Sächsischer Investorentag 2022

Innovation trifft Investition – Sächsischer Investorentag

Sächsischer Investorentag gibt Einblicke in Wachstumsunternehmen des Freistaates 

Der Sächsische Investorentag bot überregionalen Finanzinvestoren einen besonderen Einblick und Vernetzung mit führenden Köpfen der sächsischen Innovationslandschaft. Die Teilnehmenden erfuhren von Ministerpräsident Kretschmer und Wirtschaftsminister Dulig sowie anhand ausgewählter Best-Practice Beispiele, wieso Sachsen als Innovationsstandort für Investitionen in Wachstumsunternehmen attraktiv ist.

In den vergangenen Jahren sind sächsische Wachstumsunternehmen abseits der großen Finanztransaktionen zu prägenden Unternehmen in vielfältigen Zukunftsfeldern geworden: Diese Geschichten werden durch Unternehmerinnen und Unternehmer geschrieben, die nicht nur in der Region verwurzelt sind, sondern auch visionär und zukunftsorientiert Innovationen in den Markt bringen. Kontinuierliche Investitionen in Innovationen bieten die langfristige Grundlage für nachhaltige wirtschaftliche Entwicklungen und entwickeln zukunftsfähige Ökosysteme.  

Im Bereich der Frühphasenfinanzierung gibt es in Sachsen ein reges Kapitalgeschehen. Insbesondere in den letzten zwei Jahren ist das Volumen deutlich gestiegen. Neben neuen Geschäftsmodellen und -konzepten sind auch Finanzierungen in potenzialträchtige innovativen Wachstumsunternehmen relevant. Genau hier setzt der Sächsische Investorentag unter dem Motto „Innovation trifft Investition“ an.

„Wir haben in Sachsen bereits einige herausragende Unternehmen von der Seedphase bis hin zur Wachstumsphase als Investor begleitet. Die erfolgreichen Exits zeigen einmal mehr, dass sich die Investition in das wachsende sächsische Ökosystem für GründerInnen und Investoren rentieren.“ 

Marco Winzer, Partner, High-Tech Gründerfonds

Aktuell ist Sachsen bei Wachstumskapitalgebern und führenden Fonds Investoren nicht im gleichen Maße wie andere Innovationsregionen Europas präsent, gilt aber als „Hidden-Champion“. Um Zukunft durch innovatives Unternehmertum zu gestalten, werden vorhandene, vielversprechende Unternehmen zunehmend mit mehr Wachstumskapital ausgestattet. Der Sächsische Investorentag am 22. Juni 2022 bot über 80 Teilnehmenden, darunter eine Vielzahl überregionaler Wachstumsinvestoren, einen exklusiven Einblick und effiziente Vernetzung mit führenden Köpfen der sächsischen Innovationslandschaft – sowohl Kapitalgebenden als auch regionalen Wachstumsunternehmen.  

Mit futureSAX – der Innovationsplattform des Freistaates Sachsen hat der Freistaat eine zentrale Anlaufstelle im Innovationsökosystem, welche seit über 20 Jahren Gründerinnen und Gründer, innovative etablierte Unternehmen, die Transfercommunity und Finanzinvestoren verbindet und das Innovationsgeschehen im Freistaat branchenübergreifend sichtbar macht. Das futureSAX-Investoren-Netzwerk unterstützt mit über 400 belastbaren Kontakten seit 2013 das Matching zwischen frühphasigen Cases und Kapitalgebenden. So konnten allein seit 2018 rund 200 Unternehmen aus den Phasen Pre-Seed bis Series B an der Sächsischen Investoren Roadshow Kapitalgebenden vorgestellt werden. Laut EY Start-up Barometer gab es im vergangenen Jahr in Sachsen in Summe 33 erfolgreiche Finanzierungsrunden mit einem Volumen von insgesamt 275 Mio. Euro. Damit befindet sich der Freistaat im Bundesvergleich als Spitzenreiter in den neuen Bundesländern auf Platz 6. 

 

Was zeichnet den Wirtschaftsstandort Sachsen heute und in Zukunft aus? 

