welche Erfahrungen können Sie Jugendlichen im Hinblick auf Ideenfindung und die Weiterentwicklung einer Idee mit auf den Weg geben?   

Ideen allein reichen nicht aus. Um erfolgreich zu sein, muss eine Lösung auf aktuelle Probleme und Bedürfnisse passen. Und ob sie sinnvoll sind, entscheidet letztendlich der Markt. Daher meine Empfehlung, Ideen nah am Kunden entwickeln und weiterentwickeln, beobachten und zwischen den Zeilen lesen, Mut haben Neues auszuprobieren und zu akzeptieren, dass nicht jeder Ansatz gleich perfekt ist. Sich nicht von Rückschlägen entmutigen lassen, sondern daraus lernen und besser werden. Oft entscheiden vermeintliche Kleinigkeiten über Erfolg und Misserfolg.  

Um erfolgreich zu sein, muss eine Lösung auf aktuelle Probleme und Bedürfnisse passen. Und ob sie sinnvoll sind, entscheidet letztendlich der Markt.

Maria Piechnick, Wandelbots GmbH

futureSAX: Sie werden im Rahmen der futureSAX-InnovationSchool das Thema der Skalierung von Geschäftsmodellen mit den Jugendlichen behandeln. Was waren Ihre größten Erfolge bisher in Bezug auf dieses Thema und wie würden Sie den Weg dahin beschreiben?  Das Thema Skalierung begleitet uns jeden Tag und auch da gibt es unterschiedlich Ansätze und Ideen Vorwärts zu gehen.  

Eine Grundvoraussetzung bei Wandelbots ist der Plattformgedanke. Beispielsweise spricht aktuell jeder Roboter seine eigene Sprache. Somit braucht man Experten, die diese Sprachen und Technologien kennen. Durch Wandelbots kann in Zukunft jeder Roboter auf die gleiche Art und Weise angesprochen und bedient wird. Das heißt auch die Aufgabe eines Roboters kann dann auf einen anderen übertragen werden, von einer Fabrik in die nächste, von einem Land ins andere. Darüber hinaus werden Unternehmen in Zukunft eigene Lösungen auf Basis unserer Technologieplattform entwickeln können. Wir befähigen somit nicht nur Endanwender schneller und einfacher mit Robotern zu arbeiten, sondern auch Automatisierungsunternehmen schneller und einfacher eigene Lösungen zu entwickeln.  

futureSAX: Zum Abschluss: Wie wichtig ist aus Ihrer Sicht das Netzwerken, der Erfahrungsaustausch und der regelmäßige Blick über den Tellerrand – insbesondere für Jugendliche? 

Netzwerken ist einfach wichtig, egal ob man eine Firma gründen möchte oder nicht. Jeder hat nun mal eine eigene Sicht auf die Welt und geht seinen eigenen Weg. Die besten Ideen entstehen im Austausch. Alles was man heute unter dem Begriff „Growth Mindset“ zusammenfasst ist unerlässlich, um die Probleme von Morgen zu lösen. Unsere Welt ist komplex und verändert sich in einer rasenden Geschwindigkeit. Die Zeiten, in dem ein einziger durch eine gute Idee die Welt verändert gehen zu Ende. Die Zukunft liegt im erfolgreichen Verbinden von Expertisen aus völlig verschiedenen Bereichen.  

Mehr zu Wandelbots und Maria Piechnick erfahren Sie hier: Offizielle Webseite von Wandelbots

Netzwerken ist einfach wichtig, egal ob man eine Firma gründen möchte oder nicht. Jeder hat nun mal eine eigene Sicht auf die Welt und geht seinen eigenen Weg. Die besten Ideen entstehen im Austausch. 

Maria Piechnick, Wandelbots GmbH

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