futureSAX-Gründerforum I/2021

Das Geschäftsmodell ist die Basis jeder Gründung – das futureSAX-Gründerforum I

Geschäftsmodelle sind für Start-ups ebenso wichtig wie für bestehende Unternehmen, denn sie beschreiben die Form der Umsetzung einer Geschäftsidee. Rund 60 Teilnehmende nutzten beim ersten von drei Gründerforen in diesem Jahr die Chance, Antworten von Experten und erfahrenden Gründern auf ihre Fragen rund um diese fundamentale Funktionslogik der eigenen Gründung zu erhalten.

Eine lebendige Gründungsszene als Schlüssel – in Leipzig und ganz Sachsen

Das futureSAX-Gründerforum steht für Fachvorträge mit wertvollem Know-how und persönlichem Austausch mit Expertinnen und Experten in lockerer Atmosphäre. Die erste Ausgabe in diesem Jahr konnte dabei pandemiebedingt nicht als Präsenztermin in Leipzig stattfinden. Doch auch bei der Onlinevariante stand die niedrigschwellige Interaktion mit den Expertinnen und Experten aus der Messestadt im Vordergrund. Zur Begrüßung interviewte die futureSAX-Geschäftsführerin Marina Heimann mit Marco Weicholdt, Leiter des Basislager Coworking, und Björn Bauermeister, Partner bei Smart Infrastructure Ventures und Mentor im SpinLab, zwei Vertreter der vielfältigen Unterstützungsszene für innovative Gründungen in Leipzig. Beide stehen dabei exemplarisch für das dichte Netz an Start-up-Partnern in ganz Sachsen. Beide betonten, dass insbesondere der intensive Austausch in der Start-up-Community prägend für den Standort ist und von allen Akteuren geschätzt wird.

„Fangt an und wartet nicht auf den richtigen Moment“

Mit seiner kurzweiligen Keynote mit dem prägnanten Titel „Geschäftsmodelle erfolgreich entwickeln und innovieren“ stieß anschließend Friedrich Sulk das Tor zum inhaltlichen Herzstück der Veranstaltung weit auf. Der gebürtige Sachse arbeitet heute selbst beim Start-up Automation Hero in San Francisco und zog im Rahmen verschiedener Tätigkeiten unter anderem beim German Accelerator bereits vor mehreren Jahren ins Silicon Valley. Dort begleitete er rund 150 deutsche Start-ups beim Markteintritt in die USA. An diesem Erfahrungsschatz ließ er seine Zuhörer teilhaben und verdeutlichte dabei, dass eine gute Geschäftsidee kein tragfähiges Geschäftsmodell ersetzt. Erst das Zusammenspiel der einzelnen Elemente, wie beispielsweise die Anforderungen der Zielgruppe, dem Wertangebot und der Kostenstruktur, bilden ein funktionierendes Getriebe, mit dem ein (junges) Unternehmen durchstarten kann. Bis diese Elemente wie ein Zahnrad ins andere greifen, bedarf es zahlreicher, kleinerer und größerer Schritte – oftmals in Interaktion mit Menschen außerhalb des Gründungsteams. Amerikanische Gründerinnen und Gründer zeigten dabei oftmals eine höhere Risikobereitschaft, Entscheidungsgeschwindigkeit und Offenheit, um nach Rat von Erfahrenen zu fragen. Das kann ein entscheidender Beschleuniger bei der Erarbeitung des Geschäftsmodells sein. 

Auf welche Aspekte er ganz besonders achtet, wenn er das erste Mal eine Geschäftsidee unter die Lupe nimmt, verriet er bereits vorab im Interview

"Ob es sich um eine gute Geschäftsidee handelt, kann nur das Umfeld der Gründerin oder des Gründers und der Markt selber bestätigen."

Friedrich Sulk, Automation Hero Inc.

Testen, testen, testen – bis zum Markterfolg

Zum Abschluss seines Vortrags stand Sulk seinem Auditorium noch Rede und Antwort zu den ganz persönlichen Fragen der Teilnehmenden an den Keynotespeaker des Tages. Damit war die Zurückhaltung der bislang Zuhörenden gebrochen und der Weg in die anschließenden drei interaktiven Diskussionsrunden geebnet. Zum Auftakt diskutierten Prof. Dr. Utz Dornberger, Leiter der Gründungsinitiative SMILE, und Bernhard Schipper, Mitgründer der ScobyTec GmbH, den viel zitierten Brückenschlag von der Idee zum Geschäftsmodell. Welche Tools können Gründende dafür nutzen? Welche typischen Stolpersteine sind zu beachten? – waren dabei zentrale Fragestellungen, die die Runde, moderiert von futureSAX-Projektmanager Heinz Truckenbrodt, gemeinsam diskutierte. Bernhard Schipper plauderte dabei aus dem Nähkästchen bezüglich der praktischen Anwendung dieses Wissens bei ScobyTec. Das Start-up entwickelt eine umweltschonende Alternative zu Leder aus klassischer Produktion auf Basis bakterieller Zellulose. Dabei arbeitet das Gründerteam bereits mit ersten Partnern und Kunden aus der Automobil- und Textilindustrie zusammen. Er bestätigte die zentrale Botschaft der Experten: Das Feedback potenzieller Kunden und das stetige Testen und Optimierung von Prototypen ist aufschlussreicher und zielführender auf dem Weg zum Markterfolg, als mit perfektionistischem Anspruch im sprichwörtlichen stillen Kämmerlein vor sich hin zu tüfteln. 