Antworten auf diese Frage gab Martin Dulig, Staatsminister für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr in seinem einführenden Impuls gemeinsam mit Christoph J. Stresing, Geschäftsführer des Bundesverband Deutscher Startups e.V. aus Berlin.  

„Für Investoren sind sächsische Unternehmen interessant, denn hier wird Zukunft gemacht! Die heutige Innovationskraft des Freistaats fußt auf einer langen Industriegeschichte mit wegweisenden Erfindungen. Im Zuge von Dekarbonisierung, Digitalisierung, Vernetzung und Kreislaufwirtschaft werden die Karten gerade regional und global neu gemischt. Hier ergeben sich neue Markt- und Wachstumschancen für sächsische Unternehmen und auch Start-ups“, betont Martin Dulig, Sächsischer Staatsminister für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr.  

Eine äußerst dynamische Start-up-Szene, ein starkes Innovations-Ökosystem, eine exzellente Forschungs- und Entwicklungslandschaft und zahlreiche Hidden Champions zeichnen den Wirtschaftsstandort Sachsen im Jahr 2022 aus. Dulig weiter: „Die Unternehmen im Freistaat gestalten Technologietrends und damit die Transformation der Wirtschaft entscheidend mit: zum Beispiel die Elektromobilität, die Wasserstoffwirtschaft, das Internet der Dinge, die Künstliche Intelligenz und die Mikroelektronik. In all diesen Bereichen hat Sachsen sehr gute Ausgangsbedingungen und bietet damit attraktive Investitionsmöglichkeiten. Neben der richtigen Geschäftsidee, unternehmerischem Geschick, Durchhaltevermögen und der nötigen Portion Glück braucht es ausreichend Kapital. Dies ist in Sachsen gut eingesetzt, denn hier existieren viele innovative Geschäftsmodelle und Wachstumsunternehmen mit hohem Skalierungspotenzial. Ich bin gespannt, welche sächsischen Erfolgsgeschichten sich daraus entwickeln.“ 

Moderiert durch futureSAX-Geschäftsführerin Marina Heimann gaben beide Referenten vielfältige Impulse für Investitionen in sächsische Wachstumsunternehmen. Vor allem eine erhöhte Sichtbarkeit für die erfolgreichen und eine noch bessere Verbindung zu Kapitalgebenden wurden dabei als Schritte für die Zukunft identifiziert. 

Die Vision des Freistaates und Chancen für Investoren 

Welche Perspektive und Vision für Sachsen als Standort von Morgen hat man im Freistaat insbesondere vor den Hintergrund der Herausforderungen der aktuellen Transformationsprozesse? Dieser Frage widmete sich Michael Kretschmer, Ministerpräsident des Freistaat Sachsen, in seinem Statement an Seite von Frank Hüther, Bundesverband Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften (BVK).  

Ministerpräsident Michael Kretschmer: „Sachsen gehört zu den innovativsten Regionen Europas – mit cleveren Unternehmerinnen und Unternehmern und gut ausgebildeten Fachkräften. Wir wollen diese Position als lebendiger und starker Industrie- und Wissenschaftsstandort weiter ausbauen. Die Voraussetzungen dafür sind sehr gut: So ist Sachsen ganz vorn beim Transformationsprozess der Automobilindustrie hin zu klimafreundlicherer Mobilität und zudem Europas bedeutendster Mikroelektronikstandort. Die enge Verflechtung beider Leitindustrien ist bundesweit einmalig. Wir haben ein gutes Umfeld für Startups und Technologien mit Wachstumschancen wie künstliche Intelligenz. Das kommt nicht von ungefähr. Denn Sachsen hat in der Vergangenheit viel in Forschung und Bildung investiert - in die Berufsausbildung, Hochschulen und eine einzigartige außeruniversitäre Forschungslandschaft. Und wir werden dies gezielt weiter tun und zudem Startups noch stärker als bisher in der Phase des Markteintritts unter die Arme greifen.“  

Nach der politischen und der kapitalgebenden Perspektive kamen beide Akteure nach dem Impulsstatement zum Fazit, dass Transformationsprozesse aktiv gestaltet werden sollten und durch Investitionen von Wachstumsinvestoren sinnvoll unterstützt werden können. Um die erfolgreichen Wachstumsunternehmen und die beteiligten Kapitalgebenden in den diversen Feldern zu repräsentieren, wurden in drei Panels die Stärken der sächsischen Innovationslandschaft herausgestellt: 

