futureSAX-Interview mit Dr. Markus Kraus, RWInnoTec GmbH

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„Löse ich ein Problem, oder kann ich eine gesamte Branche revolutionieren?“

futureSAX-Interview mit Dr. Markus Kraus, Geschäftsführer RWInnoTec GmbH

 

Kostengünstig, nachhaltig und umweltschonend Straßen sanieren: Zur Überwindung der Probleme bei der Schlaglochsanierunghat RWInnoTec eine Anlage entwickelt, mit der es erstmals möglich ist, Heißasphalt umweltfreundlich und nachhaltig sowie unabhängig von der Jahres- und Tageszeit direkt vor Ort zu erzeugen und somit eine schnelle, haltbare und kostengünstige Reparatur zu ermöglichen. Im futureSAX-Interview mit Dr. Markus Kraus, Geschäftsführer der RWInnoTec GmbH, gibt er spannende Einblicke.

futureSAX: Bitte beschreiben Sie Ihre Innovation in einem Satz.

Dr. Markus Kraus: Der innovative Ansatz der RWInnoTec GmbH ist die Integration der Radiowellen-Technologie in technische Prozesse, dank der verschiedenste Materialien wie etwa Asphalt zur Schlaglochsanierung schnell und homogen erwärmt und damit Probleme wie z.B. Straßenschäden behoben werden können.

futureSAX: Wie sind Sie auf den Gedanken zu Ihrem Produkt/ihrer Dienstleistung gekommen? Was war der Auslöser mit der Innovation an den Markt zu gehen?

Dr. Markus Kraus: Seit vielen Jahren hat sich die Arbeitsgruppe am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung – UFZ sowie an der HTWK Leipzig, aus denen die Ausgründung erfolgte, auf dem Gebiet der Radiowellen-Technologie einen Namen gemacht. Spätestens mit der Gründung des ZIM-Netzwerks RWTec wurden immer wieder neue Probleme an uns herangetragen, in der Hoffnung, dass diese mit Hilfe der direkten Erwärmung gelöst werden können. 
Im Fall der Heißasphaltbereitstellung auf der Baustelle war es genauso. Schon seit Jahren wird immer wieder versucht, Asphalt vor Ort aufzuschmelzen, doch waren alle Ansätze auf Basis konventioneller Erwärmungsmethoden wie etwa Heizgas nicht erfolgreich. Erst mit der Integration der Radiowellen-Technologie konnte nun ein Durchbruch erreicht werden.
 

futureSAX: Hat der Ort der Gründung eine wichtige Rolle gespielt oder würden Sie eher sagen, dass Sie ortsunabhängig sind? 

Dr. Markus Kraus: Ich würde sagen, der Ort spielte nur indirekt eine Rolle. Natürlich gibt es auch andernorts marode Straßen, den Willen zur Innovation und hervorragende Forschung auf verschiedensten Gebieten. In Leipzig kamen aber darüber hinaus einige besondere Umstände zusammen, die alle zusammengespielt haben. Angefangen von der problemorientieren Ausrichtung des UFZs seit seiner Gründung, geht dieses Zusammenspiel über die gute Vernetzung der Forschung treibenden Einrichtungen und endet mit dem Netzwerk an Menschen, die hinter allem stehen und seit vielen Jahren gemeinsam und vor allem kontinuierlich versuchen, gute Ideen Wirklichkeit werden zu lassen. 

„Wenn ich aus meiner Situation also einen Tipp geben soll, dann den, dass das Team die Grundlage von allem ist.”

Dr. Markus Kraus, Geschäftsführer RWInnoTec GmbH

futureSAX: Was war der beste unternehmerische Rat, den Sie je erhalten haben? 

Dr. Markus Kraus: Die Frage ist echt schwer zu beantworten, da jeder Ratschlag zur Situation passen muss. Wenn ich darüber nachdenke, dann stammt der beste allgemeine unternehmerische Rat vielleicht von einem alten Gärtner, der mir als Kind einst folgendes mit auf den Weg gab: „Alles hat seine von Gott gegebene Zeit, nutze die Deine entsprechend und Du wirst reichlich ernten.“ 
Das ist vielleicht etwas philosophisch und eigentlich für den Gartenbau gedacht, bewahrheitet sich aber auch im Geschäftsleben immer wieder und hilft mir, meine Kraft zur rechten Zeit an den richtigen Stellen einzusetzen. 
 

futureSAX: Welche wichtige Empfehlung oder welchen Tipp würden Sie anderen Gründerinnen und Gründern mit auf den Weg geben?

Dr. Markus Kraus: Ehrlicherweise bin ich derzeit noch nicht an dem Punkt, zurückblicken und wichtige Empfehlungen für andere auszusprechen zu können. Ich kann aber sagen, wie froh ich bin, mein Team in dieser Besetzung an meiner Seite zu haben, ohne das alles so nicht möglich wäre. Wenn ich aus meiner Situation also einen Tipp geben soll, dann den, dass das Team die Grundlage von allem ist.

futureSAX: Warum sollten (angehende) Gründerinnen/Gründer an Wettbewerben wie dem Sächsischen Gründerpreis teilnehmen?

Dr. Markus Kraus: Die meisten Gründe wie etwa erhöhte öffentliche Wahrnehmung, Werbung, Coaching, fachlich/öffentliches Feedback, Kontakte zu potentiell wichtigen Leuten und natürlich auch die Chance auf Ruhm und finanzielle Anerkennung liegen für jeden sicherlich klar auf der Hand und brauchen daher nicht weiter ausgeführt zu werden. Aus meiner Sicht ist es aber auch eine Gelegenheit, ein wenig aus dem Alltag herauszukommen und die Idee neu im Sinne von über den Tellerrand hinaus zu überdenken. Ist es nur ein Schokoriegel oder vielleicht die längste Praline der Welt? Löse ich ein Problem, oder kann ich eine gesamte Branche revolutionieren?

futureSAX:  Auf was dürfen wir uns mittelfristig von Ihnen freuen?

Dr. Markus Kraus: Mittelfristig hoffen wir die Gesellschaft mit besseren Straßen zu erfreuen. Wenn Sie sich bei dem Gedanken ertappen, dass das Schlagloch erstaunlich schnell geschlossen oder die Straßenbaustelle überraschenderweise nur Nachts den Verkehr behindert, dann stehen die Chancen gut, dass wir unserem Ziel ein großes Stück näher gekommen sind. 

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Mara Honke

Leitung Öffentlichkeitsarbeit

Veranstaltungen, Wettbewerbe & Alumni

Als Mitgründerin und ehemalige Geschäftsführerin einer Schülerfirma stellte Mara Honke bereits früh fest, wie wichtig Netzwerke für die Weiterentwicklung von Unternehmen sind, was es bedeutet, einen Businessplan zu schreiben und wie wichtig es ist, Ziele immer vor Augen zu haben. Während ihres Studiums im Bereich der Wirtschaftswissenschaften in Management & Organisation Studies hat sie durch ihr ehrenamtliches Engagement eine der größten Firmenkontaktmessen Sachsens und verschiedenste Veranstaltungen organisiert. Ihre Flexibilität und Kreativität in der Veranstaltungsorganisation kommt von der Leidenschaft für das Nähen.

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