Der Sächsische Gründerpreis – die Chance auf Sichtbarkeit der eigenen Idee

Dabei kann die Teilnahme an Wettbewerben wie dem Sächsischen Gründerpreis ein praktischer Baustein sein, um das eigene Gründungskonzept für potenzielle Partner, Kunden und Investoren sichtbar zu machen, qualifizierte Rückmeldungen zu noch zu optimierenden Stellschrauben im Geschäftsmodell zu erhalten und sich mit ebenfalls Gründenden über Erfahrungen auszutauschen. Dies bestätigten sowohl Schipper als auch Ben Kamrad Wollscheid als Teilnehmende des Sächsischen Gründerpreises 2019. Die Bewerbungsphase für die diesjährige Ausgabe des Staatspreises läuft noch bis zum 7. März. Alle Informationen zur Teilnahme und dem Zugang zum Onlinebewerbungsportal finden Interessierte unter www.futuresax.de/gruenderpreis 

Sächsischer Gründerpreis 2021

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Bewerbungszeitraum: 30. November 2020 bis 7. März 2021

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Gibt es das perfekte Geschäftsmodell?

Wollscheid ist Teil des Gründerteams der Horeca Digital System GmbH, die mit So Use ein Self-Order-System mit Marketing-Cloud für die Bereiche Gastronomie und Hospitality anbieten. In Diskussionsrunde 2, moderiert von futureSAX-Projektmanager Alexander Seedorff, gab er Einblicke, wie sie ihr Geschäftsmodell in den vergangenen Jahren von der Ursprungsidee einer App als Navigator durch das Nachtleben und zum bargeldlosen Bezahlen in Clubs hin zum Digitalisierungstreiber in der Gastro-Branche weiterentwickelt haben. Sophia Kuhl, Leiterin des HHL Digital Space, bestätigte als weitere Diskutantin, dass ein Geschäftsmodell zeitweilig optimiert werden kann, dieses allerdings nicht auf ewig in Stein gemeißelt ist. Vielmehr sei es wichtig, es proaktiv herauszufordern und zu prüfen, um schnell auf sich ändernde Märkte, neue Konkurrenten und sich ändernde Kundenansprüche reagieren zu können.

"Als Gründerin oder Gründer sollte man sehr kritisch sein, was die werttreibende Kernkompetenz des Produktes oder der Idee ist. Dabei hilft besonders, die Zahlungsbereitschaft im Markt zu evaluieren."

Sophia Kuhl, HHL Digital Space

Die Begeisterung für das eigene Konzept weitertragen

„Das Geschäftsmodell steht und ist nachhaltig aufgestellt. Doch wie begeistere ich andere Menschen – seien es Mitarbeitende, Kunden oder sogar Kapitalgebende – von diesem komplexen Gebilde?“ Dies war eine der Leitfragen der abschließenden Diskussionsrunde zur gekonnten Kommunikation von Geschäftsmodellen mit Prof. Dr. Helge Löbler, Leiter der Gründerinitiative SMILE, Björn Bloss als Gründer von WeCreate sowie Nicole Laux von der OVRLAB GmbH. In der aufschlussreichen Diskussion griffen die Beteiligten zahlreiche Fragen der virtuell anwesenden Gründenden auf und veranschaulichten in praxisnahen Beispielen, dass bei der Kommunikation des Geschäftskonzeptes Logos, Markenimage und vieles mehr nur die Spitze des Eisbergs darstellen. Das Fazit der Runde lautete demnach: Die wesentlichen Elemente des Geschäftsmodells bilden auch für den Aufbau eines begeisternden Storytellings eine entscheidende Rolle. 

"Jedes Produkt braucht ein gut sichtbar und einprägsames Design, um am Markt erkennbar und vor allem wiedererkennbar zu sein. Dabei kann die persönliche Komponente ganz entscheidend sein."

Nicole Laux, OVRLAB GmbH

Expert/-innen und Juror/-innen zum Anfassen

Neben den Diskussionsrunden bestanden für die Teilnehmenden weitere Interaktionsmöglichkeiten, um sich mit Gleichgesinnten und Expertinnen und Experten sowie einigen Jurorinnen und Juroren des Sächsischen Gründerpreises zu auszutauschen. So lockerten zwei Runden des Speednetzwerkens den Ablauf des Events auf. Dabei nutzten die Anwesenden auf der Plattform die Möglichkeit, nicht nur Erfahrungen auszutauschen oder den einen oder anderen individuellen Ratschlag abzuholen, sondern knüpften ebenso neue Kontakte zur Erweiterung ihres persönlichen Netzwerkes. 

Die nächste Gelegenheit dazu gibt es beim futureSAX-Gründerforum II Online zum Thema „Ein investorenfähiges Finanzierungskonzept entwickeln“ am 4. März. Nur drei Tage später ist Bewerbungsschluss für den Sächsischen Gründerpreis. Interessierte, die schon vor dem zweiten Gründerforum in die Thematik hineinschnuppern wollen, können beispielsweise beim Online-Format Finanzierung-Konkret am 18. Februar aufschlussreiche Einblicke gewinnen. 

Ihr Ansprechpartner bei futureSAX

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Alexander Seedorff

Projektmanager Gründen

Start-ups & Skalierung

Aktiv mitgestalten und Neues schaffen, anstatt anderen dabei zuzusehen – dieses Credo prägt das Leben von Alexander Seedorff. Bereits während seines Studiums der Politik- und Kommunikationswissenschaften an der Technischen Universität Dresden engagierte er sich ehrenamtlich beim Aufbau von professionellen Strukturen beim Basketball-Drittligist Dresden Titans. Durch seine beruflichen Stationen in der Erziehungswissenschaft und im Sächsischen Landtag fokussierte er die zukunftsorientierten Themen Hochschule, Wissenschaft und Bildung sowie Kultur und Medien. Mit Herz und Hand sammelt er persönliche Erfahrungen als Social Entrepreneur bei der Gründung und Leitung eines Vereins zur Förderung der Fankultur.

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