Panel 1: Best Practice – Digitale High-Tech Erfolgsgeschichten aus Sachsen 

Perspektiven auf das sächsische Innovationsökosystem im Digitalbereich gab es im folgenden Panel mit Dr. Christian Figge, Managing Director, General Atlantic aus München, dessen Fonds das Chemnitzer Unternehmen Staffbase GmbH, in einer kürzlichen Finanzierungsrunde als „Unicorn“, also über einer Mrd. EUR, bewertet hat. Über die Zusammenarbeit von Unternehmen und Investor berichtete er gemeinsam mit Staffbase-CMO und Gründer Frank Wolf. Doch wie sehen die nächsten Innovationen digitaler Technologien aus Sachsen aus? Prof. Dr. Frank Schönefeld, CTO, T-Systems Multimedia Solutions GmbH und Vorstand, Silicon Saxony e.V. erinnerte in seinem Beitrag an die „Keimzellen“ im Ökosystem, die verschiedene Unternehmen hervorbrachten. Christoph Jentzsch, Blockchain Pionier und Geschäftsführer der corpus.ventures GmbH aus Mittweida wird auch immer wieder als Teil dieser Erfolgsgeschichten genannt. Nach seinem erfolgreichen Exit der slock.it. GmbH baut er aktuell als Business Angel und Venture-Builder die nächste Generation an Digitalunternehmen aus Mittweida im ländlichen Raum in Sachsen auf.  

Digitale Innovationen rund um die Themen „Smart Infrastructure“ werden regelmäßig auch im Rahmen des HHL SpinLab Investor Days präsentiert, der vor allem die Themen Mobility, PropTech, Logistics, Energy & digitale Gesundheit aus den Kohorten der letzten Accelerator des SpinLab präsentiert. Das SpinLab ist langjähriger Partner im Sächsischen Start-up-Partner-Netzwerk.  

Panel 2: Best Practice – DeepTech aus der sächsischen Forschungslandschaft  

Neben digitalen Innovationen stand auch die starke sächsische Forschungslandschaft im Blickpunkt, vertreten durch die Best-Practice Beispiele Novaled GmbH und Sunfire GmbH. Beide Unternehmen sind schon über 10 Jahre am Markt aktiv und haben sich von Gründungen zu Wachstumsunternehmen mit vielen Mitarbeitern entwickelt. Der von Dr. Katrin Leonhardt, Vorstandsvorsitzende der Sächsischen Aufbaubank – Förderbank – (SAB), moderierte Talk stellte insbesondere die starke Verbindung von Wissenschaft und Wirtschaft heraus. Die Sächsische Aufbaubank – Förderbank – unterstützt Innovationsvorhaben dabei durch diverse Fördermittel und auch direkte Beteiligungen durch die Sächsische Beteiligungsgesellschaft.  

Die positiven Entwicklungen aus der sächsischen Hochschullandschaft konnte auch Robert Wuttke von FLEX Capital berichten. Über den 10xFounders Fonds ist er erfolgreich in einer frühen Phase in das Dresden Unternehmen wandelbots GmbH eingestiegen, welche seither diverse Folgefinanzierungen von renommierten internationalen Investoren (Insight Partners, 83North, Next47, M12, Paua Ventures, EQT Ventures) einwerben konnten. Dr. Paul-Josef Patt, Partner der eCAPITAL ENTREPRENEURIAL PARTNERS AG berichtete derweil von seinem größten Exit – dem Verkauf der NOVALED GmbH an Samsung – und wie man diese in Zukunft in Sachsen wiederholen kann. 

Das Ökosystem rund um High-Tech in Sachsen zu unterstützt auch das seit vielen Jahren vor allem bei „Hardware-Innovationen“ bestehende Format der High-Tech-Venture Days, das regelmäßig zahlreiche Investoren aus ganz Europa in die Region lockt. Darüber hinaus bietet futureSAX mit dem Sächsischen Transfer-Netzwerk für Akteure auch außerhalb Sachsens den perfekten Überblick über die branchenübergreifende Vielzahl von Forschungs- und Transferinstitutionen in Sachsen. 

Panel 3: Best Practice - etablierte Geschäftsmodelle und Nachfolgen mit Wachstumspotenzial 

Perspektiven auf das sächsische Innovationsökosystem mit Fokus auf etablierte Unternehmen und Nachfolgen zeigte der von Thomas Horn, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Sachsen GmbH, moderierte Talk mit Private Equity Investoren auf, die erfolgreich in etablierte sächsische Unternehmen investiert haben.  

Die Wirtschaftsförderung Sachsen unterstützt sächsische Unternehmen insbesondere bei der überregionalen Bekanntheit durch Markterschließungen, Messeteilnahmen und Standortmarketing.  

Im Panel sprach Martin Hötzel, Geschäftsführer der Goldeck Süßwaren GmbH aus Leipzig, über die zirka 200 Jahre lange Unternehmensgeschichte des Lebensmittelherstellers, der vor allem durch die Zetti Knusperflocken überregional bekannt ist und die Chancen, die auch etablierten Unternehmen durch einen Einstieg von Wachstumsinvestoren geboten werden. Im Falle der Goldeck Süßwaren GmbH konnte Florian Zweigle, Senior Investmentmanager der VR Equitypartner GmbH aus Frankfurt, die Erfolgsgeschichte aus Sicht des Investors berichten.  

Welche besonderen Chancen Nachfolgen mit Wachstumspotenzial bilden, zeigt die besondere Geschichte der GETT Gerätetechnik GmbH aus Treuen. Dank eines Management-Buy-Outs u.a. durch den heutigen Geschäftsführer Pierre Beer im Jahr 2013, der gemeinsam mit dem Wachstumsfonds Mittelstand Sachsen umgesetzt wurde, entwickelte sich das Unternehmen in den letzten Jahren zu einer einzigartige Erfolgsgeschichte als Spezialist für Eingabegeräte. Harald Rehberg, Geschäftsführer des Wachstumsfonds Mittelstand Sachsen erläuterte die Vorteile der jahrelangen vertrauensvollen Zusammenarbeit und steht dabei interessierten Nachfolgen auch für Buy-and-Built Strategien zur Verfügung. 

Die Mittelständische Beteiligungsgesellschaft Sachsen ehrt seit Jahren erfolgreiche Unternehmensnachfolgen mit dem Sächsischen Meilenstein und ist darüber hinaus seit vielen Jahren zuverlässiger Finanzierungspartner für den Mittelstand.  

Neben der intensiven Vernetzung mit lokalen Unternehmen, erhielten alle Teilnehmenden vor allem durch die intensiven Gespräche mit zahlreichen Tablecaptains auch über die Panels hinaus Einblicke in die verschiedensten Aspekte der sächsischen Innovationskultur und tauschten sich mit führenden Köpfen aus Politik und Verwaltung aus. Zahlreiche Kapitalgebende nutzen den Besuch im Dresden, um am Folgetag mit über 750 weiteren Akteuren im Rahmen der Sächsischen Innovationskonferenz #InnovationMadeInSaxony zu feiern. 

Für interessierte Kapitalgebende bietet sich vor allem im Rahmen der Sächsischen Investoren Roadshow am 11. Oktober 2022 im Quartier Zukunft der Deutschen Bank in Berlin die nächste Möglichkeit vielversprechende Cases aus Pre-Seed bis Series A kennenzulernen – und somit bereits einen frühen Einblick in die nächsten potenziellen Wachstumsunternehmen zu erlangen. Ein weiteres Highlight steht zudem vom 26. bis 28. November 2022 in Leipzig an: Gemeinsam mit dem Business Angels Netzwerk Deutschland lädt futureSAX dann zum Deutschen Business Angels Tag ein – erstmals in Sachsen werden dort zahlreiche Impulse rund um das Thema Business Angeling gesetzt.  

Sächsische Investoren Roadshow Berlin

11.10.2022 | 13:00 - 18:00 Uhr

Deutsche Bank AG - Quartier Zukunft | Friedrichstr. 181 | 10

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